Alle Beiträge mit dem Tag ‘BibliothekarInnen’

Das Kostüm der Bibliothekarin

Stella: Was sind Sie von Beruf?
Sally: Bibliothekarin.
Stella: Na ja, der Bücherstapel in Ihren Händen weist darauf hin. Mir geht es jetzt um Ihr Kostüm. Ein Kostüm kann subtil oder aufdringlich wirken, wenn es auf einen Beruf hinweisen soll. Sie tragen eine bunte Bluse und weiße Strümpfe. Eigentlich sind das zu viele Requisiten, aber Ihre Kleidung wirkt einfach nicht stimmig. Sie hat die falschen Farben. In Ihnen sehe ich keine Bibliothekarin. Sie sollten keine bunten Sachen tragen. Die Bücher sind das, was Farbe hereinbringt. Sie sollten hinter ihnen verschwinden

Aus: Stella Adler, Die Schule der Schauspielkunst. The Art of Acting. 22 Lektionen.


Bibliothekarische Zukunft wie sie war

It could be the last time: Wiederholung der erfolgreichen Veranstaltung von Monika Bargmann und Robert Buchschwenter: “Lesen auf der Enterprise” in der Wien Bibliothek:

Von der mächtigen Oberbibliothekarin Zarvora bis zum
Roboter-Bibliothekar, von den Jedi-Archiven bis zur USS Enterprise
Library, vom Kabinett von Saraogh auf Zentapher bis zur zerebralen
Bibliothek – ein audiovisueller Ausflug zu utopischen Bibliotheken und
 phantastischen BibliothekarInnen.
Textpassagen und Filmausschnitte illustrieren, wie sich Autorinnen und
Autoren phantastischer Literatur die Aufgaben und Fähigkeiten von
Bibliothekspersonal, die Veränderung der Speichermedien und
Bibliotheken als Räume und Organisationen vorstellen. Die Bibliothek
der Zukunft taucht dabei unter anderem als Bedrohung für die
MachthaberInnen, als Gedächtnis verschwundener Kulturen, als
Verwaltungszentrale und als Pforte zwischen Wirklichkeit und Fiktion
auf. In utopischen Erzählungen vergangener Jahrzehnte werden auch
technische Entwicklungen wie DVDs, Suchmaschinen und Computernetze
vorweggenommen. Und BibliothekarInnen treten als Roboter, als Klone,
als Hologramme auf, die sich allerdings zum Großteil gewisse Klischees
aus der Gegenwart über die Jahrhunderte bewahren.

Ein Vergnügen für BibliothekarInnen aus Vergangenheit und Zukunft sowie praktische Orientierungshilfe für BibliotheksbenutzerInnen von gestern und morgen!

Ort und Zeit: 16. Juni 2009, 19 Uhr, Wienbibliothek im Rathaus,
Musiksammlung, Bartensteingasse 9, 1. Stock, 1010 Wien, freier Eintritt.

http://www.wienbibliothek.at/veranstaltungen-und-ausstellungen/veranstaltungen/enterprise.html


Bibliothekarin muss pünktlich sein

Gerade gefunden bei John Dos Passos: Das Land des Fragebogens. 1945: Reportagen aus dem besiegten Deutschland:

