Alle Beiträge mit dem Tag ‘Büchereiordnung’

“Ich werde in die Bibliothek geführt.”

“Rechts erstreckt sich über die gesamte Breite und Höhe der Wand ein Regal voller Bücher und einige Zettel, sowie ein Kartei Kasten. Außerdem sind in der Bibliothek: Ein Drehstuhl, ein kleiner Hocker zum darauf stellen, sowie eine Klappleiter.”

“Beim einsortieren der Bücher stelle ich sehr schnell fest, dass auch die im Regal befindlichen sehr durcheinander stehen. Zwar lassen sich in den oberen beiden Reihen andeutungsweise die Kategorien „Religion”, „Wörterbücher”, „Gesundheit, Ratgeber und Lebenshilfe“ und „Biografien“ ausmachen, doch sind diese sehr durchmischt mit allen möglichen anderen. In den restlichen Regalreihen befinden sich Romane, sowie ganz unten Bücher in Fremdsprachen und Spiele. Doch offensichtlich waren sich bei den Romanen etliche Leute nicht einig, ob Taschenbücher separat stehen sollen oder nicht. Eben so fatal sieht es bezüglich der alphabetischen Sortierung aus.”

“Ich bin erstaunt zwischen den alten Schinken auf einige relativ neue Bücher zu stoßen. Fast bedauere ich, nicht länger hier zu sein und die Bibliothek nutzen zu können.”

Knasttagebuch: Brief Nr. 12 « Knastaufenthalt


Frauen mit Burka wie Krümel behandelt wissen

möchte ein pensionierter Geschichtslehrer in Ulm. Denn für ihn ist
“die Burka ein rotes Tuch”, wie die “Südwestepresse” titelt:

Unbehagen, Unverständnis, Verärgerung. So beschreibt Gerd Zillhardt seine Gefühle beim Anblick einer Frau mit Ganzkörperschleier in einem öffentlichen Gebäude. Etwa in der Ulmer Stadtbibliothek. Eigentlich “ein Ort der Aufklärung und Offenheit”, sagt er, an dem die Verhüllung des Gesichts völlig fehl am Platze sei. “Verschleiern darf man sich, aber wehe man macht Krümel oder bringt den Hund mit”, sagt der pensionierte Geschichtslehrer.

Also möchte der Ulmer Exprof, dass Frauen mit Burka vom “Ort der Aufklärung und Offenheit” wie Krümel weggewischt werden oder analog zu Hunden gleich draußen vor bleiben müssen. Dort können sie ja unangeleint und sich still verhaltend auf ihre Kinder warten, bis diese mit dem Bibliotheksbesuch fertig sind. Dass solchene Frauen selber keinen Bedarf am Bibliotheksangebot haben, sondern nur aus “religiösem Zwang” oder als “Provokation” in die Bibliothek wollen, scheint für den ehemaligen Wissenstransmitter sowieso ausgemachte Sache zu sein.

Vor einigen Wochen wandte sich Zillhardt deshalb an die Bibliotheksleitung und forderte ein Hausverbot für verschleierte Frauen.

Da in der Bibliotheksordnung kein Burkaverbot enthalten ist, hatte er Pech mit seinem Ansinnen. Doch der offenbar mit zu viel Altersfreizeit Gesegnete gibt nicht auf, wie dem Artikel weiter zu entnehmen ist.



I am the library cat.

Da werden Erinnerungen wach an die legendäre Katze der Bücherei Erdbergstraße, nach der heute noch Leute fragen (sie verbringt ihren Ruhestand übrigens zusammen mit einer pensionierten Mitarbeiterin der Bücherei :-) …

I am the library cat. – Lolcats ‘n’ Funny Pictures of Cats – I Can Has Cheezburger?


Ein männliches Feld

Library Mistress, die bekanntlich Phrasen sammelt, “die gerne an den Anfang von Publikationen gestellt werden, mit denen begründet werden soll, warum sich der Autor oder die Autorin nicht um geschlechtergerechte Sprache bemüht” hat hieran hoffentlich auch ihre Freude:


Büchereien-Standards sehr wohl

Büchereienstandards sind ein nützlich’ Ding.
Bibliothekspolizisten schätzen sie als  immer bereiten Argumentations-Colt im Vorschriften-Holster beim Fremdkontakt mit dem Lesergut.
Büchereianarchisten brauchen Büchereien-”Standards” ebenso, nur umgekehrt – denn auch sie möchten wissen, gegen welche Vorschriften sie eigentlich verstoßen. So viel Ordnung muss sein.
Das bisherige “Standards”-Regelwerk der Büchereien ist nun gründlich überarbeitet und erneuert worden, und soll mit 1. Mai in Kraft treten.
Regelwerke haben den Reiz der schmucklosen Sachlichkeit an sich und es scheint kein Zufall zu sein, dass das Büchereien-Regelwerk ausgerechnet am 9. April, dem CSS-Naked-Day, den Bediensteten zur Kenntnis gebracht wurde (mit der Installierung des Referats “Virtuelle Bücherei” scheinen auch die Wr. Büchereien zunehmend im Rhythmus des Web 2.0 zu agieren).

