nicht schlecht, Kontrolleure sind d…

nicht schlecht, Kontrolleure sind den Kontrollierten gegenüber Weisugnsgebunden, Ermittlugnsergebnisse werden "outgesourced" und alles landet beim Grafen Ali.
Wer schützt uns vor dem Innenministerium?
Übersicht ÖVP-naher Player im und rund ums Innenministerium


Twittern für den Kanzler und andere österreichische Vereinbarkeiten

  • Faymann, Werner    bestellte in seiner Zeit als Wiener Wohnbaustadtrat für den Leiterposten der “Wiener Wohnen Hausbetreuung” seinen alten Freund Herbert Jansky.
  • Jansky, Herbert    musste später wegen Misswirtschafts von seinem Postens zurücktreten. Er ist der Bruder des damaligen Faymannschen Pressesprechers, Wolfgang Jansky.
  • Jansky, Wolfgang    ist heute Geschäftsführer der Gratiszeitung Heute. Seine Lebensgefährtin ist Elvira Franta.
  • Franta, Elvira,    frühere Mitarbeiterin des PID der Stadt Wien, ist heute für die Inseratenvergabe des Kanzleramts zuständig und Pressesprecherin von Josef Ostermayer.
  • Ostermayer, Josef    ist Medien-Staatssekretär und langjähriger Vertrauter von Kanzler Werner Faymann.
  • Faymann, Werner, Kanzler,    ist verheiratet mit einer Wiener Landtagsabgeordneten, Martina Ludwig-Faymann.
  • Ludwig-Faymann, Martina    wurde von Wolfgang Jansky ein Job für eine Zeitschrift vermittelt. Diese gehört zum faktischen Mehrheitseigentümer von Heute, Günther Havranek.
  • Havranek, Günther    wird nachgesagt, dass er bei Heute nur der Strohmann ist für die Familie Dichand.
  • Dichand, Hans,    der inzwischen verstorbene Gründer der Kronenzeitung, war mit Werner Faymann eng befreundet (“Onkel Hans”) und pushte ihn durch seine Redakteure in seine jetzige Position.
  • Dichand, Eva    ist Herausgeberin und Geschäftsführerin von Heute. Sie ist die Frau des Miteigentümers der Kronenzeitung, Christoph Dichand.
  • Dichand, Christoph    ernannte – just zu der Zeit, als der Kanzler einer neue Pressesprecherin Arbeit und Brot im Kanzleramt gab – einen neuen innenpolitischen Redakteur der Kronenzeitung: Claus Pándi.
  • Pándi, Claus    ist ein enger Freund von Josef Ostermayer und verheiratet mit Angelika Feigl.
  • Feigl, Angelika    war jene neue Pressesprecherin von Kanzler Werner Faymann, bis sie aufgrund eines blöden Fehlers in die zweite Reihe zurücktreten musste. Nach einer durch Günther Havranek durchgeführten Umstrukturierung der SPÖ-Zentrale darf sie aber für den Kanzler twittern.
Falls ihr nichts einfällt, kann sie ihren Mann ja bitten, ihr aus dem Fundus von Wolf Martin auszuhelfen, und es in die Twitterbeschränkung einzupassen, etwa so:
Einige Links zum Thema:

