Alle Beiträge mit dem Tag ‘Hundstorfer’

Der Teppich des Sozialministers und Rudis Kollege

Und wieder stellt Nadia Weiss aus der sonntäglichen Gratiskrone ihre Fragen:

– Sie sind für eine 12- und nicht 14-malige Auszahlung der Mindestsicherung. Wie erklären Sie Ihren Standpunkt als Sozialdemokrat?

“Argument … Kompromiss … Gesamtkonzept … nur einen Teil … bundesweit … Emotionen … Gespräche … In Wahrheit geht es nur um die Jahressummen”

– Wie lebt man von 733 Euro im Monat?

“Ich kann mir vorstellen …”

Er kann sich vorstellen? Rudolf Hundstorfer, mit 16 als Lehrling zur Stadt gekommen, mit 17 gewerkschaftlicher Jugendvertrauensmann der SPÖ und ab seinem 20 Lebensjahr nur mehr in Funktionen mit finanziellem Zubrot und mit Rahmenprivilegien tätig, gar nicht zu reden von den vielen Jahre währenden Doppeleinkünften aus Gemeinderats- und Gewerkschaftsvorsitzenderfunktion. Der meint ernsthaft, er könne sich vorstellen, dass Menschen mit 733 €

“nicht sehr gut und nicht sehr komfortabel”

leben würden?

Auf die obligate Frage des einem der reichsten Männer Österreichs gehörenden Organs, ob es gerecht sei, dass Menschen mit Mindeslohn nicht viel mehr verdienen:

“Die Mindestsicherung ist ein Teppich, um die Menschen aufzufangen. Neid ist nicht angebracht.”

Und wen Hundstorfer als “Kollegen” ansieht, wird dankenswerterweise durch die Antwort auf folgende Frage offenbar:

– Besuchen Sie Ihre ehemaligen Kollegen [im Rathaus] noch manchmal?

“Ab und zu schau ich vorbei, vor einigen Tagen war ich zum Beispiel mit dem Magistratsdirektor essen.”

Auf Fragen zur BAWAG-Affäre:

“Im Übrigen bin ich der Meinung, dass sich eine Gewerkschaft und eine Bank einfach nicht miteinander vertragen.”

Da schau her! Da hat uns der Rudi H. also all die Jahre lang belogen, wenn er angesichts vieler Hinweise auf dubiose Machenschaften im Zusammenhang mit der BAWAG stets von der Notwendigkeit – (Denkt nur an den Streikfonds, Genossen! Wollt ihr den wirklich einer Bank der anderen Seite überlassen? Damit die wissen, wieviel wir haben. Das könnt ihr doch nicht wollen! z.B.) – einer gewerkschaftseigenen Bank sich überzeugt gab.
Aber das waren ja nicht die einzelnen Unwahrheiten, die er uns Gemeindebedienstete in der von seinen Genossen in der Rückschau verklärten Zeit seines Wirkens als Zentraler Referent, als wiener und dann als österreichweiter Gewerkschaftsvorsitzender der GdG, aufgetischt hatte. Wie etwa uns Büchereibediensteten, dass es eine Gleichstellung der Gehälter bei gleichen Arbeitsanforderungen und -leistungen gebe: “wird schon verhandelt, ist schon verhandelt worden, liegt schon auf dem Tisch, wird morgen unterschrieben“. Nix wars. Dafür eine von ihm unterzeichnete Besoldungsreform, welche für alle ein Beschiss war.
Im selben Jahr, als diese “Strukturreform der Besoldung” von Gemeinderat mit Hilfe der sozialdemokratischen GewerkschafterInnen beschlossen wurde, haben eben diese GewerkschafterInnen  ihrem Wiener Bürgermeister ein Auto geschenkt, ein rotes selbstverständlich und zum 50. Geburtstag.

Wos dem Rudi olas en s gmiad ged“, könnte man wohl so beginnen:

  • Den Bediensteten das Lebenseinkommen vermindert,
  • dem Bürgermeister ein Auto geschenkt
  • und mit dem Kollegen Magistratsdirektor essen gegangen.

 
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