1. Der Socialismus.
    [KZ. Nr. 231. 19. Aug. 1843]
  2. Die socialistischen Journale; Adresse an Dr. Bluntschli.
    [KZ. Nr. 248. 5. Sept. 1843]
  3. Das Zusammenhalten der materiellen und Privatinteressen.
    [KZ. Nr. 270. 27. Sept. 1843]
  4. Die Preisfrage in Betreff des Nationalhasses
    [KZ. Nr. 287. 14. Okt. 1843]

Der Socialismus.
[KZ. Nr. 231. 19. Aug. 1843]

*** Paris, 15. Aug. Die Reformideen im socialistischen Sinne gewinnen täglich neue Anhänger, wie man dies am besten aus den neu entstehenden Journalen und, bei aufmerksamerer Beobachtung der Presse, auch aus den alten Journalen ersehen kann. Diese letzteren müssen schon deßhalb von der socialistischen Literatur Notiz nehmen, weil sie sich jetzt nicht mehr, wie früher, auf Bücher und Broschüren oder Zeitschriften allein beschränkt, sondern ihre Tagblätter hat. Wenn man bedenkt, mit wie großer Schwierigkeit die Herausgabe eines täglich erscheinenden Blattes hier verbunden ist und wie schwer es überhaupt einem neuen Journale wird, sich neben den vielen alten Bahn zu brechen, so begreift man, daß eine Partei, die es schon zu einem Journale gebracht hat, eine Macht ist, wie es umgekehrt mit einer Partei, die schon Jahre lang ihre Journale hat und aus Mangel an Abonnenten auf die fernere Herausgabe derselben Verzicht leisten muß, schlimm genug steht. Der „National“, der weder zu den reformscheuen Anhängern der Dynastie, noch zu den Socialreformern, sondern zu den rationalistischen Politikern gehört, deren Ziel und Ende eben das herrschende System der Bourgeoisieregierung ist, der „National“ wird diesem tragi­schen Schicksale nicht lange mehr ausweichen können. Dagegen hat sich das Blatt der Socialisten, die „Phalange“, welche bis zum August nur dreimal wöchentlich erschien, jetzt unter dem veränderten Titel „Democratie pacifique“ zum Journal erhoben. Die Partei dieser Socialisten vereinigt zwar wenige Talente und hat in der That in neuerer Zeit fast nichts geleistet. Die Leistungen anderer Schriftsteller und sonstiger Celebritäten, die Socialisten sind, vor allen Dingen Lamartine und Proudhon, haben vielleicht mehr Leser für das neue socialistische Blatt gewonnen, als die Fourieristen selbst. Indessen hat diese socialistische Partei das Verdienst der Vermittlung, d. h. nicht etwa einer Vereinigung verschiedener auseinandergehender Reformbestrebungen zu einem umfassendem Reformprincip; sie ist vielmehr so nachgiebig und gleichsam elastisch, daß sie Allen Alles Recht machen kann. Ein solches Blatt ist für gewisse Zeiten und Umstände ein unentbehrliches Bedürfniß; es ist ein Zwittergeschöpf, das den Übergang aus einer niedrigen Schöpfung zu einer höhern bildet und, wie jene, zu Grunde geht, sobald diese ins Leben tritt. Es ist komisch, daß das erwähnte Blatt der Fourieristen sich zur Aufgabe stellt, Dinge zu vereinigen, die entweder ihrer innern Natur nach nicht zu vereinigen sind, oder deren Natur ihm ganz unbekannt ist. So will es z. B. den Absolutismus mit der Freiheit, das Bour­geoisieregiment mit der Gleichheit, Deutschland mit Frankreich ganz friedlich ver­einigen. Zum letztgenannten Vorhaben, würde doch vorab eine genaue Kenntniß der deutschen Zustände, des deutschen Geistes und der neuesten Geschichte Deutsch­lands gehören. Von alle