Folm der Woche: Klenk. Wegen Wehleidigkeit
17. August 2009 von haftgrund | kein Kommentar

So verdienstvoll die Veröffentlichung der Staatsanwaltschaftakten im vorigen Falter ist, so sehr nervt Klenk nun wieder. Jemand aus der Beamtenschaft des Justizministeriums hattte ihm gesteckt, dass sein Blog sich offenbar in den automatischen Filter des Ministeriums verfangen hat. Solche Filter gibt es wohl in jeder Institution des Öffentlichen Dienstes, so auch im Wiener Magistrat, wo beispielsweise der von der MA 57 empfohlene Link zur Homosexuellenberatung für Magistratsuser gesperrt ist, weil die Maschine sich an Sexworten stößt. Ärgerlich zwar, aber hier von “Zensur” zu schreien, wie Flenk es in Bezug auf seinen Blog tut, wäre weit überzogen. Auch Öffentlich Bedienstete haben die Möglichkeit, sich in der Freizeit alles und jedes via Internet reinzuziehen, wenn es sie danach gelüstet. Sogar Florian Klenks Blog:
Zensur Affäre: Offener Brief an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (Florian Klenks Erkundungen)
(…)Da sich auf dem Weblog weder anstößige “Inhalte aus den Bereichen Glückspiel, Computerkriminalität, Pornografie, Soziale Netzwerke und Phishing” oder sonst irgendwelche anstößigen Inhalte befinden, erachtet der Falter die Sperre als Zensur durch das BMJ.
Peinlich wird es, wenn der Journalist auch noch den Liebesentzug durch das Ministerium beklagt:
Zu dieser Zensurmaßnahme kommt, dass Florian Klenk trotz mehrmaliger Anfragen ganz bewusst nicht mehr zu Hintergrundgesprächen in das Justizressort eingeladen wird.
Während der Vergleich mit den chinesischen Zensurmaßnahmen schon nicht mehr peinlich ist, sondern jenseitig und überdies eine Frechheit gegenüber jenen, die durch die Weitergabe von Informationen tatsächlich Freiheit und Leben aufs Spiel setzen. Klenk gehört nicht dazu:
Der Falter hat kritisch über das Justizministerium berichtet. Kann das der Anlass sein, allen Justizbediensteten kritische Berichterstattung vorzuenthalten und den Zugang zu Falter-Berichten in chinesischer Manier zu blockieren?