Alle Beiträge mit dem Tag ‘Bibliotheken’

Bibliothekssex – Wunsch und Wirklichkeit

Das wilde Sex-Leben der Studenten – Berliner Kurier

Jeder Fünfte erlebte schon ein Schäferstündchen auf dem Campus. 26 Prozent aller Studenten würden gern mal in der Bibliothek ihrem studentischen “Erkundungstrieb” freien Lauf lassen. Das ergab eine Umfrage des Studenten-Magazins “Unicum” unter 1500 angehenden Akademikern.

Und die prahlten auch gleich mit prickelnden Abenteuern. “Es war in der Bibliothek. Wir haben für eine Klausur gelernt”, erzählt eine. “Da hat er mich gefragt, ob wir nicht mal Pause machen sollen und ich habe nicht ‚Nein’ gesagt. Zum Kaffee trinken sind wir aber nicht gekommen.”

Genau genommen passierte es dann doch nicht in der Bibliothek, sondern – im Buffet, vor dem Kaffeeautomaten?


“Abschied von der Bibliothek für alle”

www.freiepresse.de/Die Bibliothek für alle ist passé

Ein “Abschied von der Bibliothek für alle” ist das Konzept für die Entwicklung der Auerbacher Stadtbibliothek bis 2015, das am Montag von der Leiterin der Einrichtung, Anja Schamberger, dem Auerbacher Stadtrat vorgestellt worden ist.

Man will sich in Zukunft stärker an Zielgruppen orientieren, wegkommen von einer rein quantitativen Bewertung der Leistungen und sich mehr an den Problemlagen der Stadt orientieren. Die Analyse des Umfeldes, Grundlage des Konzeptes, hat für die Bibliotheksleiterin zum Teil erschreckende Zahlen gebracht: So haben 9,5 Prozent der Schulabgänger der Stadt Auerbach keinen Abschluss, bei 13,7 Prozent liegt die Kinderarmut, bei 19,3 Prozent die Jugendarmut. –> zum Artikel


“Um es gleich zu sagen: Ich mag Google nicht”

schreibt der Bremer Sprachblogger, um gleich fortzusetzen:

Nein, ich liebe Google. Viele der Politiker, die immer, wenn ihnen sonst gerade nichts einfällt, gegen Google hetzen, kennen das Prä-Google-Internet vermutlich gar nicht. Ich kenne es, und es hat mir keine Freude bereitet. Google hat immer wieder entscheidende Entwicklungen angestoßen, um das Internet benutzbar zu machen.

In einer Analyse der sich autohysterisierenden Google-Street-View-Diskussion wird auch der Punkt genannt, weshalb es mir wie dem Bremer geht:

Ich kann die Bücher zwar nicht online lesen (wie viele Kritiker zu glauben scheinen), aber ich kann sie durchsuchen und muss mir nur die Bücher kaufen, ausleihen oder anderweitig beschaffen, von denen ich weiß, dass dort etwas drinsteht, das ich wissen will. Das Durchsuchen und Kategorisieren von Nachrichtenmeldungen ist kein Umgehen irgendeines „Leistungsschutzes“, sondern ein Instrument, das es dem Konsumenten erlaubt, sich umfassend und vergleichend über das Weltgeschehen zu informieren, ohne dabei dem Filter eines einzelnen Medienunternehmens ausgeliefert zu sein.

Was nichts daran ändert, dass ich Googles Initiative gegen Netzneutralität für völlig Scheisse halte, womit ich mich aber wiederum nicht ins Onkelboot setzen will, sondern lieber mit der FREEPRESS schiffe.

Und noch einmal Fefes Blog, weil der in zwei Sätzen ausgedrückt hat, worum es UNS geht:

Netzneutralität sichert, dass ICH mich im Internet frei äußern kann und die Leute das auch lesen können.
Netzneutralität soll garantieren, dass niemand anderes meine Sendung unterdrücken kann, nur weil er mehr Geld hat.