Der Bürgermeister war ein drahtiger, weißhaariger Mann, seine Züge schienen wie aus Granit gemeißelt. Ein alter Sozialdemokrat, den die Amerikaner irgendwo in der Abstellkammer gefunden und entstaubt hatten.
Der Captain hatte dafür gesorgt, daß mehrere Kinosäle geöffnet würden. Er hatte dafür gesorgt, daß der Berliner Pianist, der im Kreis Konzerte geben wollte, die Erlaubnis dazu bekam, vorausgesetzt, er hatte die richtigen Antworten auf seinen Fragebogen geschrieben. Er würde demnächst die öffentliche Bücherei wiedereröffnen.
Ganz offenbar machte es ihm Freude, diesen anständigen Leuten hier endlich auch einmal einige gute Nachrichten überbringen zu können. Darauf stießen wir an. Wir setzten uns aus den deutschen und englischen Worten die Geschichte zusammen, die sie uns über die Bücher der Bücherei zu erzählen versuchten. Um die Zeit der Bücherverbrennungen war es den Einwohnern dieses Ortes gelungen, ungefähr 300 Bände verschwinden zu lassen. Einer mauerte seine Bibliothek mit einer Backsteinwand zu. Und alle diese alten Bücher der Vornazi-Zeit würden jetzt wieder zugänglich werden.
“Schön, sagen Sie der Bibliothekarin, sie soll morgen früh um elf in meinem Büro sein”, sagte der Captain. “Wir werden dann alles regeln … und keine Sekunde später … wenn sie will, daß ihre Bücherei öffnet, hat sie Interesse, pünktlich zu sein.”


In einer “Bibliothekarinnennation”

meint Tom Schaffer zu sein, weil ihm dieses widerfuhr:

Ich war gerade Fußball spielen. Wurde dabei mit dem Sicherheitsdienst konfrontiert. Eine keifende Bibliothekarin rief ihn. Und während sie auf ihn wartete, machte sie sich noch die Freude, uns anzufauchen.

Ich denke, mit ein bißchen Fauchen und Sicherheitsdienst rufen läßt sich noch keine Nation machen. Da sind die Dunklen Bibliothekare schon ein wenig weiter. Und vermutlich verändern wir uns eher von einer Hausmeister- in eine Blockwartnation als in eine andere.


Hauts die Pensionisten raus!

Noch ehe die Wirksamkeit der neuen   Bücherei-Standards begonnen hat, sind auf Weisung der Leitung bereits die pensionierten BibliothekarInnen, welche in der Hauptbücherei eingeschriebenen sind,  aus dem “Personalstatus” rausgeworfen worden.
Wenn eine dieser KollegInnen im Ruhestand das nächste Mal Bücher entlehnen will, wird ihnen wohl eine Hilfskraft mitteilen, dass ihre Jahreskarte abgelaufen ist und sie nunmehr die Jahresgebühr zu berappen hätten.
Die pensionierten KollegInnen werden da noch an einen Irrtum glauben wollen und darauf hinweisen, dass sie zur Personal-Kategorie gehören.
Nixda, wird ihnen beschieden werden: Zahlen oder gehen!
Gelebter Privilegienabbau mit menschlichem Antlitz also.

Es trifft allerdings nicht alle BüchereipensionistInnen: sowohl dem ehemaligen Leiter der Hauptbücherei als auch dem vorletzten Leiter der Wiener Büchereien, obwohl ebenfalls Pensionisten, sowie einigen anderen Gleicheren wurde der Personal-Status belassen. Wie auch (weisungsgemäß?) dem ehemaligen Abteilungsleiter und der derzeitigen Stellvertretenden Leiterin der MA 13 (inzwischen wurden diese beiden aber von unbekannter Hand gelöscht).
Da in den anderen Büchereien der Privilegienabbau vorläufig noch nicht so rasant betrieben wird, wurde von ZweigstellenmitarbeiterInnen einigen der pensionierten Hauptbücherei-BibliothekarInnen  der Personal-Status wieder verliehen.

Im Übrigen verstößt die Pensionisten-raus-Aktion in der gewählten Vorgangsweise gegen das Personalvertretungsgesetz, wie aus unten stehender Offener Mail an den Vorsitzenden des zuständigen Dienststellenausschusses zu entnehmen ist. Allerdings hat dieser auch nach dem angeforderten Erhalt der entsprechenden Unterlagen  noch nichts von sich hören lassen …

13. 4. 09. An den Vorsitzenden des Dienststellenauschusses 6
es scheint, als hätte die MA 13 wieder einmal “vergessen”, die Personalvertretung über eine die Bediensteten betreffende Maßnahme zu informieren.