Vom diskreten Charme des RFID

Stadtbibliothek Oberhausen: Wählerischer Bücherei-Automat
Apparat außer Betrieb! Derweil stehen an der Verbuchungstheke Bibliotheksnutzer mit Bücherstapeln vor den zwei Mitarbeitern, und denen wiederum steht trotz der sonst ruhigen Vormittagsstunden der Schweiß auf der Stirn. „Das ist wirklich sehr ärgerlich, dass die Technik nicht funktioniert.“ Auch die Kunden sind alles andere als begeistert. „Das ist schlecht. Ich leihe hier viel aus. Wenn es jetzt schon Probleme gibt, ist das unerfreulich“, regt sich ein Bibliotheksnutzer auf.
Wenn ich bedenke, wie oft die MitarbeiterInnen und die BenutzerInnen der Wiener Büchereien schon vor einer solchen Situation gestanden sind und immer wieder stehen, und darüber jedesmal berichtet werden würde – die Medien wären voll davon. Da in Wien derzeit alle restlichen Büchereien mit sogenannter “Stapelverbuchung” auf RFID-Basis versehen werden, ist daran zu erinnern, dass auch bei Normalbetrieb entgegen den Versprechungen der Firmen keineswegs alle Medien problemlos verbucht werden können. Wie auch die Oberhausener BibliothekarInnen feststellen konnten:
Ab einem gewissen Metallanteil funktioniert die Technik nämlich nicht. Pakete mit vielen CDs oder etwa das glänzende Guinnessbuch zieht der Apparat nicht ein. „Den größten Teil unserer rund 120 000 Medien nimmt der Automat an, aber wir wollen auf 90 Prozent“
So viele CDs braucht es gar nicht, dass es nicht oder nur nach mehreren Versuchen funktioniert. Oft reicht schon eine und das System streikt. Dass überdies als Standard bei der Selbstverbuchung vorausgesetzt wird, dass die BenutzerInnen die CDs aus ihren Verankerungen einzeln herausnehmen müssen, um sie auch verbuchen zu können, entspricht nicht gerade einem sozusagen “optimierten Kundenservice”. Jedenfalls scheint eine Erfolgsquote von 90%, wie die Oberhausener erhoffen, für die Wiener Büchereien ein nicht zu erreichendes Ziel zu sein. Bei der Einführung der Selbstverbuchungsgeräte in mehreren Zweigstellen vor ca. einem halben Jahrzehnt hatte sich herausgestellt, dass Geräte und Leitungen zu schwach für einen funktionierenden Betrieb waren. Fast vier Jahre lang mussten BibliothekarInnen und LeserInnen leiden, bis ihnen a) geglaubt wurde, dass es nicht so funktioniert wie beim Trockentraining und b) bis die Geräte ausgetauscht und die Leitungen verstärkt wurden. *) Auch danach ist die Nutzung der Selbstverbucher im überschaubaren Rahmen geblieben: Mit Ausnahme von Hauptbücherei, Philadelphiabrücke und Favoritenstraße, wo der Anteil 60% sein soll, pendelt er in den anderen, mit SV-Geräten ausgestatteten Zweigstellen zwischen 5 und 18%. Inzwischen hört man aus den eben auf RFID umgestellten Zweigstellen ein erstes gepresstes “Das soll eine Erleichterung sein?” … Die bisherigen Erfahrungswerte seit Einführung von RFID in den Büchereizweigstellen sind jedenfalls:
  • BenutzerInnen gehen nur ungern zur Selbstverbuchung, weil sie zumeist sowieso eine an der Theke zu erledigende Angelegenheit haben; da die Theken nunmehr schwächer besetzt sind, werden die Wartezeiten eher länger.
  • Die Thekenverbuchung ist mit RFID langsamer als mit Barcode, wie alle, die mit beiden Systemen gearbeitet haben, bestätigen.
  • Für die Büchereibediensteten wird es anstrengender, mehr Konzentration ist erfordert, die Augen werden mehr belastet, übereinstimmend erzählen die meisten von Kopfschmerzen, und überreizten Nerven und Schlafstörungen im Anschluss an einen Verbuchungsarbeitstag.
  • Die zahlreichen Alarmauslösungen zeugen nicht von erhöhter Diebsstahlsbereitschaft, sondern von Fehlfunktionen und nerven zusätzlich.
Hauptsache es wird – da die Leitung von fiktiven Personalersparnissen ausgeht – Personal frei, auch wenn es nur in den Zellen von Exceltabellen existiert. *)  Zum Thema siehe auch:

Danksagung eines Marx-Biographen und die Selbstreferenzialität zweier Textstellen