Die Einsamkeit eines Langstreckenbibliothekars

Ronald Schneider, Bibliotheksleiter einer wegen Umbaus geschlossenen Bibliothek in Oberhausen berichtet, dass das während der Schließzeit eingerichtete “Besorgungsservice” kaum angenommen wird und er stellt über den Grund durchaus lesenswerte Vermutungen an.
Und im übrigen bekennt er:

“Ganz offen gesagt: Ich fühle mich sehr vereinsamt. Ein Bibliothekschef ohne seine Bibliothek und ohne seine Mitarbeiter fühlt sich doch ein Stück weit seiner selbst entfremdet.”(“Der Westen”)

Im Artikel wird weiters geschrieben, dass Ronald Schneider jahrelang für den Bibliotheksumbau gekämpft hatte, aber bei der Eröffnung bereits in Pension sein wird.


Bibliothek dreht Klimaanlage ab

“Drinnen quirlen zwei Ventilatoren die stickige Luft zwischen den Marmorsäulen. Die Klimaanlage, eigentlich nicht wegzudenken aus schwülheißen Ostküstensommern, läuft nur im Lesesaal mit den Kinderbüchern. Die Bibliothek muss Strom sparen.” (Der Standard)

Zum Glück ersparen wir in den Wiener Büchereien uns so eine Sparmaßnahme, weil es eh keine Klimaanlagen in den Zweigstellen gibt. Die Hauptbücherei hat zwar eine. Doch die wurde aus Ersparnisgründen zu klein dimensioniert. Wer dafür das Goldene Dienstsparschwein gekriegt hat, ist nicht bekannt, fällt wohl auch unter die Magistratsburka.



“Bibliothek der verbrannten Bücher” jetzt öffentlich zugänglich – in Augsburg

Die „Bibliothek der verbrannten Bücher“ ist nun in der Universität Augsburg erstmals der Öffentlichkeit zugänglich; der Lochhamer Sammler Georg P. Salzmann sieht sein Lebenswerk vollendet und ist glücklich darüber.
(merkur online)

Google, bitte kommen!


Der Wert der Arbeit toter Bibliothekare sprengt Googles Budget!

Das “Neue Deutschland”, ist gar nicht froh, dass die Altbestände der Wiener Nationalbibliothek von Google eingescannt werden. Aber nun zu unterstellen, dass das ehemalige Propagandaorgan der SED und die nun halt sonst irgendwie LINKE-links eingestellte Gazette nur an einer in realsozialistischen Zeiten lieb gewordene Gewohnheit fest halten möchte, dass Druckwerke nur einem exklusiven Kreis zugänglich bleiben sollen, wäre sowas von ungerecht!
In Wahrheit sorgt sich das den Klassenkampf nie aus den Augen verlierende Blatt erstens um den finanziellen Wert der in geordnete Drucksorten geronnenen Arbeit vieler Generationen emsiger BibliothekarInnen, ArchivarInnen etc., den Google nicht ausgleichen muss. Zweitens ist dem “Neuen Deutschland” die ganze Choose sowieso ein neoliberaler Dorn im Auge (dort wo der Klassenkampf wohnt) und drittens wird angeprangert, dass Öffentliches Gut privatisiert wird, indem dass nämlich Schriften, die bisher nur jenen vorbehalten sind, die in Wien wohnen oder einen Wienaufenthalt sich leisten können, nunmehr auch anderen zugänglich werden, nämlich allen, die eine Internetverbindung haben. Privatisierung in ihrer grausigsten Form also:

29.06.2010: Privatisierung kulturellen Erbes (Tageszeitung Neues Deutschland)

Die Zusammenarbeit läuft unter dem neoliberalen Label »Public Private Partnership«. Die Presseaussendung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) erklärt diese Art der Kooperation folgendermaßen: »Google finanziert die Digitalisierung, die ÖNB trägt die Kosten für die Vorbereitung der Bücher sowie für Speicherung und Zugänglichmachung«. Wohlweislich nicht Vertragsgegenstand ist der immense Aufwand, der in Jahrhunderten der Sammeltätigkeit betrieben worden ist. Generationen von Archivaren und Bibliothekaren, Juristen und Gesetzgebern haben dafür Sorge getragen, dass in Wien eine der größten Bibliotheken weltweit entstanden ist. Die Monetarisierung dieser Arbeit würde die finanziellen Mittel von Google sprengen. Also schenkt die Direktion der ÖNB den Bestand einfach her und sorgt noch dafür, dass die Bücher aus den Speichern zum – übrigens in Bayern ansässigen – Digitalisierungsunternehmen und wieder retour geschickt werden.