Mit 1. Mai 09 soll im Rahmen des Wirksamwerdens der neuen Büchereien-”Standards” die derzeitige Gebührenbefreiung von Büchereibediensteten teilweise, von BüchereipensionistInnen zur Gänze aufgehoben werden.
Im Detail:
Aktive Bedienstete: Einführung von Mahngebühren.
PensionistInnen der Büchereien: Streichung der bisherigen Gebührenbefreiung.

Hier handelt es sich eindeutig um die Änderung einer freiwilligen Sozialleistung durch den Dienstgeber, zu dem die Personalvertretung ihre Zustimmung erteilen muss.
Anbei die entsprechende Gesetzesstelle in geraffter Form.

Ich nehme nicht an, dass du von der MA 13 einen diesbezüglichen Antrag erhalten hast.
Daher bitte ich dich, im Sinne des Personalvertretungsgesetzes tätig zu werden.

§ 39 Wiener Personalvertretungsgesetz
(2) Folgende Maßnahmen bedürfen … der Zustimmung der Personalvertretung:
5. Gewährung und Änderung freiwilliger Sozialleistungen durch den Dienstgeber …
(3)
1. Der Magistrat hat rechtzeitig, spätestens aber zwei Wochen vor der Entscheidung oder Antragstellung an das zuständige Gemeindeorgan …
b) … die beabsichtigten Maßnahmen der Personalvertretung schriftlich zur Kenntnis zu bringen;
Äußert sich die Personalvertretung nicht innerhalb zweier Wochen, so gilt dies als Zustimmung,
4. Setzt der Magistrat eine Maßnahme, ohne seinen Verpflichtungen nachzukommen, so kann er von dem zuständigen Organ der Personalvertretung aufgefordert werden, die gesetzte Maßnahme aufzuheben


Nicht ohne meine Weisung

Wir kennen sie alle, die Bücher, die ungefähr heißen wie “Vom Weizenkorn zur Brotvergiftung”, vom “Spermadings zum Wimmerlagenten” oder “Von der Weintraube zum Komasuff” – also den Weg von einem Ursprung hin zur Vollendung behandeln.
Und was will uns da gelehrt werden? Dass diese ganz einfachen Dings, die Magenkrämpfe, das pubertierende Monster und der Vollrausch nur auf dem ersten Blick ein einfaches Unmittelbares sind. In Wahrheit aber das Produkt eines langen, oft schmerzhaften Prozesses.

So auch die Buchentlehnung in einer Bücherei.
Wobei hier weniger der Weg des materiellen Substrats interessiert – also der vom Fetzentandler zur Schmähschrift etwa -, sondern die Bedingungen des Entlehnakts.
Was hat an gesellschaftlichen Prozessen stattfinden müssen, damit BüchereibenutzerInnen das Begehrte entgegennehmen und BibliothekarInnen ihre punktuelle Erfüllung finden können?
Da wir in Wien sind, lautet die Frage so:
Wie schaut die Weisungskette aus, welche die BibliothekarInnen befähigt, ihr Geschäft zu verrichten?

In einer Büchereizweigstelle ist es die Büchereienzweigstellenleitung,
die sagt, wo und wie es lang geht. Klingt selbstverständlich, ist es aber von der Sache her nicht. Es macht einen Unterschied, ob der jeweiligen MitarbeiterIn die volle Selbstverantwortung bei der Erledigung des konkreten “Geschäftsfalls” zugestanden wird, oder ob die frontofficigen BibliothekarInnen nur als Emanationen der Leitung agieren.
In der Regel ist der Unterschied nicht zu erkennen, in Einzelfällen, etwa wenn es um die Wahrnehmung der Befugnis zur Niederschlagung von Verspätungsgebühren geht, gelegentlich schon. Manchesmal ist es gut, wenn bibliothekspolizistig veranlagte Untergebene in ihrer Büchereiordnungswut eingedämmt werden; wenn solchermaßen Veranlagte aber die Leitung einer Zweigstelle inne haben, versetzt dies sozialer agierende Mitarbeiterinnen gelegentlich in den Zähneknirschmodus. Ist aber eher selten.

