1.
Leben ist Austausch von productiver Lebensthätigkeit. Der Körper jedes leben­digen Wesens, z. B. des Thieres, der Pflanze, des einzelnen Menschen, ist, weil das Medium des Austausches der productiven Lebensthätigkeit dieses oder jenes Wesens, sein unveräußerliches Lebensmittel, Medium seines Lebens, daher diejenigen Organe des Körpers, welche die Centralpunkte des Austausches, auch seine edelsten, unver­äußerlichsten Organe sind, z. B. Hirn und Herz. — Was von den Körpern der kleinen, das gilt auch von den Körpern der großen Individualitäten, und es gilt sowohl von den unbewußten, den sogenannten Weltkörpern, wie von den bewußten, den sogenannten socialen Körpern. — Die Atmosphäre der Erde, das unveräußerliche Medium des Austausches der irdischen Productionen, ist das irdische Lebenselement, die Sphäre, in welcher die Menschen ihre sociale Lebensthätigkeit mit einander aus­tauschen — nämlich der Verkehr in der Gesellschaft — ist das unveräußerliche sociale Lebenselement. Die einzelnen Menschen verhalten sich hier als bewußte und bewußt handelnde Individuen zur Sphäre des Austausches ihres gesellschaftlichen Lebens, wie sie sich als unbewußte Individuen, als Körper, zur Sphäre des Aus­tausches ihrer körperlichen Lebensthätigkeit, zur Atmosphäre der Erde verhalten. Sind sie von ihrem socialen Lebensmedium getrennt, so können sie eben so wenig leben, wie sie, von ihrem körperlichen Lebensmedium getrennt — wenn ihnen ihre Lebensluft entzogen ist — körperlich leben können. Sie verhalten sich zum ganzen Gesellschaftskörper, wie die einzelnen Glieder und Organe zum Körper des ein­zelnen Individuums sich verhalten. Sie sind todt, wenn sie von einander getrennt werden. Ihr wirkliches Leben besteht nur im gegenseitigen Austausch ihrer pro­ductiven Lebensthätigkeit, nur im Zusammenwirken, nur im Zusammenhang mit dem ganzen gesellschaftlichen Körper.
2.
Der gegenseitige Austausch der individuellen Lebensthätigkeit, der Verkehr, die gegenseitige Erregung der individuellen Kräfte, dieses Zusammenwirken ist das wirk­liche Wesen der Individuen, ihr wirkliches Vermögen. Sie können ihre Kräfte nicht realisiren, verwerthen, verwirklichen, bethätigen, sie bringen es gar nicht zum Leben, oder (wenn sie es bereits zum Leben gebracht haben) sterben wieder ab, dafern sie ihre Lebensthätigkeit nicht gegenseitig, im Verkehre mit den Genossen der­selben Gemeinschaft oder mit den Gliedern desselben Körpers, austauschen. — Wie die Luft der Erde die Werkstätte der Erde, so ist der Verkehr der Menschen die humane Werkstätte, in welcher die einzelnen Menschen zur Verwirklichung, Bethätigung ihres Lebens oder Vermögens kommen. Je stärker ihr Verkehr, desto stärker ist auch ihre Productionskraft, und solange der Verkehr beschränkt, ist auch ihre Productionskraft noch beschränkt. Ohne ihr Lebensmedium, ohne Austausch ihrer individuellen Kräfte, leben die Individuen nicht. Der Verkehr der Menschen entsteht nicht etwa aus ihrem Wesen; er ist ihr wirkliches Wesen, und zwar ist er sowohl ihr theoretisches Wesen, ihr wirkliches Lebensbewußtsein, wie ihr praktisches, ihre wirk­liche Lebensthätigkeit. Denken und Handeln gehen nur aus dem Verkehr, dem Zu­sammenwirken der Individuen hervor — und was wir mystisch „Geist“ nennen, ist eben diese unsere Lebensluft, unsere Werkstätte, dieses Zusammenwirken. Jede freie Thätigkeit — und es gibt keine andere, als freie Thätigkeit, denn was ein Wesen nicht aus sich selbst heraus, also frei wirkt, ist gar keine, wenigstens nicht seine, sondern eines andern Wesens That; also jede wirkliche, praktische wie theoretische, Lebensthätigkeit — ist ein Gattungsact, ein Zusammenwirken verschiedener Indi­vidualitäten. Dieses Zusammenwirken erst verwirklicht die Productionskraft und ist demnach das wirkliche Wesen eines jeden Individuums.
3.
Das menschliche Wesen, der menschliche Verkehr, entwickelt sich, wie jedes Wesen, im Verlaufe einer Geschichte durch viele Kämpfe und Zerstörungen hindurch. Das wirkliche Wesen, das Zusammenwirken der Individuen der menschlichen Gattung, hat, wie alles Wirkliche, eine Entwickelungs- oder Entstehungsgeschichte. Die sociale Welt, die humane Organisation, hat ihre Naturgeschichte, ihre Genese, ihre Geschichte der Schöpfung, wie jede andere Welt, wie jeder andere organische Körper. Die Natur­geschichte der Menschheit hatte aber begonnen, als die der Erde vollendet war, als nämlich die Erde ihre letzte und höchste Organisation, den Menschenkörper, und somit alle ihre körperlichen Organisationen, bereits producirt hatte. Die Natur­geschichte der Erde, welche, nach der Ansicht der Geologen, wohl viele Millionen Jahre gedauert hatte, ist schon seit vielen Jahrtausenden aus und beschlossen; die Erde ist vollendet. Die Naturgeschichte der Menschheit dagegen ist bis jetzt noch nicht zu Ende; wir leben noch immer im Kampfe. Die Menschheit ist noch nicht vollendet; aber sie ist ihrer Vollendung nahe. Schon sehen wir in der Ferne das gelobte Land der organisirten Menschheit; schon können wir es mit unsern Augen erreichen, dieses Land der Verheißung, auf welches die ganze bisherige Geschichte der Mensch­heit hindeutet — obgleich wir es noch nicht mit Füßen betreten können. — Falsch ist es, in der Vollendung der Naturgeschichte, im Ende der Schöpfungsgeschichte der Menschheit das Ende der Menschheit selbst, ihren „jüngsten Tag“ zu erblicken — eine optische Täuschung, welcher von jeher diejenigen unterworfen waren, die sich keine andere Wirklichkeit, als die bestehende denken konnten — obgleich die be­stehende sie nicht befriedigte, sie daher eine andre wünschten — und die eben deßhalb im Untergange ihrer schlechten und im Aufgange einer bessern Welt den Untergang der Welt und den Anfang des Jenseits erblickten. — Auch diejenigen sind noch dieser Täuschung des „jüngsten Tages“ unterworfen, die zwar an kein besseres Jenseits, aber auch an kein besseres Diesseits, als das gegenwärtig bestehende glauben — die das christliche Dogma von der Unvollkommenheit des Diesseits, aber ohne die Trö­stung des Jenseits, zum ihrigen machen — die von einem unendlichen Fortschritte träumen und kein anderes Ende desselben annehmen, keine andere Vollendung, als den Tod oder irgend ein lebloses Phantom, das sie „Geist“ nennen. — Auch sie, die Philosophen, gehören zu denen, die sich keine andere Wirklichkeit, als die bestehende schlechte, denken können — gehören zu dem antediluvianischen Gethier, welches im Untergange der alten Welt seinen eignen Untergang, in der vollendeten Organisation der Menschheit nur den Tod erblickt — weil ein richtiger Instinct ihnen sagt, daß sie selbst einen wesentlichen Bestandtheil der alten, untergehenden, schlechten Wirk­lichkeit bilden.—Wenn die vorsündfluthlichen Ungeheuer — welche die Erde vor ihrer Ausbildung, vor ihrem reifen Alter, in ihren „Flegeljahren“, erzeugt hatte — Bewußtsein gehabt hätten, so würden sie ganz in derselben Weise, wie unsre Philosophen, Theologen und Pfaffen, raisonnirt und renommirt haben. Auch sie würden an keine höheren Schöpfungen, an keine vollendeten Erdengebilde, an keine Menschen geglaubt haben; auch sie würden mit dem Untergange des vorweltlichen Ungeziefers den Untergang der Welt herannahen zu sehen geglaubt haben. —So wenig aber, wie mit der vollendeten Gestalt der Erde das Ende, vielmehr der Anfang ihres wirklichen Lebens gekommen ist, ebenso wenig kommt mit der vollendeten Gestalt der Menschheit, d. h. mit ihrer Vollkommenheit, das Ende derselben, im Gegentheil erst ihr wahrer Anfang.
4.