dem wissen aber die Redactoren der ehemaligen „Phalange“ wenig oder nichts, und bilden sich ein, die deutsche Nation der französischen nähern zu können, wenn sie Alles ohne Kritik loben, was Deutschland angehört, namentlich die deutschen Professoren und Potentaten — als ob solche wohlmeinende Urtheile allein hinreichten, Deutschlands und Frankreichs Geschicke dauerhaft zu verschmelzen! Ist es nicht zum Lachen, in einem und demselben Blatte einen deutschen Fürsten und Arnold Ruge, den „Begründer der neuhegel’schen Schule“ (!) auf die freund­lichste Weise, die man sich nur denken kann, behandelt zu sehen? — Die Franzosen sehen wohl ein, daß ihnen eine Beschäftigung mit Deutschland Noth thut; aber auch die Besten können es nicht über sich gewinnen, die deutsche Sprache zu lernen, ohne welche Deutschland doch wohl nicht studirt werden kann. Das neueste Werk Proudhon’s De la création de l’ordre dans l’humanité, worin viel von Philosophie und Metaphysik und namentlich auch von deutscher die Rede ist, legt hierfür den spre­chendsten Beweis wieder ab. Es dürfte kaum noch ein Mensch in unserer Zeit leben, der so viel Wissensdrang hat und so vielseitig gebildet ist, wie Proudhon. Aber, wo es sich um deutsche Wissenschaft handelt, da sehen wir auch Proudhon, das größte Genie des jetzigen Frankreichs, scheitern!

Die socialistischen Journale; Adresse an Dr. Bluntschli.
[KZ. Nr. 248. 5. Sept. 1843]

*** Paris, 2. Sept. Unter den socialistischen Journalen und Zeitschriften nimmt die „Reforme“ eine vor wenigen Wochen neu entstandene, täglich erscheinende Zeitung, den ersten Rang ein. Es ist sowohl das vielseitigste, alle Erscheinungen der politischen Welt in und außerhalb Frankreich mit Sachkenntniß besprechende, wie durch das in seinen Ansichten am meisten fortgeschrittene Journal, nicht so einseitig communistisch, wie das Organ der ikarischen Communisten, welches auch nur ein Mal monatlich erscheint, noch so pedantisch socialistisch, wie das Organ der Fourieristen, das zwar täglich erscheint und schon deßhalb gezwungen ist, auf die politi­schen Tagesfragen einzugehen, das aber viel zu wenig Gewicht auf diese Fragen legt und die Welt durch abstrakte Theorieen verbessern zu können glaubt. — Es sind übrigens nicht nur Journale, welche hier für die große Idee des Socialismus vor­bereitend wirken; es fehlt auch nicht an Belehrungen durch das lebendige Wort, und obgleich größere Volksversammlungen hier streng verboten sind, so kann doch die Policei nicht verhindern, daß an vielen Orten Vorlesungen über den Socialismus in kleinerm Kreise gehalten werden, und namentlich sind es die Frauen, welche hier, weil sie schon durch ihre sociale Stellung den policeilichen Verfolgungen weniger aus­gesetzt sind, mit großem Eifer wirken. So hat die bekannte Flora Tristan eine Art Akademie zur Bildung socialistischer Professoren unter den Arbeitern und Ar­beiterinnen eingerichtet, welche sodann in ihren Kreisen die Lehre von der gemeinschaftlichen Arbeit stets weiter verbreiten. Man kann wohl behaupten, daß eine neue weltgeschichtliche Idee erst dann anfängt, ins Leben einzugreifen, dann aber auch unwiderstehlich um sich greift, wenn sich die Frauen, die Mütter derselben bemächti­gen. Den Frauen kann selbst die Policei nicht