Eine Bücherei ohne Personal ist nichts.
Daher hat der Herrgott den “Personalisten” gesandt, der Personal zuteilt, abzieht, auf Vertretungen schickt, Beförderungen, Remunerationen und Kündigungen einreicht, sowie nie vorkommende Streits in Büchereiteams durch Versetzungen (“Sprudelprinzip”) zu lösen versucht.
Für diese himmlische Aufgabe werden keine Engel abgesondert, nicht mal gefallene, sondern Fachbeamte, welche nichts sind ohne ihre Weisungsgebundenheit.
Im Falle der Wiener Büchereien ist es die Weisungsgebundenheit gegenüber der Büchereienleitung, gegenüber dem Personalreferat in der Magistratsabteilung 13 und auch die Herren vom Personalamt und Magistratsdirektion können einen Personalisten beuteln, wie es ihnen beliebt. Das Büro des zuständigen Stadtrats sowieso. Aber die beuteln eh alle.

Eine Bücherei ohne Öffentlichkeit ist wie ein Fußballer ohne Stadion.
Daher übermittelt das Öffentlichkeitsarbeitsreferat der Büchereien eben diesen die Anordnungen der Öffentlichkeitsabteilung der MA 13.
Diese wiederum holt sich ihre Vorgaben vom Presse- und Informationsdienst (PID) der Stadt Wien. Jenem Nest, in dem Jubelbroschüren und Politikerhagiographien hergestellt werden. Dieser PID weiß genau, was zu tun ist. Weil es ihm Die Partei sagt. Nicht als Weisung, sondern weil im PID nur solche sitzen, die Partei sind.
Und der PID weiß, dass nächstes Jahr Gemeinderatswahlen sind.

Der Weg zur virtuellen Bücherei ist mit Medien gepflastert

Daher braucht es ein Lektorat und eine Einkaufsabteilung, welche diese Pflasterung vornimmt. Was wie eine Serviceleistung für die einzelnen Büchereien ausschaut, hat im innersten Kern Weisungscharakter: es gibt Vorgaben über den Selbstankauf, über die Verteilung des Büchereibudgets, über die Auswahl der Buchhandlungen und über die Art und Weise der Abwicklung. Das Lektorat ist dem Bibliothekarischen Leiter der Büchereien gegenüber weisungsgebunden. Aber sonst recht frei. Von oben veranlasste Zensurierung des Medienbestands hat es seit urdenklichen Zeiten nicht gegeben.
Vorbei sind die Zeiten, in denen der Büchereienfama nach ein bekannter österreichischer Schriftsteller in seiner Funktion als Lektor der Wiener Büchereien Nabokovs “Lolita” mit den Worten “Ein Meisterwerk, aber nichts für unsere Leser” aus dem Büchereibestand aussperrte.
Die letzte mir bekannte Zensurierung war eine Selbstzensur in den 70ern: Als in einer Lektoratsbeschluss-Sitzung auch Erica Jongs “Angst vorm Fliegen” zum Serien-Ankauf bestimmt werden sollte, fiel dem damaligen Direktor der Büchereien beim Durchblättern gerade jene Stelle ins Auge, in der die Autorin einen Empfang beim Bürgermeister der Stadt Wien schilderte und die Frau des Bürgermeisters mit einem mit Fäkalien gefüllten Strumpf verglich. Der Direktor wusste, dass Erica Jong die Bürgermeistersfrau mit der für die Büchereien verantwortlichen Stadträtin verwechselt hatte und entschied mit den Worten: “Des hoid ma politisch ned aus”, dieses Buch nicht für die Büchereien anzukaufen.
Da dieser Vorfall dank anderer Mitglieder des Lektorats rasch die Runde machte, stand Erica Jong bald in etlichen Büchereiregalen, angekauft von Spendengeldern der einzelnen Zweigsstellen. Mangels Vernetzung erfuhr die Zentrale aber nichts von dieser Bestandserweiterung.
Es war übrigens kein Zufall, dass der Direktor der Büchereien gerade auf diese Stelle gestoßen war. Denn das Buch war zuvor durch die Hände der Lektoratsmitglieder gegangen, die einander auf diese Zeilen aufmerksam gemacht hatten, sodass sich der Band wie von selbst dort öffnete.

