Alle Beiträge mit dem Tag ‘E-Book’

Fündig bei Nickelallergie

“Bibliothekare in Ausbildung lösen gerade eine Aufgabe. Irgendwo in diesem Raum haben die Bibliothekarsmeister ein falsch sortiertes Buch versteckt. Die Auszubildenden müssen es jetzt finden!”
Ich betrachtete die scheinbar endlosen Reihen von vollgestellten Regalbrettern.
“Aber das könnte Jahre dauern”, flüsterte ich.
Sing nickte. “Der Druck lässt manche von ihnen durchdrehen. Normalerweise werden die dann als Erste befördert.”

Oder sie wechseln in den Buchhandel und eröffnen ein E-Book-Portal:

Warum man sich nicht einfach alle erhältlichen Titel anzeigen lassen kann, erklärt der Börsenverein so: “Es ist wenig sinnvoll, eine Suchfunktion nach E-Books einzurichten, da die Kunden in der Regel im Volltext suchen. Gefundene Titel können sie dann gegebenenfalls kaufen.”

Im Klartext: Es gibt auf der zentralen Plattform zum Vertrieb von E-Books des deutschen Buchhandels keine Übersicht der als E-Book erhältlichen Titel.
Entweder stolpert man bei der Suche zufällig über ein Angebot oder man weiß vorher irgendwoher, mit welchen Suchbegriffen sich E-Books finden lassen. Zwei Tipps hat da Geschäftsführer Schild: “Suchbegriffe wie Nickelallergie und Gartenpflanzen sind nur zwei Beispiele, für die man heute schon bestellbare E-Books im Angebot findet.”

Das erste Zitat stammt erklärtermaßen aus keinem Fantasyroman. Das zweite ist der Beweis dafür.


Bröselige Flocken oder die Ästhetik von Umblätterschaltern

Der im Freitag übersetzte Artikel aus dem Guardian läßt jeden alt aussehen, der nicht umgehend zum Elektrobuch greift und damit die Chance ergreift, seinen schmierigen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, wie es der Untertitel suggeriert (im Text wird allerdings das Gegenteil nachgewiesen).

Weg mit den alten unglänzenden rororos und fitabus, bei denen “der Klebstoff im Rücken der Einbände … sich in bröselige Flocken verwandelt” hat, was das “eingebaute Verfallsdatum” dieses Produkts, dessen Produktion ungefähr dem Auswurf eines 20-Meilen-Fluges entspricht, so richtig ins Bewusstsein treten läßt.

Hin zur sinnlich blinkenden, mit Umblätterschalter versehenen und im unaufgeregten Design gehaltenen Buchstabenreproduktionsmaschine; und oh Überraschung:  “Immerhin sind die Worte die gleichen, egal in welchem Format ich sie lese. Und schließlich sind es doch die Worte, auf die es ankommt”.

Die Schönheit des digitalen Buches
Das gefürchtete “E-Book” ist nicht nur wahnsinnig sinnlich. Es ist auch eine ökologische Alternative zum gedruckten Buch. Protokoll eines Sinneswandels
Ich habe nie an E-Books geglaubt. Wie sollte ein Elektrogerät die Schönheit des gedruckten Buches ersetzen, fragte ich mich. Und wie die Eleganz dessen Gestalt, die taktilen Sinneseindruck beim Umblättern der Seiten, den Geruch hochwertigen Papiers? Ich liebe Bibliotheken. Ich liebe Buchhandlungen. Ich liebe den Geruch von Ledereinbänden und muffigen Seiten. Die bloße Anwesenheit einer großen Anzahl von Büchern löst bei mir tiefes Wohlbehagen aus. All dies hat sich nie geändert. Allerdings trage ich mich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, E-Book-Lesegeräte könnten eine ökologisch verträglichere Alternative zum gedruckten Wort darstellen. Dieser Verdacht hat sich erhärtet, seit ich angefangen habe, selbst eines zu benutzen.

Weiter zum Artikel im “Freitag”


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