widerstehen, am wenigsten in einem so galanten Lande, wie Frankreich, wo es keine andere absolute Macht mehr gibt, als weibliche Schönheit und Grazie. — Seitdem die Unruhen in Italien ausgebrochen sind, fängt die hiesige Oppositionspartei, namentlich die „Linke“ und „äußerste Linke“, wieder an, von der Befreiung Italiens durch französische Hülfe zu sprechen. Diese Partei will es noch immer nicht glauben, daß ihre Zeit vorüber ist, daß sie dasjenige, was sie 1830 versäumt hat, nicht nachholen kann, daß keine Nation, die nun eine Bewegung macht, nach Frankreich hinblickt, sondern sich auf ihre eigenen Kräfte stützt. Das von Frankreich selbst proclamirte Princip der Nichtintervention ist ein Weltprincip geworden; es ist in die Denkweise der Völker übergegangen und hat nun eine ganz andere Bedeutung, als die diplomatische. Die Kraft der Völker hat sich in ihnen concentrirt, und jedes Volk weiß nun, daß ihm die Arbeit der Selbstbefreiung nicht erspart werden kann. Das mag in manchen Beziehungen bittere Enttäuschungen hervorgebracht haben; aber es kann doch im Ganzen nur heilsam wirken. — Schließ­lich will ich Ihnen noch eine Art von Actenstück mittheilen, welches kürzlich von Seiten der hier wohnenden deutschen Socialisten und Communisten an Hrn. Bluntschli abgegangen ist, vermuthlich in Folge der Aufforderung des „Populaire“, der in seiner jüngsten Nummer den Wunsch ausspricht, man möge dem Verfasser des Züricher Commissionsberichtes eine Dankadresse votiren. Die hiernach abgegangene Adresse lautet wörtlich: „An den etc. D. Bluntschli. Nach mehrmaliger sorgsamer Durchlesung Ihres mühsam und fleißig ausgearbeiteten Berichtes über die Communi­sten in der Schweiz haben wir beschlossen, wie folgt. — Sie haben Sich durch die erwähnte Schrift, wenn auch wider Ihren Willen, um die Sache des Communismus große Verdienste erworben. Durch die Verbreitung Ihrer Schrift in den schweizer Cantonen und in den deutschen Staaten sind die Unwissenden, ja, selbst die Unwilligen zu einer schärferen Discussion und Betrachtung getrieben worden. In Betrachtung nun, daß öffentliche Verfolgungen gegen das Princip nur für dasselbe Propaganda machen, votiren wir Ihnen im Pleno unseres Ausschusses einen feierlichen Dank für Ihre Publication. Auch erbieten wir uns, Actenstücke zur Vervollständigung Ihres Communistengemäldes mitzutheilen, falls eine zweite Ausgabe Ihres viel ge­lesenen Schriftchens nöthig werden sollte. Sie würden nur die Güte haben, im „Östlichen Beobachter“ aus der Schweiz Sich über die Annahme unseres Anerbietens zu erklären. — Sie mögen aus dem Gesagten zugleich entnehmen, daß Ihre Denunciation uns persönlich keinesweges mit Haß gegen Sie erfüllt und selbst das Gefühl, welches Ihre Kurzsichtigkeit uns einzuflößen wohl geeignet wäre, könnte nur die Form des Humors wählen. In diesem Sinne gratuliren wir Ihnen, dem Republicaner, dann auch schließlich zu dem von einer nordischen Macht empfangenen oder noch zu empfan­genden Orden etc. Gegeben zu Paris, im August 1843.“ — Nach dieser, in vielen Ab­schriften unter den hiesigen deutschen Arbeitern circulirenden Adresse zu urtheilen, scheint der Züricher Communistenbericht auf die Betheiligten eine ganz andere Wirkung hervorgebracht zu haben, als welche man voraussetzen mußte.