Ehe ich mich weiter in die Geschichteln der Wiener Büchereien verliere, und etwa zu erklären beginne, warum früher die Büchereienleiter “Direktoren” hießen und heute nicht, schließe ich mal.


(Weisungen folgt)




Büchereien-Standards sehr wohl

Büchereienstandards sind ein nützlich’ Ding.
Bibliothekspolizisten schätzen sie als  immer bereiten Argumentations-Colt im Vorschriften-Holster beim Fremdkontakt mit dem Lesergut.
Büchereianarchisten brauchen Büchereien-”Standards” ebenso, nur umgekehrt – denn auch sie möchten wissen, gegen welche Vorschriften sie eigentlich verstoßen. So viel Ordnung muss sein.
Das bisherige “Standards”-Regelwerk der Büchereien ist nun gründlich überarbeitet und erneuert worden, und soll mit 1. Mai in Kraft treten.
Regelwerke haben den Reiz der schmucklosen Sachlichkeit an sich und es scheint kein Zufall zu sein, dass das Büchereien-Regelwerk ausgerechnet am 9. April, dem CSS-Naked-Day, den Bediensteten zur Kenntnis gebracht wurde (mit der Installierung des Referats “Virtuelle Bücherei” scheinen auch die Wr. Büchereien zunehmend im Rhythmus des Web 2.0 zu agieren).

Ein rundum wertfreies Büchereien-Regelwerk, auf jeder Seite im der Sachlichkeit verpflichteten Beamten-Hochdeutsch gehalten also.

Auf jeder Seite? Nicht ganz.

Im Abschnitt “Gebühren fürs Personal” lädt der Halbsatz

“Die Konditionen sind generell gebührenfrei, …”

noch zum Nachdenken über das Hieramts-Deutsch und seine sprachlichen Feinheiten ein, doch dann dringt Leben pur in eben dieses:

“… mit Ausnahme der Versäumnisgebühren, die sehr wohl zu entrichten sind.”

Da hat sich offenbar jemand dringend Luft machen müssen.
Dem reichte es nicht, einfach festzustellen, dass künftig auch Büchereibedienstete Verspätungsgebühren zu zahlen haben (was sie bisher nicht mussten), sondern sie haben sie “sehr wohl zu entrichten”.

Dahinter steckt natürlich eine Geschichte.
Es war immer selbstverständlich gewesen, dass Büchereibedienstete von allen Gebühren befreit waren (es geht sogar die Mär um, dass es nicht wenige BibliothekarInnen gibt, die diesen Beruf gewählt haben, um der Schuldenfalle der Versäumnisgebühren zu entrinnen).
Dass die beruflichen Anforderungen eine möglichst gute Kenntnis der Medien verlangen, ist offenkundig; und dass Pflicht und Neigung hier miteinander korrespondieren, ist eher als Feature und nicht als Bug anzusehen – wenn man nicht, wie in der Geschichte aus Brechts Flüchtlingsgesprächen, der Auffassung eines “Freiers” ist, welcher einer Prostituierten den Lohn nicht zahlen wollte, weil sie Anzeichen von Wollust gezeigt hatte.