Bereits das Wortungetüm »Public Private Partnership« verrät, worum es bei solchen Geschäften geht. Öffentliche – in diesem Fall kulturelle – Infrastruktur wird privatisiert.

In Tat und Wahrheit hat die ÖNB mit der Unterschrift unter den Vertrag kulturelles Erbe an einen privaten Nutzer verschleudert. Daran ändert auch dessen Werbetext nichts, wonach »die freie Zugänglichkeit ein demokratischer Vorgang« sei. Denn zum einen waren die Werke auch zuvor frei zugänglich, und zum zweiten hat sich Google damit für billiges Geld Wissen angeeignet, das in vielfacher Hinsicht verwertet werden kann.


Nationalbibliothek: Unabhängige GewerkschafterInnen erreichen Mehrheit

“Bestehen wir daher gemeinsam darauf, dass MitarbeiterInnenförderung in unserem Haus selbstverständlich wird und wir nicht als Kostenfaktor, sondern als Kostbarkeitsfaktor betrachtet werden.”

schrieben die KollegInnen der “Betriebsrat aktiv – Unabhängige GewerkschafterInnen” (BRAK-UG) in ihrer Wahlaussendung.

Die BRAK/UG ist
eine parteiunabhängige Gruppe und zählt sich wie die KIV zu den parteiunabhängigen GewerkschafterInnen. Daher das Kürzel UG, das auch bei der KIV/UG zu finden ist.

Bei der Betriebsratswahl
waren rund 380 KollegInnen wahlberechtigt. Bei einer Wahlbeteiligung von fast 80 Prozent erhielt die

1. BRAK/UG 44,52 Prozent der Stimmen, 3 Mandate,
2. FSG-Liste erreichte 30,74 Prozent, 2 Mandate,
3. FCG-Liste 24,73 Prozent, 2 Mandate.

Ein toller Erfolg für die KollegInnen der Liste BRAK/UG, die somit die FSG als stimmenstärkste Liste im Betriebsrat ablöst.

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) ist
auch ein ausgegliedertes Unternehmen im Öffentlichen Dienst. In der ÖNB arbeiten BeamtInnen, Vertragsbedienstete und privatrechtlich Beschäftigte – vergleichbar mit dem Wien Museum (Museen der Stadt Wien).

Alternative zu Parteilisten

Dieser Wahlerfolg zeigt auch den Wunsch der KollegInnen, in den ausgegliederten “Unternehmen” des Öffentlichen Dienstes endlich eine Alternative zu den Parteilisten der SPÖ und der ÖVP zu haben.
(Quelle: KIV)


Faymann in der Wien-Bibliothek

Profil deckt auf:

Der Bürgermeister (…) hatte sogar einmal Werner Faymann aus der Bibliothek im Rathaus kommen sehen, damals, als der Werner noch ganz frisch sein Amt als Wohnbaustadtrat angetreten hatte und in den ersten Wochen überall hinfand, nur nicht in die Kantine.


Nebensächliches wie Internet-Terminals in Büchereien

In Helge’s Blog ist zu den eineinhalb Jahre geschlummert habenden Ergebnissen der sogenannten Internet-Offensive u.a. zu lesen:

Vor allem im Bildungsbereich stehen da viele sinnvolle Dinge drin. Andere Bereiche bleiben unklar: Zur Verbesserung der Breitbandversorgung ist nur Nebensächliches wie Informationskampagnen, verbilligte Sozialpakete und Internet-Terminals in Büchereien zu finden.