Ein rundum wertfreies Büchereien-Regelwerk, auf jeder Seite im der Sachlichkeit verpflichteten Beamten-Hochdeutsch gehalten also.

Auf jeder Seite? Nicht ganz.

Im Abschnitt “Gebühren fürs Personal” lädt der Halbsatz

“Die Konditionen sind generell gebührenfrei, …”

noch zum Nachdenken über das Hieramts-Deutsch und seine sprachlichen Feinheiten ein, doch dann dringt Leben pur in eben dieses:

“… mit Ausnahme der Versäumnisgebühren, die sehr wohl zu entrichten sind.”

Da hat sich offenbar jemand dringend Luft machen müssen.
Dem reichte es nicht, einfach festzustellen, dass künftig auch Büchereibedienstete Verspätungsgebühren zu zahlen haben (was sie bisher nicht mussten), sondern sie haben sie “sehr wohl zu entrichten”.

Dahinter steckt natürlich eine Geschichte.
Es war immer selbstverständlich gewesen, dass Büchereibedienstete von allen Gebühren befreit waren (es geht sogar die Mär um, dass es nicht wenige BibliothekarInnen gibt, die diesen Beruf gewählt haben, um der Schuldenfalle der Versäumnisgebühren zu entrinnen).
Dass die beruflichen Anforderungen eine möglichst gute Kenntnis der Medien verlangen, ist offenkundig; und dass Pflicht und Neigung hier miteinander korrespondieren, ist eher als Feature und nicht als Bug anzusehen – wenn man nicht, wie in der Geschichte aus Brechts Flüchtlingsgesprächen, der Auffassung eines “Freiers” ist, welcher einer Prostituierten den Lohn nicht zahlen wollte, weil sie Anzeichen von Wollust gezeigt hatte.

Eines Tages ist irgendeinem Selbstzensur in irgendeiner Abteilung im Magistrat – angeblich war es diesmal nicht die MA 13 – aufgefallen, dass in der Gebührenordnung der Büchereien, die vom Gemeinderat genehmigt wird, keine Regelung für Bedienstete aufscheint. Also gibt es keine. Also haben die Bediensteten “sehr wohl” Gebühren zu entrichten, also auch Jahres-, Vormerk-, AV-Medien- und eben auch Mahngebühren .

Als die Leitung der Büchereien in einer Bedienstetenversammlung diesen Sachverhalt sichtlich verlegen mitteilte, gab es umgehend einen Sturm der Entrüstung und es wurde versprochen, das zu reparieren und es sei leider blöd gelaufen das alles.

Dann geschah monatelang nichts, bis im Zuge der neuen Bücherei-Standards die Gebührenfreiheit weiter gewährt wird, aber als Kompromiss Versäumnisgebühren eingeführt werden.

Dass dem heftige Debatten zwischen Büchereileitung und Controllingabteilung der MA 13 vorangegangen sind, ist nicht nur anzunehmen, sondern steht fest.
Dass die Controller-Haltung, die am liebsten auf den zusätzlichen Einnahmequell durch volle Vergebührung der Bediensten nicht verzichten wollte, in der Kompromissformel so ein richtig menschliches Antlitz kriegt, ist putzig.

In einem gab es keinen Kompromiss: Wenn Büchereibedienstete in Pension gehen, müsen sie ab nun die volle Gebühr bezahlen. Denn was sie sich nunmehr an Kenntnissen aneignen sollten, kommt dem Magistrat nicht mehr zugute.

Womit wir wieder bei den “Flüchtlingsgesprächen” Brechts und bei der Zuhältermentalität wären.


Nützlich und einzig …

… ein Mail gewordenes

lyrisches Etwas


Das ist,

wie wir  auch

gleichlautend

argumentiert haben,

die einzige nützliche Lösung.

 

Ich hab den Auftrag bekommen,

diese Maßnahme auch zu evaluieren

und werde in der nächsten Woche

das Vorgehen mit unserer Stamm-Security besprechen,

die ich in der Eingangshalle postieren werde.

Die ergänzende Security wird die Hausrundgänge übernehmen und

im Krisenfall

unserer tüchtigen Security

zu Hilfe eilen.


BüchereibenutzerIn-Memo des Tages

Kinder schieben Bücher ins Regal-Mutter uneinsichtig


 
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