Eine Nothwendigkeit in der menschheitlichen Entwickelung, in der Bildungs- oder Naturgeschichte, nothwendig in der Schöpfungsgeschichte der Menschen, ist ihre gegenseitige Zerstörung, welche hervorgeht aus dem Widerspruche ihres Ver­kehres innerhalb ihrer Vereinzelung. — Die Entstehungsgeschichte des humanen Wesens oder der Menschheit erscheint zunächst als Selbstzerstörung dieses Wesens. Die Menschen opferten sich schon ihren himmlischen und irdischen Götzen, lange bevor es noch eine himmlische und irdische, religiöse und politische Ökonomie gab, die es rechtfertigte. Sie zerstörten sich, weil sie sich im Anfange nur als vereinzelte Individuen erhalten, weil sie nicht als Glieder eines und desselben organischen Gan­zen, als Glieder der Menschheit, harmonisch zusammenwirken konnten. Wäre schon von vornherein ein organisirter Productenaustausch, eine organisirte Thätigkeit, ein Zusammenwirken Aller möglich gewesen, so hätten die Menschen freilich ihre geistigen und materiellen Bedürfnisse sich nicht als einzelne Individuen auf eigne Faust, durch rohe Gewalt oder raffinirten Betrug, sich abzuringen oder zu er­werben brauchen, so hätten sie ihre geistigen und materiellen Güter nicht außer sich zu suchen nöthig gehabt, so hätten sie sich durch sich selbst ausbilden, nämlich ihre Fähigkeiten in Gemeinschaft bethätigen können. Das heißt aber so viel, als: kämen die Menschen als ausgebildete humane Wesen zur Welt, so brauchten sie keine Bil­dungsgeschichte durchzumachen. Mit andern Worten: Hätte die Menschheit nicht mit vereinzelten Individuen begonnen, so hätte sie die egoistischen Kämpfe um ihre ihr noch fremden und äußerlichen Güter nicht durchzukämpfen nöthig gehabt. —Wir können jetzt, am Ende dieses brutalen Kampfes um das eigne Wesen, jetzt, wo unser Wesen, theoretisch wenigstens, ausgebildet ist, allerdings eine Menschengesellschaft ohne Selbstzerstörung denken und in’s Leben einführen, eine vernüftige, organische menschliche Gesellschaft mit mannichfaltigen, harmonisch zusammenwirkenden Productionen, mit mannichfaltigen organisirten Wirkungskreisen, welche den verschiede­nen Lebensrichtungen, den mannichfaltigen Thätigkeiten des Menschen entsprechen, so daß jeder ausgebildete Mensch seine Fähigkeiten und Talente nach Beruf und Nei­gung in der Gesellschaft frei bethätigen kann. Jetzt können wir es; denn jetzt ist das menschliche Vermögen, das menschliche Wesen (die Production und die Communication der Consumtion der Producte zum Behufe der ferneren Production) bis zum Überflüsse entwickelt. Die Naturkräfte stehen dem Menschen nicht mehr als fremde und feindliche gegenüber; er kennt und verwendet sie zu menschlichen Zwecken. Die Menschen selbst rücken sich täglich näher. Die Schranken des Raumes, der Zeit, Religion und Nationalität, die Schranken der Individuen fallen krachend zusammen, ein Schrecken für den bornirten, eine Wonne für den gebildeten Menschenfreund! Wir brauchen nichts mehr, als die Lichtatmosphäre der Freiheit anzuerkennen, nichts mehr, als die Wächter der Nacht abzuschaffen, um uns allesammt freudig die Hände drücken zu können. Ja, jetzt ist die Menschheit mündig; Nichts hindert sie, ihre Erb­schaft, die Frucht der Sklavenarbeiten und elementarischen Kämpfe vieler Jahr­tausende, endlich anzutreten! Ihr gegenwärtiges Elend selbst beweist dies wohl am Schlagendsten; denn es ist nicht eine Folge des Mangels, sondern des Über­flusses an Productionsvermögen. England dringt in die entferntesten Winkel der Erde, um Consumenten zu suchen; aber die ganze Erde ist oder wird bald ein zu kleiner Markt für seine Productionen, die fortwährend in geometrischer Progression steigen, während seine Consumenten in arithmetischer Progression zunehmen, so daß die Malthus’sche Theorie — nach welcher bekanntlich die Consumenten in geometri­scher, die Producte nur in arithmetischer Progression zunehmen sollen — recht eigentlich die Umkehrung der Wahrheit ist. — Ja wohl, jetzt sind die Menschen zum vollständigen Genüsse ihrer Freiheit oder ihres Lebens reif. — Nicht so im Anfange. Das menschliche Productionsvermögen mußte erst ausgebildet, das humane Wesen entwickelt werden. Es waren anfänglich nur rohe Individuen, wo die einfachen Ele­mente der Menschheit, welche entweder noch nicht mit einander in Berührung kamen und, wie die Pflanzen, ihre Nahrung, ihre leiblichen Bedürfnisse ganz unmittelbar von der Erde erhielten, oder nur so mit einander in Berührung kamen, daß sie in einem brutalen, thierischen Kampfe ihre Kräfte austauschten. Die erste Form des Produktenaustausches, des Verkehres, konnte daher nur der Raubmord, die erste Form menschlicher Thätigkeit nur die Sklavenarbeit sein. — Auf dieser Basis des historischen Rechtes, die noch unangefochten, konnte es zu keinem organisirten Austausch, konnte es nur zu einer Verschacherung der Producte kommen — und dahin ist es dann gekommen. — Die auf der historischen Basis fußenden Gesetze haben nur den Raubmord und die Sklaverei geregelt, haben nur, was im Anfange zufällig, bewußt- und willenlos geschah, zur Regel, zum Princip erhoben. Die bisherige Ge­schichte ist nichts als die Geschichte der Regelung, der Begründung, der Durch­führung, der Verallgemeinerung des Raubmordes und der Sklaverei. — Wie es zu­letzt dahin gekommen ist, daß wir Alle ohne Ausnahme und in jedem Momente unsere Thätigkeit, unsere Productionskraft, unser Vermögen, uns selber verschachern — daß der Kannibalismus, der gegenseitige Raubmord und die Sklaverei, mit dem die Geschichte der Menschheit begonnen hatte, zum Principe erhoben wurde — und wie erst aus dieser allgemeinen Ausbeutung und univ ersellen Leibeigenschaft die organische Gemeinschaft hervorgehen kann — das soll im Folgenden nachgewiesen werden.
5.
Das Individuum zum Zweck erhoben, die Gattung zum Mittel herabgewürdigt: das ist die Umkehrung des menschlichen und des natürlichen Lebens überhaupt. Der Mensch opfert mit Bewußtsein sein individuelles Leben dem Leben der Gattung, wenn eine Collision zwischen beiden eintritt. Selbst die noch nicht denkenden Wesen, die Thiere, welche empfinden, vergessen ihren Instinct der Selbsterhaltung, ihren Selbst­erhaltungstrieb, wo dieser mit ihrem Selbsterzeugungstrieb, mit ihrem Gattungswesen oder Productionsinstinct in Collision geräth. Die Liebe, wo sie auch immer erscheint, ist mächtiger, als der Egoismus. Die Henne geht einen ungleichen Kampf ein, wenn sie ihre Küchlein gegen Angriffe vertheidigen muß. Katzen hungern freiwillig Tage lang, um ihren Gattungstrieb befriedigen zu können, auch aus Gram über den Verlust ihrer Jungen, die ihnen gewöhnlich von grausamen Menschen geraubt werden. Die Natur ist nur immer auf die Selbsterzeugung, auf Erhaltung des Gattungslebens, der eigentlichen Lebensthätigkeit bedacht. — Die Individuen sterben immer in der natürlichen Weltordnung, und zwar fangen sie an abzusterben von dem Augenblicke an, wo sie aufgehört haben, zeugungsfähig zu sein. Bei manchen Individuen aus der Thierwelt ist sogar der Hochzeitstag der Sterbetag. Beim Menschen, der auch durch sein Denken, Fühlen und Wollen einen Gattungsact verrichten kann, ist das allmälige Schwinden aller seiner Geisteskräfte der sichere Vorbote seines natürlichen Todes. — Auf diese Weltordnung ist die natürliche Weltanschauung begründet, welche in der Gattung das Leben selbst, im Individuum dagegen nur das Mittel zum Leben erblickt. Die umgekehrte Weltanschauung herrscht dagegen im Zustande des Egoismus, weil dieser Zustand selbst der einer verkehrten Welt ist. — Unsern Philistern, unsern christlichen Krämern und jüdischen Christen, ist das Individuum Zweck, das Gattungsleben dagegen Mittel des Lebens. Sie haben sich eine aparte Welt für sich geschaffen. — Theoretisch ist die klassische Gestalt dieser verkehrten Welt der christliche Himmel. In der wirklichen Welt stirbt das Individuum, im christlichen Himmel lebt es immer fort; im wirklichen Leben bethätigt sich die Gat­tung im Individuum und mittelst desselben, im Himmel lebt das Gattungswesen, Gott, außerhalb der Individuen, und nicht diese sind das Medium, durch welches Gott sich bethätigt, durch welches das Gattungswesen lebt, sondern umgekehrt, ver­mittelst Gottes leben die Individuen. Das Gattungswesen ist hier zum Mittel für das Leben der Individuen herabgewürdigt; das christliche „Ich“ braucht seinen Gott; es braucht ihn für seine individuelle Existenz, für seine heilige, unsterbliche Seele, für sein Seelenheil. „Wenn ich nicht der Unsterblichkeit theilhaftig zu werden hoffte, dann würde ich mich weder um Gott, noch um die ganze Dogmatik kümmern.“ — In diesen wenigen Worten, welche von einem sehr frommen Manne herrühren, ist das ganze Wesen des Christenthums enthalten. Das Christenthum ist die Theorie, die Logik des Egoismus. — Der klassische Boden der egoistischen Praxis dagegen ist die moderne, christliche Krämerwelt — auch ein Himmel, auch eine Fiction, auch ein eingebildeter, vermeintlicher, Vortheil für das individuelle Leben, ent­sprungen aus der krankhaften, egoistischen Aberwitzheit der depravirten Mensch­heit. — Das Individuum, wrelches nicht durch sich für die Gattung, sondern durch die Gattung für sich allein leben möchte, muß sich auch praktisch eine verkehrte Welt schaffen. In unsrer Krämerwelt ist daher praktisch, wie im christlichen Himmel theoretisch, das Individuum Zweck, die Gattung nur Mittel des Lebens. Das Gattungsleben bethätigt sich hier ebenfalls nicht im Individuum und mittelst desselben; es ist auch hier, wie im Himmel, außerhalb der Individuen gesetzt und zum Mittel derselben herabgewürdigt; es ist hier das Geld. Was der Gott für’s theoretische Leben, das ist das Geld für’s praktische Leben der verkehrten Welt: das entäußerte Vermögen der Menschen, ihre verschacherte Le­bensthätigkeit. Das Geld ist der in Zahlen ausgedrückte menschliche Werth — es ist der Stempel unsrer Sklaverei, das unauslöschliche Brandmal unsrer Knecht­schaft — Menschen, die sich kaufen und verkaufen können, sind eben Sklaven. Das Geld ist der geronnene Blutschweiß der Elenden, die ihr unveräußerliches Eigen­thum, ihr eigenstes Vermögen, ihre Lebensthätigkeit selbst zu Markte tragen, um dafür das caput mortuum derselben, ein sogenanntes Capital einzutauschen und kannibalisch von ihrem eignen Fette zu zehren. — Und diese Elenden sind wir Alle! Wir mögen uns theoretisch noch so sehr von dem verkehrten Weltbewußtsein emancipiren, so lange wir nicht auch praktisch aus der verkehrten Welt heraus sind, müssen wir, wie es im Sprichwort heißt, mit den Wölfen heulen. Ja, wir müssen unser Wesen, unser Leben, unsere eigene, freie Lebensthätigkeit fortwährend veräußern, um unsere elende Existenz fristen zu können. Wir erkaufen uns fortwährend unsere individuelle Existenz mit dem Verluste unserer Freiheit. — Und wohlverstanden, nicht etwa nur wir Proletarier, auch wir Capitalisten sind diese Elenden, die sich das Blut aus­saugen, sich selber aufzehren. Wir Alle können unser Leben nicht frei bethätigen, können nicht schaffen oder für einander wirken — wir Alle können unser Leben nur verzehren, können uns nur gegenseitig auffressen, wenn wir anders nicht verhungern wollen. Denn das Geld, das wir verzehren und um dessen Erwerb wir arbeiten, ist unser eigenes Fleisch und Blut, welches in seiner Entäußerung von uns erworben, erbeutet und verzehrt sein muß. Wir Alle sind — das dürfen wir uns nicht verhehlen— Kannibalen, Raubthiere, Blutsauger. — Wir sind es so lange, als wir nicht Alle für einander thätig sind, sondern Jeder für sich erwerben muß.