Das Zusammenhalten der materiellen und Privatinteressen KZ. Nr. 270. 27. Sept. 1843]

*** Paris, 23. Sept. Die Anarchie der materiellen Interessen wird täglich drohender. Die Weinbauern aus dem Süden widersetzen sich förmlich dem Gesetze, dem allge­meinen Staatsinteresse, in Bezug auf die Abgaben, welche auf dem Weine lasten — wie sich im vorigen Jahre das nördliche industrielle Frankreich gegen die Union mit Belgien auflehnte, nicht etwa in Rücksicht auf das Interesse des ganzen Landes, sondern wegen eines egoistischen Interesses von Privatleuten. Die Regierung kann diese Conspiration der Privatinteressen nicht besiegen, wird vielmehr selbst durch diese Associationen des Egoismus in ihren Handlungen gelähmt und besiegt, und zwar daher, weil sie ihrem eigenen Principe untreu, sich selbst lähmend, nicht das Gesetz oder die Humanität, sondern die Willkürherrschaft, den Egoismus anerkennt. Die moderne Gesellschaft, welche zunächst als Centraimacht der Bildung durch monarchische Institutionen im Gegensatze zur mittelalterlichen Barbarei, zur Willkürherrschaft und zu den seither wieder sehr angepriesenen Associationen des Egoismus (Stände und Corporationen) ihren Anfang nahm, diese moderne Gesellschaft strebt jetzt mittelst der französischen Revolution durch Ausbreitung der Bildung im Volke zur Herrschaft der Vernunft und Gerechtigkeit, zur wahren Demokratie hin, oder den Associationen der Humanität, d. h. einem socialen Leben entgegen, in welchem die egoistischen Privatinteressen sich ausgleichen und aufheben. Aber die mittelalterliche Barbarei und die moderne Bildung, der Egoismus und die Humanität, sind noch im Kampfe, und die Reaction der mittelalterlichen Barbarei gegen den Humanismus tritt jetzt um so stärker hervor, weil, wie gesagt, die moderne Regierung ihrem eigenen Ursprünge untreu, die Privatwillkür begünstigt, und sie redet wiederum deßhalb der Privatwillkür und dem egoistischen Interesse überall das Wort, weil in ihr selbst das Princip der Willkür und des Privatinteresses noch nicht aufgehoben ist. Aber auch die Opposition hat noch keineswegs überall dieses barbarische, mittel­alterliche Princip überwunden; vielmehr ist die geheime Triebfeder der mit Unrecht „liberal“ genannten Opposition nur zu oft dasselbe rohe, versteckte Privatinteresse, welches sie bekämpfen soll und oft auch zu bekämpfen scheint. Aber freilich den Schein der humanen Bestrebungen gibt sich auch die Regierung, so daß im Grunde kaum ein Unterschied zwischen der sogenannten liberalen Opposition und dem System der Regierung obwaltet. Heute spricht das Regierungsblatt „Journal des Debats“ gegen den Egoismus der materiellen Interessen, dem es gestern noch, um den demokratischen Bestrebungen der Zeit entgegenzutreten, das Wort redete. Heute bekämpft ein liberales Oppositionsblatt, der „Commerce“, die Anmaßungen der Weinbauer, während es jene der Nordindustrie im verflossenen Jahre vertheidigte. Das Verderbniß, das reactionäre Princip, ist also auf beiden Seiten und wir finden nur liberale Heuchelei überall, wo nicht eingesehen und bekannt wird, daß das böse Wesen unsrer Zeit, das eigentlich negative, destructive und nihilistische Element im Privatinteresse, dagegen das gute Wesen der Zeit, das wahrhaft positive und humane Element, in der Kritik jener barbarischen, rohen, egoistischen Interessen und in allen Bestrebungen nach Einheit, Gemeinschaftlichkeit, Ausgleichung und somit in der definitiven Aufhebung der Privatinteressen zu suchen sei. Wenn wir Leute, wie Don Miguel, oder wie die Vertreter der Romantik, den Associationen des Egoismus huldigen sehen, so finden wir dies ganz in der Ordnung und freuen uns darob, weil diese Leute, obgleich sie ihre Tendenzen verbergen möchten, doch bekannt genug sind — so wie man andrerseits nichts dagegen haben kann, es vielmehr billigen muß, wenn vom modernen Gesichtspunkte, der freien, humanen Association aus der rohe Communismus eines Weitling oder Cabet kritisch vernichtet wird, ob­gleich man wiederum das bornirte Gerede der Aberweisheit, die ohne Bedenken Humanismus und Communismus, Proudhon und Cabet, das radical demokratische Princip und den rohen Weitling’schen Dogmatismus durcheinanderwirft, die nicht einmal das allgemeine Princip der modernen Gesellschaft erfaßt hat und sich dennoch berufen glaubt, im hohen Rathe der öffentlichen Meinung den Vorsitz zu führen, nur mit verächtlichem Achselzucken zurückweisen kann.

