14. Januar 2010 von haftgrund | kein Kommentar
Vor wenigen Tagen, am 9. Jänner, wäre Kurt Tucholsky 120 Jahre alt geworden. Anlass genug, ein Lied von ihm zu bringen, welches insofern nicht ganz aktuell ist, als noch mit Mark und Pfennig statt Euro und Cent gerechnet wird.
Bürgerliche Wohltätigkeit
Sieh! Da steht das Erholungsheim
einer Aktiengesellschafts-Gruppe;
morgens gibt es Haferschleim
und abends Gerstensuppe.
Und die Arbeiter dürfen auch in den Park …
Gut. Das ist der Pfennig.
Aber wo ist die Mark –?
Sie reichen euch manche Almosen hin
unter christlichen frommen Gebeten;
sie pflegen die leidende Wöchnerin,
denn sie brauchen ja die Proleten.
Sie liefern auch einen Armensarg …
Das ist der Pfennig. Aber wo ist die Mark –?
Die Mark ist tausend- und tausendfach
in fremde Taschen geflossen;
die Dividende hat mit viel Krach
der Aufsichtsrat beschlossen.
Für euch die Brühe. Für sie das Mark.
Für euch der Pfennig. Für sie die Mark.
Proleten!
Fallt nicht auf den Schwindel rein!
Sie schulden euch mehr als sie geben.
Sie schulden euch alles! Die Länderein,
die Bergwerke und die Wollfärberein …
sie schulden euch Glück und Leben.
Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf den Quark.
Denk an deine Klasse! Und die mach stark!
Für dich der Pfennig! Für dich die Mark!
Kämpfe –!
Kurt Tucholsky Arbeiter Illustrierte Zeitung, 1928, Nr. 45, S. 11,
wieder in: Deutschland, Deutschland u. Lerne Lachen,
auch u.d.T. »Wohltätigkeit«.
28. November 2009 von haftgrund | kein Kommentar
denn es wird anderswo gebraucht:
- Die Lüge: „Es wird nichts verschenkt, wir stellen nichts gratis zur Verfügung, sondern es handelt sich um ein beinhartes Geschäft.“(Finanzminister Pröll)
- Die Wahrheit: “Das Finanzministerium muss bereits 200 Millionen Euro aus dem Bankenpaket in den Wind schreiben. Hypo Alpe-Adria und Volksbanken können nicht zahlen. Wie die Kontrollmechanismen der Regierung versagten.”
20. September 2009 von haftgrund | 1 Kommentar
Lenin hat bekanntlich davon gesprochen, dass Elektrifizierung plus Sowjetmacht Kommunismus ergebe. Der Falter-Chefredakteur stellt eine ähnliche Gleichung auf:
“Digitalisierung und Deregulierung sind Kinder eines Zeitgeists, sie erschienen zugleich und zuerst in den USA, wo ihnen neokonservative Ideen und Neuerungsfreude den Weg bereiteten.”
Was dem einen der Kommunismus, ist dem anderen ein ebenso schwammiger “Zeitgeist”, der sich aus Finanz- und Medienkrise, aus “Googels Oligopol” und schlechtem Journalismus zusammenwhirlt und im Eigentlichen erst durch die Gleichsetzung von technischer Innovation (Digitalisierung) und politischer Macht (Neoliberalismus) seine Dynamik im Thurnherrschen Gedankenpool zu entwickeln vermag.
Das Ergebnis ist erschreckend:
“Finanzinvestoren, die nicht auf journalistische Kultur Wert legten, sondern auf maximale Rendite”
Dieser aktuelle Befund deckt sich mit den Gedanken eines anderen Autors über die Macht und den Einfluss moderner Medien sowie der Dominanz wirtschaftlicher Aspekte gegenüber den Belangen der Literatur und der Kunst:
“Ein Buch ist Verlegern nichts als eine Kapitalanlage. Je besser ein Buch ist, desto weniger Aussicht auf Absatz hat es.”
Soweit wie dieser Autor, der die Zeitungsredaktionen auch noch als ein Nest von Lügnern und Intriganten bezeichnet, die ihre mediale Macht skrupellos nutzen, geht Armin Thurnherr nicht, doch auch er sieht den seriösen Journalismus in Gefahr:
“Gratisblätter kommen mit Miniredaktionen aus,”
Das ist schlimm genug, doch das Schlimmste kommt erst:
“das Suchmaschinen-Oligopol Google parasitiert überhaupt bloß an dem, was andere publizieren”
Und hier treffen Lenin und Thurnher wieder zusamm’: Hier das oligopolistische Google, dort der monopolistische Kapitalismus mit seinem parasitären, verfaulenden Wesen.