6.
Das Geld soll, nach den Principien der politischen Ökonomie, das allgemeine Tauschmittel, also das Lebensmedium, das menschliche Vermögen, die wirkliche Productionskraft, der wirkliche Schatz der Menschheit sein. — Wenn dieser entäußerte Schatz wirklich dem inneren entspräche, so wäre jeder Mensch gerade so viel werth, als er baar Geld hat oder Geldeswerth besitzt — und wie die consequente Theologie den Menschen nur nach dem Maaße seiner Orthodoxie, so dürfte die consequente Ökonomie ihn nur nach der Schwere seines Geldsackes schätzen. — In der That aber kümmert sich die Ökonomie, wie die Theologie, gar nicht um den Menschen. Die Nationalökonomie ist die Wissenschaft des irdischen, wie die Theologie die Wissen­schaft des himmlischen Gütererwerbs. Die Menschen aber sind ja keine Güter. Die Menschen haben für den rein „wissenschaftlichen“ Ökonomen und Theologen gar keinen Werth. — Wo dagegen diese beiden heiligen Wissenschaften angewendet werden, also in der Praxis unsrer modernen Krämerwelt, wird der Mensch wirklich nur nach seinem Geldsacke geschätzt — wie in der Praxis des christlichen Mittelalters, die theilweise noch florirt, nach seinem Glaubensbekenntniß.
7.
Das Geld ist das Product der gegenseitig entfremdeten Menschen, der entäußerte Mensch. Geld ist nicht das „edle Metall“ — wir haben jetzt mehr Papiergeld, Staats­- und Bankpapier, als Metallgeld — Geld ist, was da geltet für menschliche Productionskraft, für wirkliche Lebensthätigkeit des menschlichen Wesens. Capital ist daher nach der nationalökonomischen Definition: aufgehäufte, vorräthige Arbeit — und sofern die Production aus dem Austausche der Producte hervorgeht, ist das Geld der Tauschwerth. Was nicht vertauscht, was nicht verkauft werden kann, hat auch keinen Werth. Sofern die Menschen nicht mehr verkauft werden können, sind sie auch keinen Pfennig mehr werth — wohl aber, sofern sie sich selbst verkaufen oder „verdingen“. Die Ökonomen behaupten sogar, der Werth des Menschen steige in dem Maaße, als er nicht mehr verkauft werden könne und daher, um zu leben, sich selbst zu ver­kaufen genöthigt sei, und sie ziehen hieraus den Schluß, daß der „freie“ Mensch mehr „werth“ sei, als der Sklave. Ganz richtig. Der Hunger ist ein mächtigerer Trieb zur Arbeit, als die Peitsche des Sklavenbesitzers, und die Geldgier ein stärkerer Reiz für den Privateigenthümer, alle seine Kräfte aufzubieten, als das gnädige Lächeln des zufriedenen Herrn.—Die Nationalökonomen vergessen nur, daß der „Werth“ der „Freiheit“ in dem Maaße wieder abnehmen muß, je allgemeiner sie wird. Je mehr „freie“ Menschen sich zur Sklavenarbeit drängen, d. h. je feiler, desto wohlfeiler werden oder sind sie. Die leidige Concurrenz verdirbt den Preis der „freien“ Menschen — und es gibt in der That, auf der Basis des egoistischen Privaterwerbes, kein anderes Mittel, den „Werth“ des Menschen wieder zu heben, als die Wiederherstellung der Sklaverei.
Die antike Sklaverei ist die natürliche Form des auf den Raubmord begründeten menschlichen Verkehrs; sie ist auch die menschlichste. — Natürlich und menschlich ist’s, daß man sich nur unfreiwillig verkaufen läßt. Es ist dagegen unnatürlich und unmenschlich, daß man sich selbst freiwillig verkauft. Zu diesem Höhepunkt der Nie­derträchtigkeit, der Unnatur und Unmenschlichkeit, hat es nur die moderne Krämer­welt mittelst des Christenthums, der Unnatur par principe, bringen können. Der Mensch mußte erst das menschliche Leben verachten lernen, um sich desselben freiwillig zu entäußern. Man mußte erst verlernen, das wirkliche Leben, die wirk­liche Freiheit als ein unschätzbares Gut zu betrachten, um dieselbe feil zu bieten. Die Menschheit mußte erst die Schule der Leibeigenschaft durchmachen, um der Sklaverei principiell zu huldigen. — Unsere modernen Krämer sind die würdigen Nachkommen der mittelalterlichen Leibeigenen, wie diese Letzteren, die christlichen Sklaven, die würdigen Nachkommen der heidnischen. Wie die romantische Leib­eigenschaft eine potenzirte antike Sklaverei, so ist die moderne, christliche Krämer­welt eine potenzirte romantische Leibeigenschaft. Die Alten hatten die Entäußerung des menschlichen Lebens noch nicht zur christlichen Selbstentäußerung, die Zerfallenheit der menschlichen Gesellschaft noch nicht in’s Bewußtsein, dieses Fac­tum noch nicht zum Princip erhoben. Die Alten waren naiv; sie nahmen das, was im Wesen der Welt lag, in der sie sich bewegten (und in der wir uns gegenwärtig noch bewegen) — die Entäußerung der Menschen — unbefangen hin. Wie die Religion das Menschenopfer, das sie erheischt, von den Alten gebracht bekam, so hatte auch die Politik das ihrige bekommen, ohne daß man diese Barbarei „wissenschaftlich“ zu begründen und vor dem noch schlummernden bösen Gewissen gleißnerisch zu be­schönigen suchte. — Als dieses erwachte, entstand das Christenthum. Das Christen­thum ist die Sophistik des erwachten bösen Gewissens der depravirten Menschheit, ist der Befreiungsversuch von den Vorwürfen dieses bösen Gewissens. Aber der Christ befreit sich nicht dadurch vom Gewissensbiß, daß er die verelendete Menschen­welt aus ihrem Elende befreit, sondern dadurch, daß er sich einredet, dieses mensch­liche Elend sei nichts Verkehrtes, vielmehr etwas Rechtes, das wirkliche Leben sei von Rechts wegen das äußerliche, die Entäußerung des Lebens der Normalzustand der Welt überhaupt. — Der Christ unterscheidet zwischen dem „innern“ und „äußern“ Menschen, d. h. zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit. Der menschliche „Geist“, d. h. der Rest, der übrig bleibt, wenn alles „Leibliche“ abgezogen ist — und was da übrig bleibt, ist unsichtbar, weil es eben Nichts ist — der menschliche „Geist“ also ist das heilige und unveräußerliche Leben des Menschen; der menschliche „Leib“ aber ist das unheilige, schlechte, verwerfliche, äußerliche und daher auch veräußerliche Leben. Der unwirkliche Mensch kann sich nicht als Sklave verkaufen; der wirkliche Mensch ist ohnehin ein verworfenes Ding, und er kann daher nicht nur, er soll im Elende sein: den Elenden ist das Himmelreich. — Die unmittelbare Folge dieser Lehre war, daß man die Sklaverei factisch bestehen ließ, sogar für gerechtfertigt hielt, nur daß man nicht mehr Menschen, sondern bloße Leiber verkaufte, — ein großer Fortschritt, aber ein Fortschritt — tiefer in den Morast hinein. Nachdem einmal das Princip der Verkäuflichkeit auf diese Weise gewonnen, war der universellen Leibeigenschaft, der allgemeinen, gegenseitigen und freiwilligen Selbstverschacherung unserer Krämer die Bahn gebrochen.