Was auch immer unter Neben- oder Hauptsächlichkeiten gemeint sein wird, Tatsache ist, dass die Büchereien und Bibliotheken in dieser Frucht des aus einem “nationalen Schulterschluss” geborenen Geistes nur marginal vorkommen. “Büchereien” überhaupt nur einmal:

Öffentliche Zugänge mit optionalen Beratern schaffen
Um allen Bevölkerungsgruppen die Teilhabe an der Informationsgesellschaft zu ermöglichen, sind freie Zugänge zum Internet bei öffentlichen Knotenpunkten (z. B. bei Behörden, AMS, Büchereien etc.) einzurichten. Dort stehen auch Berater zur Verfügung, die Menschen im Umgang mit dem Internet schulen.

Den Schulterschließern dürfte entgangen sein, dass in den größeren Büchereisystemen Österreichs der freie Zugang zu Internetarbeitsplätzen schon seit geraumer Zeit und kostenlos möglich ist. Konsequenterweise wird daher in der Auflistung der zu diesem Thema bestehenden Initiativen zwar den Pensionsversicherungsanstalten, den Terminals der Wiener Linien u,.a., aber nicht den Büchereien Erwähnung getan. Nebensächlichkeiten eben.

Die allgemeinen Feststellungen der Initiative (PDF) sind zum einen der übliche Bullshit, zum anderen ein Sammelsurium bereits bestehender, wünschenswerter oder bereits in Umsetzung begriffener Maßnahmen (kein Wunder, stammt das Ganze ja aus dem Jahr 2008), die dem selbst gesteckten Ziel, die österreichische Internetaktivitäten an die Spitze zu hieven, Genüge tun sollen. Etliche sind, wie Helge festgestellt hat, unfreiwillig komisch.
Putzig finde ich auch: “Maturaprüfung mit Laptops (auch mündlich) soll Standard werden
Kriminalistisch dagegen: “meinungsbildende Personen identifizieren und sie ausbilden
Eher gefährliche Drohung: “Schaffung eines zentralen Zugangsportals für BürgerInnen“.
Dass es der Initiative im Abschnitt “Netkultur” ein Anliegen ist, “Formate für Industrie (zu) finden“, klingt irgendwie nett und schal.
Und schließlich sorgen sich die Initiatoren auch um die Lagerung ihrer Vorschläge, daher fordern sie auch, ein
“Nationalmuseum der Netzkultur einzurichten”.

Ins Nationalmuseum der Netzkultur, die sie meinen, gehört wohl auch das Geschlechterverhältnis der an diesem Prozess Beteiligten.
Zurecht werden für die verschiedenen, thematisch orientierten Arbeitsgruppen SchirmHERREN genannt (gekürzt auf Vornamen unter Weglassung von Titeln und Institutionen):

Bildung und Generationen (Schirmherr Thomas), Gesundheit und Soziales (Schirmherr Rudolf I), Kultur und Medien (Schirmherr Rudolf II), Sicherheit und Konsumentenschutz (Schirmherr Mathias), Wirtschaft, Infrastruktur und e-Government (Schirmherr René), Wissenschaft und Forschung (Schirmherr Peter), Green ICT (Schirmherr Dietmar).

Hinter den sich selbst als “beste Köpfe” bezeichnenden Schirmherren stehenden UPC, Hewlett-Packard, Arbeiterkammer, WKO – Fachverband Telekom/Rundfunk, Uni Wien, Nokia Siemens.

Der einzigartige nationale Schulterschluss (“Österreich-Faktor” ) findet eine wunderbare Fortsetzung im “Kompetenzzentrum Internetgesellschaft“, für den Hanspeter Lehofer die schöne Abkürzung KoZIG gefunden hat. Um die Internationalität dieses Kompetenzzentrums zu illustrieren und die Kompetenzen zu bündeln, könnte man es am besten in der Nähe eines anderen Kompetenzzentrums ansiedeln, dem “Kompetenzzentrum für aufenthaltsbeendende Maßnahmen“.
In dieser kreativen Umgebung kann auch das gemeinsame Ziel optimal verwirklicht werden, wie es Robert Hackl von Tele 2 im Begleitvideo so erfrischend benannt hat:

“die Internetpenetration in Österreich zu erhöhen und voranzutreiben”


 
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