Warum also nicht vom Google-Imperialismus sprechen, dessen Parasitismus bereits auf den Printbereich überschwappt? Denn wie anders ist etwa ein Zitatelexikon zu bewerten, als ein in Buchform gegossener Parasit fremder Geistesfrucht?
Doch wie es in der Russischen Revolution die Sowjets gegeben hat, gibt es heute die Betreiber von Websites, die nicht gewillt sind, sich als Wirtskörper des Googleparasiten missbrauchen zu lassen! Mit widerständiger List und mit raffinierten Tricks gelingt es ihnen immer wieder, nicht auf den Ergebnislisten des Oligopols aufzuscheinen! Auf dass dieser verfaulen möge!
Aus einer anderen Welt dagegen sind folgende Sätze über ein Medium, welches unser Printmediumherausgeber weiterhin nicht ernstzunehmen bereit ist:
“Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben” (Internet-Manifest)
Ob Thurnher verstehen würde, warum diesmal er den FOLM kriegt und nicht sein Klenk?
Der andere Autor mit dem kritischen Blick auf die Medienlandschaft ist übrigens Balzac und der Befund stammt aus “Verlorene Illusionen” und handelt von den Zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts.
5. September 2009 von haftgrund | kein Kommentar
“Wieso ist der Erhalt von Banken, ÖBB und AUA so wichtig, die Sicherung des Gesundheitssystems aber nicht?”
fragt der Betriebsratsvorsitzende der Medizinuni Wien in einem Leserbrief an die Kronenzeitung und fügt hinzu:
“oder: wie und warum das auf Solidarität aufgebaute Gesundheitssystem kaputt gemacht werden soll.”
Quelle: MUW-Betriebsratsblog
5. September 2009 von haftgrund | kein Kommentar
Rudolf Hundstorfer himself:
Man kann noch nicht von Entspannung am Arbeitsmarkt sprechen, aber von einer Dämpfung der Zugewinne von Arbeitslosen.
16. August 2009 von haftgrund | kein Kommentar
Der neue Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann im Interview:
“Es wird nicht alles gut gehen, es wird auch einiges schiefgehen. Wenigstens 50 Prozent gehen immer schief.”
Presse: Bei einer Bank oder einer Versicherung wäre das nicht möglich. Da würde man denken, der Betrieb ist nicht professionell geführt.
Hartmann: Glauben Sie? (lacht) Den Banken wurde ihre Professionalität noch geglaubt, als 90 Prozent schon schiefgegangen waren.
24. Juli 2009 von haftgrund | kein Kommentar
“Sollen wir denn unter dem Kopfpolster der Steinzeit das Geld deponieren?” , fragte Pröll.
Quelle: Der Standard vom 24.7.9
29. März 2009 von haftgrund | kein Kommentar
In der wöchentlichen “Errata”-Kolumne des Standards wird verschlimmbessert:

Richtig brutal ist es in einem Gastkommentar geworden. Dort las man von der Expropriierung der Expropriierten. Die Ausbeutung der Ausgebeuteten – dagegen ist jede neoliberale Härte eine Streicheleinheit.
Karl Marx hat das auch gar nicht so gesagt, er hat von der Ausbeutung der Ausbeuter, also der Expropriierung der Expropriateure, geschrieben, als er der Verstaatlichung das Wort redete.
Dem Verschlimmbesserer hätte schon ein Blick in die Wikipedia gut getan. Und vielleicht hätte er sich infotechnisch dann noch weiterhanteln können, um draufzukommen, dass Marx nicht der Verstaatlichung das Wort geredet hat, sondern Vergesellschaftung im Sinne hatte.
Und natürlich hat aber Marx in diesem Zusammenhang nicht von “Ausbeutung” gesprochen, sondern von Expropriation als “Enteignung”.
Apropos Sinn: welchen hätte der Meinung des Errataredakteurs nach die eigentlich gemeinte Formulierung “Ausbeutung der Ausbeuter”?
Als Lohnarbeit für Exkapitalisten würde es eventuell einen haben.