9.
Das Wesen der modernen Schacherwelt, das Geld, ist das realisirte Wesen des Christenthums. Der Krämerstaat, der sogenannte „freie“ Staat ist das verheißene Gottesreich, die Krämerwelt das verheißene Himmelreich — wie umgekehrt Gott nur das idealisirte Kapital, der Himmel nur die theoretische Krämerwelt. —. Das Christenthum hat das Princip der Verkäuflichkeit entdeckt. Um die Anwendung seines Princips hat es sich aber noch nicht bekümmert. Da ihm die Wirklichkeit das Schlechte und Nichtige war, so konnte es sich um die Wirklichkeit überhaupt nicht kümmern, also auch nicht um die Verwirklichung seines Princips. Es war ihm daher sehr gleichgültig, ob die Menschen sich wirklich veräußerten, d. h. Leibeigene, leib­liche Sklaven wurden. Diese „äußerliche“ Praxis überließ es den „äußerlichen“, „welt­lichen“ Machthabern. Und so lange auch diese noch in der theoretischen Entäuße­rung, im christlichen Glauben mehr oder weniger befangen waren, so lange auch diese es noch nicht zum praktischen Christenthum gebracht hatten, war die wirkliche Leibeigenschaft, trotz ihrer theoretischen Rechtfertigung, etwas rein Zufälliges. Das Christenthum hat in der Wirklichkeit zunächst Nichts in der classischen Skla­verei geändert; die existirende Sklaverei blieb — sie wurde nur mit einem Principe bereichert. Aber ein neues Princip ist ja keine neue Existenz, eine Unterscheidung, die unseren neuesten Christen, den letzten Philosophen, noch sehr geläufig ist. Wer kann sich auch über diesen Scharfsinn wundern? — Wird nur eine Theorie gegeben — das Christenthum hat aber, ähnlich der Philosophie, nur eine Theorie gegeben —. so wird das Verhältniß zur Praxis des Lebens gleichgültig; die Theorie ist eine „Wahr­heit“, die „ihrer selbstwegen“ gelehrt und gelernt, gegeben und aufgenommen wird, nicht der Anwendung wegen. Daher war es im Mittelalter ebenso zufällig, wie im Alterthum, ob ein Mensch wirklicher Sklave wurde, oder ob er in j.der wirklichen „Welt“ frei blieb. Der Unterschied zwischen der mittelalterlichen Leibeigen­schaft und antiken Sklaverei liegt nur in der Idee. In der Wirklichkeit dagegen war die erstere von der letzteren auch nicht um ein Haar verschieden. Sie war weder besser, noch schlechter. Konnte der Mensch im Mittelalter ebenso wenig, wie im Alterthum, vermöge seines Wesens Ansprüche auf wirkliche Freiheit machen — da man im Alterthum dieses Wesen noch nicht kannte und aus diesem Grunde nicht anerkannte, im Mittelalter aber das menschliche Wesen nur im „Geiste“ und in der „Wahrheit“, im göttlichen Jenseits, und aus diesem anderen Grunde nicht in der Wirk­lichkeit des Lebens anerkannte — so stellte man sich doch auch im Mittelalter so wenig, wie im Alterthum, die Aufgabe, den Menschen überhaupt, d. h. jeden Men­schen, zum wirklichen Sklaven zu machen. Es existirte daher auch hier, wie dort, noch etliche Freiheit; es gab im Mittelalter factisch, d. h. zufällig, wie im Alterthum, neben den „etlichen“ Menschen, die, wie Aristoteles meinte, zur Sklaverei „geboren“ seien, auch „etliche“ Freigeborne, „Wohlgeborne“, „Hochwohlgeborne“, „Hoch-geborne“. Die Leibeigenschaft war daher in der Wirklichkeit auch noch die natür­liche Form des auf den Raubmord begründeten Austausches. Die mittelalterliche Leibeigenschaft war in der Wirklichkeit keine Selbstentäußerung der Menschen und konnte es auch nicht sein; denn zum unmittelbaren, natürlichen Leibeigenen kann sich der Mensch ja nicht selber machen. Das unmittelbare Leben des Menschen, sein natürlicher Leib, kann nur von andern Menschen angeeignet werden. Zur un­mittelbaren Leibeigenschaft gehörten andere Menschen, welche keine Leibeigenen waren. Der Leibeigene des Mittelalters konnte keine Leibeigene besitzen; er besaß Nichts — besaß er doch seinen eigenen Leib nicht als Eigenthum — wie sollte er andere Leiber besitzen. — Hätten die Christen sich um die Gesetzgebung des Dies­seits bekümmert, so hätten sie bald einsehen müssen, daß die „weltlichen“ Zustände ihrem Principe noch widersprachen, daß hier noch viel zu viel „Natürlichkeit“ herrschte. Sie hatten sich aber nicht darum bekümmert, weil die Christen theore­tische Egoisten waren. — Als man jedoch im Laufe der Zeit aufgeklärt, praktisch wurde, und das Christenthum auch diesseits verwirklichen wollte; als man das „reine“ Christenthum anwenden, die „Idee“ realisiren wollte: da entdeckte man, daß die „geistige“ Freiheit und Gleichheit, die das Christenthum proclamirte, noch keines­wegs realisirt sei. Um die scharfsinnige Unterscheidung zwischen Leib und Geist auch in’s Leben einzuführen, mußte man noch viel scharfsinniger, als die blos theore­tischen Egoisten zu Werke gehen. Es mußte eine Form des socialen Lebens gefunden werden, in welcher die Entäußerung des Menschen sich eben so universell gestaltete, wie im christlichen Himmel. Die freien Geister ohne Leiber mußten auch diesseits er­scheinen — ein wahrhaft kolossaler Unsinn, den aber der Scharfsinn unserer christ­lich gebildeten modernen Gesetzgeber und politischen Ökonomen zu Tage gefördert hat. Das Christenthum ist in unserer Krämerwelt realisirt.
10.
Die modernen Gesetzgeber, welche als aufgeklärte und praktische Christen sich nicht bei der Gesetzgebung des Jenseits beruhigen konnten, sondern die christliche Welt, ihren Himmel, auf Erden haben wollten, mußten die seligen Geister des Him­mels diesseits zur Erscheinung bringen. Eine solche Geisterbeschwörung war aber keine Hexerei, es war Alles schon dazu vorbereitet, und die modernen Gesetzgeber konnten daher auch, obgleich sie keine Hexenmeister waren, die Beschwörung leicht zu Stande bringen. Man brauchte nur den factisch bereits vorhandenen Privatmenschen der (aus Leibeigenschaft hervorgegangenen) bürgerlichen Gesellschaft des Mittelalters, welcher Alles, was zu seinem Gattungsleben gehörte, von sich abgethan, abgezogen, abstrahirt und im Himmel, d. h. theoretisch, dem Gotte, — auf Erden, d. h. praktisch, dem Gelde vindicirt hatte — man brauchte nur diesen todten Rest des wirklichen Menschen, diese abstracte „Persönlichkeit“, heilig zu sprechen, zu sanctioniren: so war das geschlechtlose Individuum des christlichen Himmels auch diesseits realisirt. Mit anderen Worten: es brauchte nur von Seiten der Politik und Nationalökonomie hinsichtlich des praktischen Lebens zu geschehen, was ehedem von Seiten der Religion und Theologie hinsichtlich des theoretischen Lebens geschah — man brauchte nur mehr die praktische Entäußerung des Lebens ebenso, wie die theoretische, zum Princip zu erheben — so war der himmlische Egoismus auch auf der Erde durchgeführt. Das that man. Man sanctionirte den praktischen Egoismus, in­dem man die Menschen als einzelne Individuen, indem man die abstracten, nackten Personen für die wahren Menschen erklärte, indem man die Menschenrechte, die Rechte der unabhängigen Menschen proclamirte, also die Unabhängigkeit der Menschen von einander, die Trennung und Vereinzelung, für das Wesen des Lebens und der Freiheit erklärte und die isolirten Personen zu freien, wahren, natürlichen Menschen stempelte. Diese Monaden durften folgerichtig nicht mehr unmittelbar mit einander in Verkehr treten — was in dem auf den Raubmord begründeten, in unserem Verkehr so viel heißt, als: nicht mehr in den Verkehr gebracht, nicht mehr unmittelbar gekauft und verkauft werden. Dieser unmittelbare Verkehr, der unmittelbare Menschenhandel, die unmittel­bare Sklaverei und Leibeigenschaft mußte aufgehoben werden, sonst wären ja noch die Menschen von einander abhängig gewesen; an die Stelle der unmittelbaren aber mußte die vermittelte, an die Stelle der factischen die principielle Leibeigenschaft treten, welche alle Menschen frei und gleich macht, d. h. isolirt und tödtet. — Mit der Auf­hebung der factischen Sklaverei wurde nicht der Raubmord, sondern der unmittel­bare Raubmord aufgehoben. Es war nichts als die Anwendung des logischen Egois­mus, wodurch die antike und mittelalterliche Sklaverei jetzt aufgehoben wurde. Erst jetzt konnte des Princip der Sklaverei — die Entäußerung des menschlichen Wesens durch die Isolirung der Individuen und die Herabwürdigung jenes Wesens zum Existenzmittel dieser Individuen — allgemein in’s Leben treten. Der principiell durch­geführte Egoismus der modernen Krämerwelt hebt diesseits wie jenseits, theo­retisch und praktisch, allen unmittelbaren Verkehr, alles unmittelbare Leben auf und gestattet dasselbe nur noch als Mittel zur Privatexistenz. — Wo aber aller mensch­liche Verkehr, jede menschliche Thätigkeit unmittelbar aufgehoben ist und nur noch als Mittel zur egoistischen Existenz ausgeübt werden kann; wo von der natürlichsten Liebe, vom Verkehr der Geschlechter an, bis hinauf zum Gedankenaustausch der ganzen gebildeten Welt, nichts ohne Geld ausführbar ist; wo es keine andere prak­tische, als versilberte, verschacherte Menschen gibt; wo jede Herzensregung erst ver­silbert werden muß, um in’s Leben treten zu können: da wandeln die himmlischen Geister auf Erden — da ist der entmenschte Mensch auch diesseits — die jenseitige „Seligkeit“ zum diesseitigen „Glück“, der theoretische Egoismus praktisch geworden — das bloße Factum der wirklichen Sklaverei zum Princip erhoben und consequent durchgeführt.