Im Anschluss an seine gut zu lesende Marx-Biographie dankt der Autor Francis Wheen naturgemäß allen möglichen Institutionen und Personen und schließt mit der ebenso üblichen Deklaration der Verantwortung für die Endfassung:
Jegliche Irrtümer bei Tatsachen oder Interpretationen gehen selbstverständlich allein auf das Konto meiner geliebten Söhne Bertie und Archie.
Möchte gerne wissen, was die Söhne angestellt haben ;-) Bei dem Vergleich zweier Marxscher Textstellen produziert der Autor sowas wie eine fraktale Dynamik, da der Inhalt der im Abstand von 15 Jahren geschriebenen Sätze auch auf ihre eigene Abfolge bezogen gesehen werden kann. Die erste Stelle stammt aus einem Romanfragment, “Skorpion und Felix“:
Jeder Riese, also auch jedes Kapitel von 20 Zeilen sezt aber einen Zwerg, jedes Genie einen ledernen Philister, jeder Aufruhr der Meere Schlamm und, sobald die ersten verschwinden, beginnen die lezteren, nehmen Platz am Tische und strecken gewaltsam ihre langen Beine aus. Die ersten sind zu groß für diese Welt, drum werden sie hinausgeworfen. Die lezteren dagegen schlagen Wurzeln in ihr und bleiben, wie man sich denn aus Thatsachen überzeugen kann, denn der Champagner läßt einen bleibenden, widerlichen Beischmack, der Held Cäsar den Schauspieler Oktavian, der Kaiser Napoleon den Bürgerkönig Ludwig Philipp, der Philosoph Kant den Ritter Krug, der Dichter Schiller den Hofrath Raupach, der Himmel Leibnitz die Schulstube Wolf ….
Die zweite Stelle ist der Beginn eines der brillantesten Texte Marxens, des “Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte“:
Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Caussidière für Danton, Louis Blanc für Robespierre, die Montagne von 1848-1851 für die Montagne von 1793-1795, der Neffe für den Onkel. (…) (Wenn die Menschen) damit beschäftigt scheinen, sich und die Dinge umzuwälzen, noch nicht Dagewesenes zu schaffen, gerade in solchen Epochen revolutionärer Krise beschwören sie ängstlich die Geister der Vergangenheit zu ihrem Dienste herauf, entlehnen ihnen Namen, Schlachtparole, Kostüm, um in dieser altehrwürdigen Verkleidung und mit dieser erborgten Sprache die neuen Weltgeschichtsszene aufzuführen. So maskierte sich Luther als Apostel Paulus, die Revolution von 1789-1814 drapierte sich abwechselnd als römische Republik und als römisches Kaisertum, und die Revolution von 1848 wußte nichts besseres zu tun, als hier 1789, dort die revolutionäre Überlieferung von 1793-1795 zu parodieren.
Eine – ja auch bei fraktalen Gebilden entstehende – Abweichung besteht allerdings: Bei den zitierten Textabschnitten stellt der erste eher die Farce dar, der zweite die Tragödie, die im Gewand einer Farce auftritt. Fraglich bleibt für mich, welchen Erkenntniswert die Feststellung der Ereignisverdopplung hat. Außer, dass sich massenhaft, auch aktuellste Beispiele für solche finden lassen und vieles scheinbar Neues ungeheuer schal schmeckt. Was ja meine Frage fast schon beantwortet hat ;-)

Verbrämung, Vorstufe oder Vorhut? Der Antisemitismus.

Wenige Tage nach Fekters unsäglichem Gequatsche, dass die Judenverfolgung in Wahrheit eine Verbrämung des Hasses auf “Ähnliches” wie Banken und Reiche gewesen sei, fand ich zufällig eine erstaunliche Parallele in einer Biographie über Eduard Bernstein. Da ging es um den Kampf der deutschen Sozialdemokratie gegen den von bürgerlichen Parteien bewusst forcierten Antisemitismus am Ende des 19. Jahrhunderts. Das August Bebel zugeschriebene Wort, dass der Antisemitismus “der Sozialismus der dummen Kerle” sei, war Parteimeinung. Allerdings hatte ich dies immer als eine klare, unübersteigbare Trennlinie zwischen Sozialdemokraten und Antisemiten, welcher Klassenangehörigkeit auch immer, verstanden. Tatsächlich wurde dies von den führenden Sozialdemokraten jener Zeit aber anders gesehen. So schrieb Bernstein in einem Artikel in der “Neuen Zeit” 1893 (fett nicht im Original):
Bei den Massen des Volkes wird der Antisemitismus nur da Anhang gewinnen, wo die Sozialdemokratie noch nicht Licht in die Köpfe gebracht hat (…) Er ist das Zwischenglied, das sich zwischen Sozialismus und die reaktionären Parteien schiebt – scheinbar als Damm gegen den ersteren, thatsächlich als Vorstufe für denselben.
Dieser Gedanke, dass Antisemitismus unentwickeltes sozialistisches Bewusstsein sei, wird ungefähr zu dieser Zeit auch in einer Parteibroschüre ausgeführt:
Und die Antisemiten? … Sie bilden die Vorhut der Sozialdemokratie, indem sie in Kreise eindringen, die der letzteren noch nicht zugänglich sind. Durch die Behauptung, die Juden seien die Ursache alles sozialen Elendes, veranlassen sie ihre Anhänger, über diese Ursachen nachzudenken und bewirken dadurch die Entstehung von Klassenbewusstsein in rückständigen Volksschichten.