Die Preisfrage in Betreff des Nationalhasses
[KZ. Nr. 287. 14. Okt. 1843]

*** Paris, 10. Oct. Die Akademie von Macon hat, wie die Zeitungen melden, die Preisfrage gestellt: welche Ursachen dem Nationalhasse zu Grunde liegen und welche Mittel anzuwenden seien, um ihn aufzuheben oder zu mildern. Diese Preisfrage ist eine Zeitfrage und es wäre zu wünschen, daß die besten Köpfe zu ihrer Lösung mit concurrirten. Der Kosmopolitismus hat den nationalen Sinn mit allen seinen guten und bösen Folgen nur beseitigt, nicht aber kritisch sein Wesen beleuchtet. Die Nationalität ist die Individualität eines Volkes. Die Individualität aber ist die Wirk­lichkeit, und so wenig die Menschheit ohne einzelne Individuen, eben so wenig ist sie ohne einzelne, bestimmte Nationen und Volksstämme wirklich. Die Menschheit kann sich, wie jedes Wesen, nicht unmittelbar, sondern nur durch das individuelle Medium verwirklichen. Aber in der Wirklichkeit ist bisher nur zu oft die Wahrheit, im Individuum sein Wesen, verloren gegangen; man hat über dem Mittel den Zweck vergessen. Namentlich das Mittelalter hatte das Band, welches das menschliche Individuum mit der Menschheit, den Menschen mit der Natur verbindet, zerrissen und das Einzelne, sowohl der einzelne Volksstamm, wie der einzelne Mensch, stellte sich egoistisch und feindselig dem Ganzen entgegen. Die Neuzeit strebt daher mit allen Kräften dahin, die Verbindung herzustellen zwischen dem Einzelnen und Ganzen, und das Problem unserer Zeit ist kein anderes, als den Widerspruch von Individuum und Gattung aufzulösen, mit andern Worten, die Identität des Menschen mit sich selbst, die Einheit seiner Gattung wiederherzustellen, ohne die Verschieden­heit der Arten, in welchen sich die Gattung auswirkt, zu verletzen. Die vollständigste Freiheit der Ausbildung jeder Individualität kann aber nur durch die gerechteste Vertheilung aller Mittel zur individuellen Thätigkeit oder Ausbildung erzielt werden. So lange es nicht einem Gesetze, welches das Ganze im Auge hat, sondern der indi­viduellen Willkür anheimfällt, sich die Mittel zum individuellen Leben und Wirken zu verschaffen, kann die Austheilung oder Ausgleichung dieser Mittel nicht auf friedlichem Wege und gerecht, sondern nur auf dem Wege der Gewalt oder List vor sich gehen. Jede sich selbst überlassene Nation muß, wie jedes sich selbst überlassene Individuum, nur sich selbst bei Erwerbung der Mittel zur eignen, individuellen Thätigkeit im Auge haben; verläßt hierbei das Individuum einen Augenblick sich selbst, so geht sein Leben, seine Freiheit zu Grunde. Daher der ewige Krieg zwischen den Individuen und Nationen, so lange kein allgemeines Gesetz die Mittel zur indi­viduellen Thätigkeit austheilt oder gerecht ausgleicht. Das Problem der Aufhebung des Nationalhasses hängt daher innig mit dem Problem der Aufhebung der egoisti­schen Concurrenz zusammen, und die Preisfrage der Akademie von Macon ist die Preisfrage unserer Zeit. Der internationale Krieg kann nur aufhören, wenn der individuelle Krieg, die Concurrenz, aufhört. Alle Probleme, alle Schwierigkeiten, alle Widersprüche, die in diesem Jahrhundert auftauchen, laufen auf dieses Grund­problem hinaus.