Die Scheidung von Privatmensch und Gemeinwesen, des häuslichen Lebens vom öffentlichen Leben, war factisch immer vorhanden; denn sie ist nichts Anderes als die Scheidung von Person und Eigenthum. Die von allen ihren Existenzmitteln getrennte, abgezogene „Persönlichkeit“, dieses Gespenst ohne Leib und Leben, jagte vom An­fange der Geschichte an nach seinem verlornen Körper und suchte ihn bald im himmlischen Jenseits, im Gotte, dem Verleiher der ewig fernen, nimmer erreichbaren Seligkeit, bald im irdischen Jenseits, im Gelde, dem Verleiher des ewig fernen, jenseiti­gen, nimmer erreichbaren Glückes. Diese Scheidung von Person und Eigenthum, welche factisch bestand, solange die Religion und Politik bestand, brauchte nur principiell anerkannt und sanctionirt zu werden, so war damit eben dieses ausgesprochen, daß das Geld allein das Gemeinwesen oder Staatswesen sei, der Mensch aber sein bloßer Lohnträger, recht eigentlich nur ein lumpiger Geldsackträger. — Im modernen Staatswesen ist daher auch nicht der Mensch, sondern der Geldsack Gesetzgeber — und vertritt der Privatmensch die heilige „Persönlichkeit“, so vertritt der Staats­mensch dagegen das heilige „Eigenthum“. So wie früher die Gesetzgeber ihre Macht­vollkommenheit von Gott, so erhielten sie dieselbe nunmehr vom Eigenthume, vom Gelde. — Die Heiligkeit des von der Person, vom Menschen abgezogenen abstracten „Eigenthums“ setzt ebenso sehr die Heiligkeit der von ihrem Eigenthuine abgezo­genen abstracten, nackten, leeren „Persönlichkeit“ voraus, wie umgekehrt diese jene. Das abstracte, entäußerte, äußerliche und veräußerliche „Eigenthum“ kann nur in seiner heiligen Reinheit, getrennt von allem Menschlichen erscheinen, wenn die „Persönlichkeit“ ebenfalls in ihrer heiligen Reinheit, getrennt nämlich von allem wirklichen Eigenthum, erscheint. — Es wurde also eine scharfe Gränzlinie um jeden Einzelnen gezogen, innerhalb welcher die heiligen Persönlichkeiten sich befinden sollen. Diese heiligen Persönlichkeiten sind die seligen Geister des Himmels auf der Erde; es sind die Leiber dieser Schatten — ihre Gränzlinie ist ihre Oberhaut. Die gegenständliche Atmosphäre des Menschen aber, welche im Himmel Gott, das über-menschliche Gut, ist auf Erden das außer menschliche, das unmenschliche, das hand­greifliche Gut, die Sache, das Eigenthum, das vom Producenten, seinem Schöpfer, abgezogene Product, das abstracte Wesen des Verkehrs, das Geld. So wurde denn die „Person“ heilig gesprochen, nicht etwa, weil sie ein menschliches Wesen — ihr Wesen ist vielmehr ganz und gar von ihr abgezogen, das All­gemeinmenschliche kommt im Egoismus nicht in Betracht — sondern weil sie ein „Ich“ ist! — Andrerseits wurde das „Eigenthum“ heilig gesprochen, auch nicht, weil es menschlich — es ist ja nur eine Sache, und nicht einmal eine über­menschliche, wie Gott im Himmel, sondern eine außermenschliche — es ist viel­mehr heilig, weil es das Mittel zur egoistischen Existenz ist, weil es vom „Ich“ gebraucht wird (in der Praxis wird der Egoismus des Jenseits greifbar). — Aber der Egoismus, der nur die nackte Person, abgezogen oder unabhängig von ihrer natürlichen und menschlichen Umgebung getrennt, von ihrer physischen und so­cialen Atmosphäre conserviren, in einer leblosen, unorganischen, unthätigen, steinartigen Existenz erhalten will — der Egoismus, der nicht weiter fühlt, als bis zu seiner Oberhaut, und nicht weiter sieht, als seine Nase reicht — dieses bornirte Wesen zerstört vielmehr das wirkliche Leben des Individuums selbst. — Es fiel den weisen christlichen Gesetzgebern gar nicht ein, daß der Mensch nicht von der Atmosphäre, in der er athmet, getrennt werden kann, ohne in seiner Abgeschiedenheit elendiglich zu ersticken; daß zu seinem natürlichen oder physischen Leben nicht nur dasjenige, was innerhalb der von ihnen gezogenen Gränzlinien des Leibes, sondern die ganze Natur gehört; daß zu seiner geistigen oder socialen Lebensthätigkeit nicht nur die in seinem Innern bleibenden Producte, Gedanken und Gefühle, sondern alle Producte des socialen Lebens gehören. Sie dachten nicht daran, daß der von seiner Umgebung abgeschnittene Mensch ein abgezogenes, ein geschundenes Wesen ist, welches ebenso wenig noch lebendig, wie das rohe Thierfleisch, von dem die Haut abgethan, wie ein athmendes Geschöpf, dem die Luft entzogen worden ist. Sie haben dem Menschen alle sociale Lebensluft entzogen und es ihm frei gestellt, sich dafür mit dem Gelde, diesem materialisirten christlichen Geiste oder Gotte, zu timdunsten und möglichst zu conserviren. Und diesen in Spiritus gesetzten heiligen Leichnam haben sie zum freien Menschen, zur unantastbaren, heiligen, unendlichen Persönlichkeit proclamirt! — Was thun diese heiligen Leichname, um sich zu conserviren? — Sie suchen sich den Spiritus, ihr abgezogenes Wesen, ohne welches sie verfaulen, gegenseitig zu entziehen; sie berauben sich, um nicht ohne Eigenthum zu sein — sie morden sich, um leben, d. h. um erbärmlich existiren zu können! — Man glaubte also menschliche Freiheit und Gleichheit geschaffen zu haben, indem man eine auf die Gleichheit des Todes begründete Freiheit des Raubthiers consequent durchführte. Diese Freiheit nannte man die natürliche Freiheit des Menschen! Die freisinnigen Gesetzgeber! Sie haben zu den armen Menschen etwa folgendermaßen gesprochen: „Von Natur seid Ihr frei, und Eure natürliche Freiheit, Eure nackte Persönlichkeit, soll Euer unantastbares, unveräußerliches Eigenthum bleiben. Aber was zu Eurem gesellschaftlichen Leben gehört (und dazu gehört freilich Alles, Ihr könnt auch Euer natürliches Leben nicht fristen, wenn Ihr die von der Gesellschaft erzeugten Lebensmittel nicht erwerbt), also was zu Eurem Leben gehört, müßt Ihr Euch einzeln einander abringen. Ihr müßt Eure natürliche Freiheit eben dazu benutzen, Euch die Mittel zum Leben zu erwerben. Ihr erwerbt sie, indem Ihr Eure natürliche Freiheit veräußert; aber frei­willig veräußert! Keiner ist gezwungen, seine natürliche Freiheit zu veräußern, sich zu verkaufen, zu vermiethen, zu verdingen — wenn er es vorzieht, zu verhungern. — Aber hütet Euch, Andere, die es besser verstehen, ihre natürliche Freiheit umzu­setzen, zu versilbern, hütet Euch, diese ehrlichen Leute in ihrem Erwerbe zu stören! Wollt Ihr erwerben, so müßt Ihr Euch Eurer natürlichen Freiheit freiwillig begeben, sie feil bieten, wie die andern ehrlichen Leute auch. — Dafür könnt Ihr aber, wenn Ihr Euch etwas erworben habt, wiederum die natürliche Freiheit Anderer kaufen und benutzen.“
Der Menschenhandel, der Handel mit der menschlichen Freiheit, mit dem mensch­lichen Leben, ist heutiges Tages zu universell, als daß er beim ersten Blick in die Augen fallen könnte. Man sieht recht eigentlich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es sind keineswegs etwa die Besitzlosen allein, die ihre Freiheit gegen Existenz­mittel verschachern. Je mehr Einer bereits „erworben“ hat, desto mehr will er ferner noch „erwerben“ — er möchte am Ende die ganze Welt zu seinen Privat­zwecken ausssaugen. Ja, man wird den Handel mit seiner eignen Freiheit und der Freiheit Andrer so gewohnt, man wird endlich so eingeknechtet, daß von freier Thätig-keit, vom wahren Leben, auch keine Ahnung, keine Gedankenspur mehr übrig bleibt. Wenn die Sklaverei bei den Besitzlosen sichtbarer, so ist sie bei den Besitzern desto mehr Gemüthszustand. — Aber für dieses Geschlecht geborner Sklaven ist selbst die sichtbare Sklaverei unsichtbar! — Unsere Arbeiter und Arbeiterinnen, unsere Taglöhner, Knechte und Mägde, die froh sind, wenn sie Herren finden, das sind nach modernen Begriffen freie Arbeiter — und der Herr, der recht viele Hände be­schäftigt und recht viele Leute füttert, ist ein „ehrenwerthes“ (gewöhnlich auch äußerst freisinniges) „nützliches Glied der bürgerlichen Gesellschaft“ . Aber jene Schwarzen im „freien“ Nordamerika, die ganz in derselben Weise, wie unsere „freien“ Arbeiter, für Herrn arbeiten — jene Sklavenbesitzer, die ganz in derselben Weise, wie unsere ehrenwerthen, freisinnigen, nützlichen Mitglieder der bürgerlichen Gesell­schaft, recht viele Hände beschäftigen und recht viele Leute füttern? — O, wie un­christlich ! Allerdings, es ist ein Unterschied zwischen dem „infamen“ Menschen­handel an den Küsten Afrika’s und dem ehrbarlichen Menschenhandel an unsern Thüren! Ist ja sogar ein wesentlicher Unterschied zwischen der modernen Sklaverei im christlichen Nordamerika und der antiken im heidnischen