(Ludwig Knorr, Sozialdemokratischer Katechismus [sic!] für das arbeitende Volk. 1894)

Natürlich läßt sich diese Illusion der Sozialdemokratie vor über 100 Jahren nicht mit der Dummheit von Fekter vergleichen, aber in beiden Fällen wird von der Annahme ausgegangen, dass sich “hinter” dem Antisemitismus etwas anderes verbirgt bzw. das eigentliche Ziel des Angriffs sei. Was bei den Sozialdemokraten ein historischer Irrtum war, ist bei der heutigen Politikerin eine ahistorische Verharmlosung des Antisemitismus.
Damit nicht mehr im Zusammenhang, aber ebenfalls aufschlussreich: Gut zwanzig Jahre und einen Weltkrieg später zeigte sich, dass manche von Bebels “dummen Kerle” sich mit der Zeit zwar der SPD angeschlossen hatten, aber weiter in ihrer geistigen “Vorstufe” verharrten. Wobei es sich dabei um hochrangige Parteimitglieder handelte, wie aus der im selben Buch über Bernstein behandelten Auseinandersetzung am SPD-Parteitag 1919 ersichtlich wird. Bernstein hielt eine Rede, in welcher er sich – auch als Signal gegen den deutschen Nachkriegsnationalismus – für eine Annahme des Versailler Vertrags aussprach, sowie das Selbstbestimmungsrecht Elsaß-Lothringens und die Wiederherstellung Polens in den Grenzen vor der 1. Teilung befürwortete. Seine auch heute noch aktuellen Schlussworte waren:
Wir wollen aufräumen mit all dem Plunder der alten Diplomatie, des alten Systems. Unsere Außenpolitik muß eine rückhaltlose internationale Politik sein. Das wird die beste Politik sein für unser Volk. Es wird die beste Politik sein für Europa, für die große Familie der Völker, der ganzen Kulturwelt.
Zu diesen Sätzen gab es Beifall, doch ansonsten hagelte es harrsche Kritik von den Parteifreunden, etwa von Scheidemann, der Bernstein vorwarf, er sei
in der Beurteilung der Gegner [sic!] geradezu ein Engel der internationalen Gerechtigkeit, aber für die Deutschen ein Advokat des Teufels. Er stellt uns schlimmer dar, als das durch unsere schlimmsten Feinde geschehen könnte.
Das war aber nur ein Vorgeschmack, denn jetzt marschierten die “dummen Kerle” auf. Ein Adolf Braun  griff gleich in die Vollen:
Genosse Bernstein, Sie müssen uns schon gestatten, daß wir Ihnen jetzt einmal ganz offen sagen, was wir von der Art Ihres Wesens denken. Sie müssen einmal hören, daß wir Ihnen in der talmudistischen Methode Ihrer Politik nicht folgen können.
Der spätere Reichskanzler Hermann Müller setzte hinzu:
… Man darf eben nicht alle Dinge unter dem Gesichtspunkt des Rabbiners von Minsk behandeln, wenn man aktuelle Politik zu machen hat.
Was waren das für Zeiten gewesen, als die Sozialdemokratie in den 80er Jahren des damals vorigen Jahrhunderts bei den Berliner Kommunalwahlen mit der Nominierung von Paul Singer, einem jüdischen Kaufmann, offensiv der Hetze getrotzt hatten. Mit Erfolg: Singer wurde in seinem Bezirk mit absoluter Mehrheit gewählt. Womit wir wieder in der Gegenwart wären, in der es auch um Hetze gegen Mitmenschen geht und um die Entscheidung der Sozialdemokratie, ob man sich ihr beugen oder gegen sie vorgehen soll.

Ziemlich fies – als die “Times” zum ersten Mal mit der Zylinderschnellpresse gedruckt wurde.

Grad gelesen: Nach seiner Erfindung der Zylinderschnellpresse gelang es Friedrich Koenig den Besitzer der “Times” als Abnehmer zu gewinnen:
Am Abend des 28. November 1814 war es so weit. Den Druckern im Pressensaal der ‘Times’ ging die Weisung zu, “bis auf weiteres mit dem Einheben der Zeitungsformen zu warten, das Eintreffen höchst wichtiger Nachrichten vom Kontinent stehe in Aussicht.” Inzwischen ließ man Koenigs dampfbetriebene Presse im Nebengebäude anlaufen, und am nächsten Morgen lag die erste maschinengedruckte Nummer der ‘Times’ vor. Um sechs Uhr in der Frühe betrat John Walter, der Besitzer der ‘Times’, den Saal, in dem die Drucker noch immer auf die “wichtige Nachricht” warteten. Die schon gedruckte Ausgabe in der Hand, verkündete er ihnen, “sie könnten jetzt nach Hause gehen, denn die Zeitung sei bereits auf ihren neuen, glücklich vollendeten Maschinen mit Hilfe des Dampfes fertig gedruckt.”
Quelle: Michael Spehr, Maschinensturm. Protest und Widerstand gegen technische Neuerungen am Anfang der Industrialisierung