Eines Tages ist irgendeinem Selbstzensur in irgendeiner Abteilung im Magistrat – angeblich war es diesmal nicht die MA 13 – aufgefallen, dass in der Gebührenordnung der Büchereien, die vom Gemeinderat genehmigt wird, keine Regelung für Bedienstete aufscheint. Also gibt es keine. Also haben die Bediensteten “sehr wohl” Gebühren zu entrichten, also auch Jahres-, Vormerk-, AV-Medien- und eben auch Mahngebühren .

Als die Leitung der Büchereien in einer Bedienstetenversammlung diesen Sachverhalt sichtlich verlegen mitteilte, gab es umgehend einen Sturm der Entrüstung und es wurde versprochen, das zu reparieren und es sei leider blöd gelaufen das alles.

Dann geschah monatelang nichts, bis im Zuge der neuen Bücherei-Standards die Gebührenfreiheit weiter gewährt wird, aber als Kompromiss Versäumnisgebühren eingeführt werden.

Dass dem heftige Debatten zwischen Büchereileitung und Controllingabteilung der MA 13 vorangegangen sind, ist nicht nur anzunehmen, sondern steht fest.
Dass die Controller-Haltung, die am liebsten auf den zusätzlichen Einnahmequell durch volle Vergebührung der Bediensten nicht verzichten wollte, in der Kompromissformel so ein richtig menschliches Antlitz kriegt, ist putzig.

In einem gab es keinen Kompromiss: Wenn Büchereibedienstete in Pension gehen, müsen sie ab nun die volle Gebühr bezahlen. Denn was sie sich nunmehr an Kenntnissen aneignen sollten, kommt dem Magistrat nicht mehr zugute.

Womit wir wieder bei den “Flüchtlingsgesprächen” Brechts und bei der Zuhältermentalität wären.


Das wärmt des Bibliothekars rotes Herz

danke an Monika Bargmann für diesen Link!


Lob des Archivars

“… Dass der Akt gefunden wurde, beruhte offenbar einmal mehr auf der Eigeninitiative des langjährigen Staatsarchiv-Mitarbeiters Rudolf Jerabek.

Jerabek hatte Ende März im Staatsarchiv bereits jenen Aktenteil über die Causa gefunden, der als “Fall Mittwoch” für Schlagzeilen sorgte. Darin wurde der damalige Fernsehdirektor Zilk als “Informator” des kommunistischen tschechoslowakischen Geheimdienstes geführt.

In dem “Mittwoch”-Akt fand Jerabek auf Seite drei den handschriftliche Verweis auf eine Aktenzahl des Innenministeriums (“D-70.171/79″).
Es brauchte seinen Hinweis auf den Vermerk, damit das Innenministerium schließlich seinen eigenen Akt wiederfand.”

Quelle: http://orf.at/090404-36892/36893txt_story.html


Lesen auf der Enterprise. Ein audiovisueller Ausflug ins Fiktive

“Whenever the Enterprise made rendezvous with any other starship or starbase, or returned to Starfleet Command, the ship’s librarian automatically requested updates and upgrades for all library sections, freely trading whatever unclassified information was requested in exchange. The Enterprise also routinely gathered libraries from other sources as well, particularly from whatever alien cultures they encountered in their patrols” (David Gerrold: The galactic whirlpool. Bantam 1997, S. 81)

Von Batgirl bis zum Roboter-Bibliothekar, von den Jedi-Archiven bis zur USS Enterprise Library, von der Stadt der träumenden Bücher bis zur zerebralen Bibliothek – ein audiovisueller Ausflug zu utopischen Bibliotheken und phantastischen BibliothekarInnen von Monika Bargmann und Robert Buchschwenter.

Donnerstag, 12. März, 19.30 Uhr

Wienbibliothek im Rathaus, Lesesaal

1010 Wien, Eingang Lichtenfelsgasse 2, Stiege 6 (Lift), 1. Stock

hingehen und genießen!


 
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