Griechenland! Die Griechen haben sich Sklaven gehalten, um dem Gemeinwesen ihre Dienste widmen, der Freiheit leben, Künste und Wissenschaften in freier Muße cultiviren zu können; die Alten hatten noch keine Maschinen, welche die Sklaven, die menschlichen Ma­schinen, entbehrlich gemacht hätten, würden aber, wenn sie im Besitze der neuen Erfindungen gewesen wären, wie dies Aristoteles mit klaren Worten aussprach, keine Sklaven gehalten haben, um ihrer Habsucht zu frohnen. — Die Modernen aber, die Christen, kaufen sich nur Menschen, weil sie mit den gekauften billiger arbeiten können, als mit den gemietheten, erklären dagegen jenen Menschenhandel für infam, sobald er minder einträglich oder gar gefährlich für die Existenz der Krämer zu werden droht. — Und nun gar der Menschenhandel an unsern Thüren! Welch ein wesentlicher Unterschied! — Bei uns ist die Sklaverei keine einseitige mehr; sie ist gegenseitig: ich mache nicht nur Dich, Du machst auch mich zum Sklaven, und nicht indem wir uns tinmittelbar unsere Freiheit einander rauben — das wäre nicht aus­führbar — sondern indem wir uns gegenseitig die Mittel zur Freiheit, zum Leben entziehen. Wir können daher nicht mehr gegen unsern Willen verkauft werden; wir müssen uns freiwillig verkaufen! Wir können uns sogar nicht mehr verkaufen, nein, wir müssen uns nur stets vermiethen, verdingen — wir müssen uns nur, wie gesagt, stets ganz freiwillig unserer Freiheit begeben! Ja, unsere modernen Gesetz­geber haben wohl unterschieden zwischen dem Verkaufen und Verdingen. — Dieser Scharfsinn ist entsetzlich! Aber ach! Der Scharfsinn unserer modernen Gesetzgeber ist nichts als Sklavensinn. — Wie gesagt, der modernen Krämerwelt ist selbst die sichtbare Sklaverei eine unsichtbare.
12.
Die Aufgabe, das Christenthum zu realisiren, d. h. die Aufgabe, den Menschen auch im wirklichen, realen Leben, in der Praxis, nicht blos in der phantastischen Theorie, alles und jedes Vermögen absolut zu entziehen und einem eingebildeten, chimärischen Wesen beizulegen — die Aufgabe, unter der Vorspiegelung eines mit Händen greifbaren Himmels die Erde ebenso handgreiflich zur Hölle zu machen — die Aufgabe, den Menschen im gesellschaftlichen Leben alle menschliche Lebens­luft zu entziehen, sie unter die Luftpumpe des Egoismus zu bringen und den Todes­kampf dieser Elenden als die normale Lebensthätigkeit des Menschen aufzufassen — diese Aufgabe hat die Krämerwelt gelöst! — Unsern gesellschaftlichen Verhältnissen gegenüber ist nicht nur das Alterthum, ist auch das Mittelalter noch mensch­lich. Die mittelalterliche Gesellschaft mit ihrem ganzen fluchwürdigen Anhängsel barbarischer Gesetze und Institutionen, hat die Menschen nicht so durch und durch geschändet, wie die moderne. Im Mittelalter gab es neben Leibeignen, die nichts waren und nichts hatten, auch Menschen, die ein sociales Besitzthum, einen socialen Charakter hatten, etwas waren. Die Stände und Corporationen, obgleich nur egoistische Associationen, hatten einen socialen Charakter, einen, wenn auch nur beschränkten, Gemeingeist; der Einzelne konnte in seinem socialen Wirkungs­kreis aufgehen, sich mit dem Gemeinwesen, obgleich nur in bornirter Weise, ver­schmelzen. — Ganz anders jetzt, wo die Formel für die universelle Leibeigen­schaft gefunden ist. Das gesellschaftliche Leben der Menschen ist nun vollständig aller edlen Triebe baar. Es gibt kein sociales Besitzthum, kein lebendiges Eigenthum, keinen Menschen mehr, der wirklich etwas hätte oder etwas wäre. Dieser allgemeine Plunder, von dem man sich einbildet, an ihm etwas zu besitzen, ist ein Phantom, nach dem man vergebens hascht!—Denn worin besteht das wahre sociale Eigenthum? Doch nur in den Mitteln zum Leben und Wirken in der Gesellschaft. Das Eigen­thum ist der Leib des gesellschaftlichen Menschen und als solcher erste Bedingung zum Leben in der Gesellschaft — wie der natürliche Leib, das natürliche Eigen­thum, erste Bedingung zum Leben überhaupt. Was ist aber unser gesellschaftliches Eigenthum? — Dieser allgemeine Plunder, dieses Geld, ist kein organischer, leben­diger Leib. Ja, es soll den socialen Körper, das organische Gattungsleben, den gesell­schaftlichen Verkehr repräsentiren; aber es kann es nicht, weil es seiner Natur nach anorganisch, ohne Gliederung, ohne innern Unterschied, nichts als eine todte Masse, eine Summe oder Zahl ist. Wie kann der Werth eines lebendigen Wesens, des Menschen und seines höchsten Lebens und Wirkens, wie kann der Werth des Sociallebens in Summen, in Zahlen ausgedrückt werden? — Zu diesem Unsinn konnte man nur gelangen, nachdem man das wirkliche Leben seiner Seele beraubt, zerstückt und zertheilt, und die eine Hälfte in’s Jenseits, die andere in’s Diesseits versetzt hatte. — Man stelle sich eine Geisterwelt ohne Körper, also eine Chimäre vor, stelle dieser eine Körperwelt ohne Geist, ohne Leben, eine todte Materie — also wieder eine Chimäre — gegenüber, lasse sodann jene entleibten Geister nach dieser entseelten Materie rennen, um sich größere oder kleinere Stücke von ihr abzuringen und mit sich fortzuschleppen: so hat man ein getreues Bild von der chimärischen Welt, in der wir leben. — Wir mögen uns noch so viel von jener todten, entseelten, an­organischen Materie, von jenem allgemeinen Plunder, dem wir, wie Gespenster ihrem verlornen Leibe, nachjagen, erringen und erwerben: so haben wir doch damit noch kein wirkliches, lebendiges Eigenthum oder sociales Besitzthum, nichts, was unser Leben und Wirken in der Gesellschaft, unsere sociale Thätigkeit, bestimmte und bedingte, sondern nur den materialisirten christlichen Gott, den Geist oder Spiritus, in dem wir unsern irdischen Leichnam conserviren, in der todten, stein­artigen Existenz erhalten können. — Das Geld kann nie und nimmer Eigenthum werden, muß vielmehr von jeder noch nicht verdorbenen Menschennatur als etwas so Äußerliches, dem Menschen nicht Eigentümliches betrachtet werden, daß gerade das, was den Charakter jedes wahren und wirklichen Eigenthums bildet, das innige Verwachsensein von Besitzer und Besitzthum, hier als das widerwärtigste, verächtlichste Laster erscheint. — Wer sich sonst mit seinem Eigenthum, mit seinem wirklichen socialen Besitzthum, so sehr identificirt, daß er wie die Seele mit ihrem Körper verwachsen ist und darin aufgeht; wer seinen Posten so ganz ausfüllt, daß eine Trennung des Mannes von seinem Wirkungskreise gar nicht denkbar ist — eine Erscheinung, die jetzt zu den Ausnahmen gehört, weil der Inhalt aller socialen Bestrebungen jetzt das Geld ist — ein solcher Mann ist ein Ehrenmann, ein ächter Mensch; denn nicht die christliche und philosophische Erhebung über das gemeine Leben, sondern die Hingebung, das Leben und Wirken für einander macht den Men­schen zum Menschen. — Das Verwachsensein von Besitzer und Besitzthum ist also der Charakter des wirklichen Eigenthums, des gesellschaftlichen sowohl, wie des natürlichen überhaupt — Alles, was ich mir wirklich angeeignet habe, was also mein lebendiges Eigenthum, ist mit mir innigst verwachsen, muß es sein und soll es daher auch sein. — Was ist aber der, welcher mit unserm sogenannten Eigenthume, mit dem Gcldeigenthume, innigst verwachsen ist? Wer sich mit seinem Gelde so sehr identificirt, daß er nicht von ihm zu trennen, was ist der? — Ein elender Wicht! — Und dennoch müssen wir diesen allgemeinen Plunder als unsere erste Lebensbedin­gung, als unser unentbehrliches Eigenthum betrachten, da wir ohne denselben uns nicht conserviren können. Du mußt also ewig streben, dir Etwas anzueignen, was nicht angeeignet werden kann, was dir ewig fern, jenseits bleibt. Du kannst in deinem Gelde nur einen entseelten Leib besitzen, den du auch nie und nimmer be­seelen kannst, der nimmer dein Eigenthum werden kann! Du mußt dich glücklich schätzen, einen Leib zu haben, der dir nicht angehört, glücklich, deinen eignen Leib, dein eignes Fleisch und Blut, deine Lebensthätigkeit, gegen diesen Plunder austauschen zu können, also dich selbst verkaufen zu können — was doch im Mittelalter und Alter­thum wenigstens noch als Unglück betrachtet wurde — du mußt dich glücklich schätzen, ein moderner Leibeigner zu sein; denn du bist stets der Gefahr ausgesetzt, in jenen Urzustand der seligen Geister zurückzufallen, den unsere Gesetzgeber vom christlichen Himmel herabbeschworen und als Normalzustand des „natürlichen“ Menschen proclamirt haben — du bist stets der Gefahr ausgesetzt, eine reine, freie, nackte Person zu werden!