Marx hat davon aber nicht gesprochen, aber auch nicht von Arbeitslager für Kapitalisten, wie es in jenem Süddeutsche-Artikel unterstellt wird, auf den sich der errata-Redakteur als Ursprung des Fehlers beruft:
Den jungen Menschen wird man nicht mehr kitzeln können mit der langwierigen Unterscheidung von Gebrauchs- und Tauschwert, mit der Verwandlung von Geld in Kapital oder der „Expropriierung der Expropriierten“.
Der seltsame Kultus, den Marx um die „Waare“ aufführte, als wär’s ein handschmeichlerischer Stein der Weisen, hat seine glasklare Weltsicht nur verdunkelt. Sie ist auf den Hund gekommen, und Marx gilt als der Hauptverantwortliche für die Blutrichter und Henker, für Stalin, Mao und Ceausescu.
Genau genommen hat die Stelle des Gastkommentars “Vom Systemfeind zum Superstar” für sich genommen durchaus einen - wenn auch nicht gemeinten - möglichen Sinn, wenn zu lesen ist:
Einmal die Woche treffen sich die lokalen Gruppen von kapital-lesen.de in Universitäten, Volkshochschulen und Gemeindezentren. In Arbeitsgruppen ringen die Teilnehmer mit sperrigen Vokabeln und Konzepten wie dem Doppelcharakter der Ware und der “Expropriierung der Expropriierten”.
Ich würde dies als ungewollten Hinweis darauf sehen, dass die nützliche Befassung mit dem Marxkapital ohne Einbeziehung der Foucaultgouvernementalität und der darin reflektierten Enteignung auf höherer Stufenleiter (um es mit dem Kapitalmarxjargon zu sagen) der bereits Enteigneten nur was Halbertes wäre.
Dieser “Führe-mich-sanft”-Tendenz zur totalen Subsumierung menschlicher Eigen-heiten unter die Verwertungslogik wäre mit Kapitalarbeitskreisen alleine nur unzulänglich zu begegnen.
Aber noch eine andere Lesart ist möglich: Durch die Kürzung öffentlicher Mittel für den Sozial- Kultur und Bildungsbereich und die damit verbundene Umverteilung nach oben findet ja tatsächlich eine weitere Enteignung der bereits Enteigneten statt, womit wir gleich bei der neben stehenden aktuellen Meldung aus dem österreichischen Büchereiwesen sind.
Hier ist übrigens der “Büchereien-Block” bei der Wien-Demo am 28. März zu sehen: 
In der Folge einige Hinweise für den Errata-Redakteur, um ihm die lästige Quellensuche zu erleichtern:
Worauf kommt die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals, d.h. seine historische Genesis, hinaus? Soweit sie nicht unmittelbare Verwandlung von Sklaven und Leibeignen in Lohnarbeiter, also bloßer Formwechsel ist, bedeutet sie nur die Expropriation der unmittelbaren Produzenten, d.h. die Auflösung des auf eigner Arbeit beruhenden Privateigentums.
Das selbsterarbeitete, sozusagen auf Verwachsung des einzelnen, unabhängigen Arbeitsindividuums mit seinen Arbeitsbedingungen beruhende Privateigentum wird verdrängt durch das kapitalistische Privateigentum, welches auf Exploitation fremder, aber formell freier Arbeit beruht.251)

Was jetzt zu expropriieren, ist nicht länger der selbstwirtschaftende Arbeiter, sondern der viele Arbeiter exploitierende Kapitalist.
Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot.
Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes.
Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.
alle Zitate aus: Marx - Kapital: Geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation
Der Geldkapitalist hat keine persönlichen Funktionen im Wirtschaftsleben zu erfüllen, er ist überflüssig und man kann ihn ohne Schwierigkeit mit einem Federzug expropriieren. Man wird um so eher dazu schreiten, da gerade dieser, der überflüssige Teil der Kapitalistenklasse, die hohe Finanz, immer mehr die Herrschaft über das ganze wirtschaftliche Leben an sich reißt. Er ist auch der Herr der großen privaten Monopole, der Trusts usw. Und man kann nicht das industrielle Kapital expropriieren und vor dem Geldkapital Halt machen. Beide sind zu innig mit einander verschmolzen.
