Kaplan fällt dem Quotenwahn zum Opfer
24. September 2009 von haftgrund | 6 Kommentare
“Name für die Quote?” fragt das Bezirksjournal in der aktuellen Nummer und fügt dieser kryptischen Frage eine noch viel anspruchsvollere hinzu:
Quotenwahn oder historischer Verdienst?
Anlässlich der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr für Frauen die Möglichkeit besteht, zwischen wahnhaften Quotenregelungen (wie es beispielsweise jetzt am Übermaß an weiblichen Rektorinnenernennungen zu beobachten ist) oder einem noch nie dagewesenen Einkommenssprung zu wählen.
Doch es ist ganz anders. Franz Schodl, fleißiger Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung, ehemaliger grüner Bezirksrat in Meidling, nunmehr für die Bürgerliste “Pro Hetzendorf – Bürger für Bürger“ ebenfalls als Bezirksrat aktiv, ist mit der Benennung eines Parks unzufrieden:
Die Meidlinger SPÖ will die Parkanlage “Friederike Stoiber-Park” nennen. Stoiber war die erste Leiterin des Pensionistenwohnhauses Hetzendorf. Franz Schodl von der Bürgerliste “Pro Hetzendorf’ stößt dieser Name sauer auf. Er tritt dafür ein, den Park nach Franz Hübel, einem ehemaligen Kaplan der Pfarre Hetzendorf, zu benennen.
“Die SPÖ zeigt bei ihrer Benennung einen Quotenwahn. Dass die Namensträgerinnen auch der Partei angehören, ist aus sozialistischer Sicht sowieso selbstverständlich”, ärgert sich Schodl.
Das parteipolitische Motiv nimmt er knirschend aber doch als gegeben hin. Das Motiv, eher Frauen als Namensgeberinnen zu nehmen, um in der Topographie Wiens das krasse Ungleichgewicht von männlichen und weiblichen Ortsbezeichnungen zu mindern, erregt ihn dagegen und so schlägt er, unterstützt von ÖVP und FPÖ, einen Kaplan, dessen geschlechtliche Zuordnung in der Regel über jeden Zweifel erhaben ist, als Gegenkandidaten vor.
Wer von beiden mehr verdient hat oder wer mehr Verdienste um Meidling erworben hat, steht dabei nicht zur Debatte, sondern tritt nur als dumme Frage im Bezirksjournal-Artikel auf.
“Pro Hetzendorf – Bürger für Bürger” bringt es auf den Punkt:
Kaplan Hübel als Quoten- und Politopfer