Die Krämerwelt ist die praktische Schein- und Lügen weit. — Unter dem Scheine absoluter Unabhängigkeit die absolute Bedürftigkeit; unter dem Scheine des lebendigsten Verkehrs die tödtlichste Absperrung jedes Menschen von allen seinen Mitmenschen; unter dem Scheine. eines, allen Individuen gesicherten, unantast­baren Eigenthums ihnen wirklich all ihr Vermögen entzogen; unter dem Scheine der allgemeinsten Freiheit die allgemeinste Knechtschaft. — Kein Wunder, daß in dieser realisirten Lügenwelt der Betrug die Norm, und die Ehrlichkeit ein Verstoß ist; daß die Niederträchtigkeit zu allen Ehren gelangt, und der Mann von Ehre dem Elend und der Schande anheim fällt; daß die Gleißnerei ihren Triumph feiert, und die Wahrheit für unanständig gilt; daß die Halbheit halb und halb in der Majorität, die Entschiedenheit aber entschieden in der Minorität; daß endlich die freieste Einsicht das destructivste, der bornirteste Knechtssinn dagegen das conservativste Element ist!
14.
Das von seiner Lebenswurzel, seinem Lebenselemente, getrennte, wie eine faule Frucht vom Lebensbaume abgefallene, daher absterbende, isolirte Individuum
344 kann nur künstlich der Fäulniß entzogen oder conservirt werden. Ein lebendiges Wesen conservirt sich nicht, sondern bethätigt sich, erzeugt sich jeden Augenblick von Neuem. Um aber wirklich leben, d. h. sich bethätigen oder erzeugen zu können, müssen die verschiedenen einzelnen Glieder eines und desselben größeren organischen Körpers mit einander sowohl, wie mit ihrem gemeinschaftlichen Lebenselemente oder Lebensmaterial, unauflöslich verbunden sein; sie und ihr Körper und ihre Lebens­atmosphäre dürfen nicht von einander getrennt sein. Diese Trennung, Isolirtheit und Zerfallenheit der Individuen ist das Charakteristische der Thierwelt, des Egoismus — und diesen thierischen Charakter hatte die Menschheit bisher deshalb, weil sie noch im Entstehen war; denn die Thierwelt selbst ist nichts Anderes, als die im Entstehen begriffene Menschheit. Diese nämlich hat eine doppelte Entstehungsgeschichte; die eine — ihre erste Entstehungsgeschichte — ist die Entstehungsgeschichte ihres noch unbewußten oder körperlichen Daseins, und diese tritt uns in der natürlichen Thier­welt entgegen; die andere — ihre zweite Entstehungsgeschichte, welche aus und nach der ersten folgt, und nach welcher sie erst vollendet, vollständig, vollkommen existirt — ist die Entstehungsgeschichte ihres bewußten, geistigen oder gesellschaft­lichen Daseins, und diese tritt uns in der socialen Thierwelt entgegen. — Wir befinden unsjetzt auf derSpitze, dem Culminationspunkte der socialen Thierwelt; wir sind daher jetzt sociale Raubthiere, vollendete, bewußte Egoisten, die in der freien Concurrenz den Krieg Aller gegen Alle, in den sogenannten Menschenrechten die Rechte der isolirten Individuen, der Privatpersonen, der „absoluten Persönlichkeit“, in der Gewerbe­freiheit die gegenseitige Ausbeutung, den Gelddurst, sanetioniren, der Gelddurst, der nichts Anderes, als der Blutdurst des socialen Raubthier es ist. Wir sind keine Grasfresser mehr, wie unsere gutmüthigen Vorfahren, die zwar auch sociale Thiere, aber noch keine sociale Raubthiere waren, die sich, der großen Mehrzahl nach, wie die gutmüthigen Hausbestien, nur füttern ließen — wir sind Blutsauger, die sich gegenseitig schinden und aufzehren. Wie das Thier im Blute nur sein eignes Leben, aber in einer thierischen, brutalen Weise — so genießt der Mensch im Gelde sein eignes Leben in einer brutalen; thierischen, kannibalischen Weise. Das Geld ist das sociale Blut, aber das entäußerte, das vergossene Blut. — Die Juden, die in der Natur­geschichte der socialen Thierwelt den welthistorischen Beruf hatten, das Raubthier aus der Menschheit zu entwickeln, haben jetzt endlich diese ihre Berufsarbeit voll­bracht. — Das Mysterium des Judenthums und Christenthums ist in der modernen jüdisch-christlichen Krämerwelt offenbar geworden. Das Mysterium des Blutes Christi, wie das Mysterium der altjüdischen Blutverehrung, erscheint hier endlich ganz un­verhüllt als das Mysterium des Raubthieres. — Im alten Judenthum war der Blut-cultus nur ein prototypischer; im mittelalterlichen Christenthum wurde er theoretisch, idealistisch, logisch verwirklicht, d. h. man verzehrte wirklich das entäußerte, ver­gossene Blut der Menschheit, aber nur in der Imagination, das Blut des Gottmenschen. In der modernen, jüdisch-christlichen Krämerwelt tritt endlich dieser Hang und Drang der socialen Thierwelt nicht mehr symbolisch oder mystisch, sondern ganz prosaisch hervor. In der Religion der socialen Raubthiere war noch Poesie. War es auch nicht die Poesie des Olymps, so war’s doch die Poesie des Blocksberges. — Gemein und prosaisch wurde die sociale Thierwelt erst, als die Natur wieder ihre Rechte gel­tend machte, und der isolierte Mensch, dieser armselige Sklave des Alterthums und Leibeigene des Mittelalters, sich nicht mehr mit der himmlischen Speise begnügen wollte; als er statt nach geistigen nach materiellen Schätzen zu ringen begann und
345 sich, sein entäußertes Leben, sein vergossenes Blut nicht mehr in seinen unsichtbaren Magen, sondern in seine sichtbare Tasche spielen wollte. Da wurde das heilige Taschen­spielerkunststück ein profanes, der himmlische Betrug ein irdischer, der poetische Götter- und Teufelskampf ein prosaischer Thierkampf, die mystische Theopophagie eine offenbare Anthropophagie. Die Gotteskirche, das himmlische Grabgewölbe, worin der Pfaffe, die Hyäne der socialen Thierwelt, ein imaginäres Leichenmahl hielt, verwandelte sich nun in den Geldstaat, in das irdische Schlachtfeld, wo die gleichberechtigten Raubthiere sich gegenseitig das Blut aussaugen. Im Geldstaate, im Staate der freien Concurrenz hören aUe Privilegien, alle Rangunterschiede auf; es herrscht hier, wie gesagt, eine poesielose, auf die Gleichheit des Todes begründete Freiheit des Raubthieres. Dem Gelde gegenüber sind die Könige nicht mehr berechtigt zu erobern, weil sie die Löwen der Thiermenschen, so wenig wie hier der finstere Pfaffe noch ein Recht hat, sich an Leichenduft zu laben, weil er ihre Hyäne ist. Viel­mehr haben diese, gleich den übrigen Thiermenschen, ihr Recht nur noch vermöge ihres gemeinsamen Naturrechtes, vermöge ihrer gemeinsamen Qualität als Raubthiere, als Blutsauger, als Juden, als Geldwölfe.
15.