Karl Kautsky - Am Tage nach der sozialen Revolution (1902) - Abschnitt 1-5

Die Sozialisierung der Banken hat eine ganz andere Aufgabe als die Vergesellschaftung der Großindustrie oder des Grundbesitzes. Hier handelt es sich nicht darum, den „Boden und die Arbeitsmittel in den Besitz der Gesellschaft zu überführen, sondern darum, die Macht, die die Verfügung über die fremden Kapitalien, die den Banken zur Verfügung gestellt werden, dem Finanzkapital gibt, ihm zu entreißen und sie der Gesellschaft zuzueignen.
Otto Bauer: Der Weg zum Sozialismus (8. Die Vergesellschaftung der Banken)
9. Expropriation der Expropriateure
Der Sozialismus will dem Volke wiedergeben, was sich Kapitalisten und Grundherren auf Kosten des Volkes angeeignet haben. Die Enteignung derer, die bisher das Volk enteignet haben, die Expropriation der Expropriateure, ist darum die erste Voraussetzung einer sozialistischen Gesellschaft.
ders.: Der Weg zum Sozialismus (9. Expropriation der Expropriateure)

Im Presseartikel zu der den Bildern in diesem Beitrag zugrunde liegenden “Schönwetter-Revolte” wird der Anthropologe Christ Knight zitiert:
„Wir werden viele Puppen von Bankern an Laternenpfählen aufknüpfen. Wenn Leute wie Goodwin nicht bald zur Besinnung kommen, werden am Ende echte Banker hängen.“

und abschließend heißt es in diesem Artikel:
Der Anarchist Dave Tucker, nach eigenen Angaben ein Veteran der legendären „Poll tax-Unruhen“ gegen Margaret Thatcher in den frühen 1990er-Jahren, sagt: „Eine Menge Leute wollten damals einfach einen Kampf. Ich spüre jetzt dieselbe Atmosphäre wieder”.
Nachtrag:
Danke für die freundliche Unterstützung. Als Textanalyse von Marx’ Werk hätten meine Zeilen zugegeben keinen Bestand gehabt, aber das war ja auch nicht intendiert.
Mit freundlichen Grüßen.
Otto Ranftl
Leserbeauftragter
23. März 2009 von haftgrund | kein Kommentar
Während Thomas Maurer zum Thema “Gibt es Positives an der Krise?” im Wochenendstandard auf die Frage “Worüber man lachen kann” umgehend antwortet:
Über jene Journalisten, die im letzten Jahrzehnt die naturgesetzliche Weisheit des unregulierten Marktes mit der Inbrunst evangelikaler Christen verkündeten und den jeweils bestbezahlten Kapitaljongleuren schwanzwedelnd bis ins Maßschuhschränkchen nachkrochen, die jeden kritischen Einwand mit nachgemacht blasiertem Mercedesfahrerhumor bedachten und jetzt doch ein wenig deppert aus der Wäsche schauen.
kriechen diese und auch frische Schwanzwedler aus den Schuhschränkchen und beginnen aufs Neue mit ihren mercedesfahrigen Beschwörungen:
Nur wer Grundsätze hat, wird sich in Zeiten der Krise und des aufkeimenden sozialistischen Massenwahns gegen den Strom stellen können.
Wenn er doch nur rascher keimen und bald blühen täte, der “sozialistische Massenwahn”.

(Mit Dank für den Link an Library Mistress)
20. März 2009 von haftgrund | kein Kommentar
Markus Koza beschreibt in seinem Blog “Belvedergasse. Aus dem Alltag einer Minderheitsfraktion im Gewerkschaftsapparat” anschaulich und naturgemäß kritisch, was beim gestrigen Bundesvorstand des ÖGB so geredet wurde. Auch wenn in dieser Sitzung offenbar viel offener und offensiver diskutiert wurde als es in diesem Gremium üblicherweise der Fall zu sein scheint, überrascht doch, mit welcher Gelassenheit und mit Ausnahme der Unabhängigen GewerkschafterInnen weitgehenden Visionsfreiheit mit einer Situation umgegangen wird, die einer breiten Mobilisierung jener bedarf, die letzten Endes für die gegenwärtige systemimmanente Krise zu zahlen haben.
Beschämend ist, dass der ÖGB sich nicht einmal dazu entschließen kann, zum internationalen Aktionstag am 28. März aufzurufen, mit ausgesprochen dummdreisten Gegenargumenten, wie im Beitrag zu lesen ist: “19.03. 2009: Aus dem heutigen ÖGB-Bundesvorstand”