in: Hess, Moses: Philosophische und sozialistische Schriften : 1837-1850 ; eine Auswahl / Hess, Moses ; Cornu, Auguste. – Berlin : Akad.-Verl, 1961. – LXVIII, 516 S S.
gekürzt in: Hess, Moses: Ausgewählte Schriften / Hess, Moses ; Lademacher, Horst. – Köln : Melzer, 1962. – 467 S
Original in: Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz Band 1. S. 74

Auszüge:

/82/ Die Liberté, Egalité und Unité bilden überall in der Revolutionsgeschichte die heilige Trias

/76/ „Jede Politik, sie mag eine absolutistische, aristokratische oder demorkatische sein, muß nothwendig, ihrer Selbsterhaltung wegen, den Gegensatz von Herrschaft und Knechtschaft aufrecht erhalten; sie hat ein Interesse an den Gegensätzen, denn ihnen verdankt sie ihr Dasein – …“

/77/ Während man inzwischen im öffentlichen Leben vergebens nach neuen Formen der gestürzten mittelalterlichen Institutionen strebte und eine Form die andere verdrängte, ohne daß die letzte dem modernen Geiste mehr Befrieidgung bot, als die erste, bildeten sich im Stillen, und in der That ganz polizeiwidrig, neue Ideen aus, die sich nicht nur kritisch der Vergangenheit, sondern auch organisirend der Zukunft gegenüber verhielten. Man fing an, sich dem Grundprinzip der modernen Welt zuzuwenden. In Deutschland sprach Fichte zuerst, freilich noch etwas roh und wild, die Autonomie des Geistes aus; in Franklreich sehen wir in Baboeuf die erste und daher ebenfalls noch rohe Gestalt eines einheitlichen Sociallebens auftauchen. Oder, populär ausgedrückt: Von Fichte datirt in Deutschland der Atheismus – von Babeuf in Frankreich der Communismus, oder wie jetzt Proudhon sich präziser ausdrückt, die Anarchie, d.h. die Negation jeder politischen Herrschaft, die Negation des Begriffes Staat oder Politik.“

/78/ „die französische Socialphilosophie, die … erst jetzt … als wissenschaftlicher Communismus ins Volk einzudringen anfängt.“ (nachdem sie sich aus der Fourierschen und stsimonschen schule befreit hat)

/80/ „Durch Hegel kam aber der deutsche Geist zu der Erkenntnis, daß die Freiheit der Person nicht in der Eigenthümlichkeit des Einzelnen, sondern in dem allen Menschen Gemeinschaftlichen zu suchen sei. Jeder Besitz, der nicht allgemein menschlicher, ain allgemeines Gut ist, kann meine persönliche Freiheit nicht fördern – ja, nur dasjenige ist wahrhaft mein eignes, unverletzliches Eigenthum, welches zugleich ein allgemeines Gut ist.“ (weiter Bezug auf Proudhon)

/81/ „Ohne die absolute Gleichheit, ohne den französischen Communismus einerseits, andererseits aber ohne die absolute Freiheit, ohne den deutschen Atheismus, kann weder die persönliche Freiheit, noch die soziale Gleichheit eine wirkliche Wahrheit werden.