Das Geld ist das zum todten Buchstaben erstarrte, das Leben tödtende, wie der Buch­stabe das zu todtem Gelde erstarrte, den Geist tödtende Verkehrsmittel ist. Die Erfindung des Geldes und Buchstabens wird den Phöniciern, demselben Volke zugeschrieben, welches auch den Judengott erfunden hat. — Ein schriftstellernder Witzbold glaubte daher etwas sehr Geistreiches gegen die Abschaffung des Geldes gesagt zu haben, indem er in einer seiner Schriften, welche „Bewegung der Production“ betitelt ist, das geistige Capital, welches wir in den Schriften (besonders in den seinigen) besitzen, mit dem materiellen Capitale verglich, welches wir im Gelde besitzen, und dann hinzufügte: „Eine Abschaffung des Geldes hätte also die gleiche Bedeutung, wie eine Abschaffung der Schrift: es wäre ein Commando an die Weltgeschichte, in den Mutterleib zurückzukehren. — Den Unterschied zunächst zwischen dem materiellen Capital, welches wir im Gelde besitzen, und dem geistigen, welches wir durch die Schrift uns aneignen können, hat Herr Schulz übersehen. Dieser Unter­schied ist kein geringerer, als der zwischen wahrem und falschem Eigenthume. Aller­dings kann ich mir durch die Schrift geistige Schätze aneignen. Aber es wird keinem Menschen einfallen, den Schatz, den wir uns durch Wort und Schrift aneignen, zum Privateigenthum Einzelner stempeln zu wollen, die ihn sodann ihren Privaterben überliefern könnten. Allerdings, ich kann eine Bibliothek, einen sogenannten Bücher­schatz erben und erwerben; ich kann auch sogenannte Offenbarungen durch heilige Schriftzüge empfangen; aber je mehr dieser Erwerb sich dem Gelderwerb nähert, je äußerlicher, zufälliger, je mehr dem Gewinn und Verlust unterworfen er ist, desto werthloser, desto geistloser ist mein „geistiger“ Schatz. Oder glaubt Herr Schulz, daß ich mit den Buchstaben und den Büchern schon den Geist in Empfang genommen? — Die Sprache ist das lebendige, geistreiche Verkehrsmittel, aber nicht die Buchstaben gelten. Das geistige Geld ist nur geltend, sofern es organisch mit dem Menschen ver­wachsen ist. Die Sprache kann organisch mit dem Menschen verwachsen sein, weil sie ein organisches, gegliedertes Ganze ist. Das Geld kann nicht mit dem Menschen organisch verwachsen sein, wie bereits oben gezeigt worden. Das Geld gleicht daher nicht der Schrift als lebendiger Sprache, sondern der Schrift als todten Buchstaben. — Der Buchstabe, das ist allerdings sehr bezeichnend, soll, wie das Geld, von den Er­findern des Molochs erfunden worden sein. Die Sprache ist aber weder hier, noch dort erfunden worden. — Wenn eine Erfindung nicht mehr nöthig, nicht mehr brauchbar, sogar schädlich geworden, dann benutzt man sie nicht mehr, ohne daß man deshalb „in den Mutterleib“ zurückzukehren braucht. Daß die Erfindung der Buchstaben und der Münzen eine „nützliche“ Erfindung, sogar eine „nothwendige“ war, wird nicht bestritten. Bestritten wird nur, daß sie deshalb auch in Zukunft noch „nütz­lich“ und „nothwendig“ sein wird. — Es ist ganz richtig, daß in dem bisherigen Zustande der Isolirung der Menschen, in der bisherigen gegenseitigen Entfremdung der Menschen, ein äußerliches Symbol erfunden werden mußte, welches den geistigen und materiellen Productenaustausch repräsentirte. Durch diese Abstraction vom wirklichen, geistigen und lebendigen Verkehr wurde das Vermögen, die Pro­ductionskraft, der Menschen während ihrer Entfremdung gesteigert; sie hatten näm­lich in diesem abstracten Verkehrsmittel ein vermittelndes Wesen ihrer eigenen Ent­fremdung; sie mußten, weil sie selbst Unmenschen, d.h. nicht vereinigt waren, das Vereinigende außer sich, d. h. in einem unmenschlichen, übermenschlichen Wesen suchen. — Ohne dieses unmenschliche Verkehrsmittel würden sie gar nicht in Verkehr gekommen sein. Sobald aber die Menschen sich vereinigen, sobald ein umittelbarer Verkehr zwischen ihnen statt finden kann, muß das unmenschliche, äußerliche, todte Verkehrsmittel nothwendig abgeschafft werden. Nicht willkürlich kann und wird dieses todte und tödtende Verkehrsmittel abgeschafft werden; die Abschaffung des­selben geschieht eben so wenig auf „Commando“, wie dessen Schaffung. So wie das Bedürfniß eines äußerlichen Vereinigungsmittels während der inneren Zerfallen-heit des Menschengeschlechtes die geistigen und materiellen Götzen in’s Leben ge­rufen hatte, so wird das Bedürfniß einer unmittelbaren, innigen Vereinigung der Menschen diese Götzen wieder vernichten. Die Liebe, welche in den Himmel geflohen ist, als die Erde sie noch nicht zu fassen vermochte, wird ihren Wohnsitz wieder an dem Orte, wo sie geboren und genährt wird, in der Brust der Menschen haben. Wir werden unser Leben nicht mehr vergebens außer und über uns suchen. Kein fremdes Wesen, kein drittes Mittelding wird sich mehr zwischen uns eindrängen, um uns äußerlich und scheinbar zu vereinigen, zu „vermitteln“, während es uns innerlich und wirklich trennt und entzweit. — Mit den Handelsspeculationen werden die philosophischen und theologischen Speculationen, mit der Politik die Religion auf­hören. Getrieben von der innern Nothwendigkeit unserer Natur und der äußeren Noth der Verhältnisse werden wir mit diesem ganzen Unsinn und Heuchlerkram unserer Philosophen, Gelehrten, Pfaffen und Staatskünstler, welche mit der Un­menschlichkeit und Niederträchtigkeit unserer bürgerlichen Gesellschaft so schön harmoniren, ein für allemal ein Ende machen, indem wir uns in Gemeinschaft ver­einigen und alle die äußerlichen Verkehrsmittel, alle diese Pfähle in unserem Fleische als fremde Körper ausstoßen.
16.
Die organische Gemeinschaft, welcher wir entgegen sehen, konnte erst in Folge der höchsten Entfaltung aller unserer Kräfte mittelst des schmerzlichen Stachels der Noth und der bösen Leidenschaften in’s Leben treten. Die organische Gemeinschaft,
347 die reife Frucht der menschlichen Entwickelung, konnte nicht in’s Leben treten, so lange wir noch nicht ganz entwickelt waren, und wir konnten uns nicht entwickeln, wenn wir nicht mit einander in Verkehr traten. In der Entwickelung des Verkehrs aber haben wir noch als Einzelne und Vereinzelte mit einander gerungen. Wir haben um unsere geistigen und materiellen Verkehrsmittel mit einander gerungen, weil wir als Vereinzelte dieser Verkehrsmittel bedurften, um leben zu können. Wir haben ihrer bedurft, weil wir noch nicht vereinigt waren, die Vereinigimg oder das Zu­sammenwirken unserer Kräfte aber unser Leben ist. Wir haben also unser eigenes Leben noch außer uns suchen müssen, uns dasselbe im gegenseitigen Kampfe er­ringen müssen. Durch diesen Kampf haben wir aber etwas ganz Anderes errungen, als wir zu erringen strebten und hofften. Wir glaubten, ein äußerliches Gut zu er­ringen, und wir haben nur uns selbst darin entwickelt. Dieser Wahnsinn war uns aber nur so lange heilsam und förderlich, als er wirklich dazu beitrug, unsere Kräfte und Fähigkeiten zu entwickeln. Nachdem dieselben entwickelt sind, würden wir uns nur gegenseitig zu Grunde richten, wenn wir nicht zum Communismus übergingen. Unsere Kräfte werden jetzt durch den Kampf nicht mehr weiter entwickelt, schon deshalb nicht, weil sie entwickelt sind. Wir sehen es aber auch täglich, daß wir unsere Kräfte einerseits nur fruchtlos vergeuden, und daß sie andrerseits durch den Überfluß an Productionskräften gar nicht mehr zur Entwickelung kommen können. — Wenn die liberalen Bourgeois uns noch immer von der Nothwendigkeit des Fort­schrittes durch den Kampf der Conkurrenz unterhalten, so kommt dies daher, weil sie gedankenlose Schwätzer sind, weil sie Anachronismen machen, oder vom Egois­mus verblendet und unfähig sind, Wahrheiten zu begreifen, die sich Jedem auf­drängen, der nur die Augen aufthun will. Wir können uns auf der Stufe der Ent­wickelung, wohin wir gelangt sind, nur mehr gegenseitig ausbeuten und aufzehren, wenn wir uns nicht in Liebe mit einander vereinigen. Keine Jahrhunderte, wie die gedankenlosen Liberalen meinen, keine Jahrzehnte werden mehr vergehen, und die hundertfältig gesteigerten Productionskräfte werden die große Mehrzahl Derer, die von ihrer Hände Arbeit leben müssen, in’s tiefste Elend gestürzt haben, weil ihre Hände werthlos geworden sind; während einige Wenige, die sich mit der Anhäufung der Capitalien beschäftigen, im Überflusse schwelgen und in ekler Genußsucht unter­gehen werden, wenn sie nicht vorher schon der Stimme der Liebe und Vernunft Gehör gegeben, oder der Gewalt nachgegeben haben.
17.
Die Entstehungsgeschichte der Gesellschaft ist beschlossen; der socialen Thier­welt wird bald die letzte Stunde schlagen. Abgelaufen ist die Uhr der Geldmaschine, und vergebens versuchen unsere Staatskünstler des Fort- und Rückschrittes, sie noch im Gange zu halten……