Erschien in der Rheinischen Zeitung vom 19. und 21. April 1842 und ist somit der erste Bericht über die kommunistische Bewegung in Frankreich fürs deutsche Publikum, noch vor Lorenz v. Steins „Socialismus und Communismus“, der zwar im selben Jahr, aber später erschien und zumeist als Primärquelle für die deutschen radikal bewegten Philosophen und Journalisten angesehen wird.
Marx war über Hessens Einschmuggeln des Themas in die Rheinische Zeitung nur mäßig begeistert und versuchte sie ab dem Moment, da er Leitender Redakteur geworden war, auch zu unterbinden.

Den Artikel „Die Communisten in Frankreich“ habe ich nicht finden können, daher hier die Zusammenfassung von Edmund Silberner, der ein längeres Zitat Hessens am Schluss hinzufügt:

Eine gute Gelegenheit, etwas Wichtiges über den Kommunismus in die Rheinischen Zeitung „einzuschwärzen“, schreibt Edmund Silberner, bot sich im Frühling 1842, nachdem das konservative Pariser Tageblatt La Presse ein merkwür­diges Aktenstück veröffentlicht hatte, das ihr durch die Post unter sorg­fältig versiegeltem Umschlag zugekommen war. Es war ein langes Manifest der Anhänger des bekannten Kollektivisten Colins, die sich „Rationalisten“ nannten und sich als „echte Kommunisten“ betrach­teten. Die Tatsache, daß gerade ein Hofblatt wie La Presse ein kommu­nistisches Manifest gedruckt hatte, lieferte Hess einen ausgezeichneten Vorwand, um es in der Rheinischen Zeitung in extenso mitzuteilen. Während jedoch La Presse die Gelegenheit benutzt hatte, um den Kom­munismus zu bekämpfen, ergriff sie Hess, um ihn auf seine Weise in Deutschland bekanntzumachen.
In seinen Bemerkungen zu dem abgedruckten Aktenstücke spricht sich Hess verächtlich über den „phrasen reichen Liberalismus“ aus, der „wie ein schlüpfriger Aal“ den Angriffen seiner Gegner ausweiche, indem er „die Konsequenzen stets von sich abweist“. Demgegenüber erscheint Hess der Aufruf der „Rationalisten“ klar und aufrichtig. „Das kommunistische Manifest“, sagt er, „behauptet, nur durch eine gründliche Umgestaltung der ganzen jetzt bestehenden sozialen Ord­nung könne die Zukunft der Völker gesichert werden.“ Er freut sich, eine noch wenig bekannte Lehre und „eine Partei, über deren Tun und Treiben man sich bei uns noch die abenteuerlichstcn Vorstellungen macht“, den Lesern vorzuführen. Hess unterstreicht dabei, daß der Kommunismus sehr konsequent verfahre, wenn er gegen das Repräsen­tativsystem auftrete. Die Volksrepräsentation sei in der Tat nur eine Täuschung gewesen, denn bisher sei immer nur eine Partei vertreten gewesen: der Adel, die Geldaristokratie oder der Pöbel. Ohne Brot und Bildung könne aber das Volk keine Staatsaffären diskutieren.

Abschließend schreibt Hess:

„Aus dem mitgeteilten Manifeste der Kommunisten“ ersehen wir, daß dieselben nicht gerade rohe und ungebildete Proletarier unter ihren Anhängern zählen; daß man ihnen das Bewußt­sein über das, was sie wollen, sowie über ihr Verhältnis zum Bestehen­den nicht absprechen kann; daß sie mithin nicht, wie dies bisher ge­schehen ist, ignoriert oder mit einigen hochtrabenden Redensarten wie Leute, die ins Irrenhaus gehören, abgefertigt werden dürfen. Der Kommunismus ist das Produkt, wie es scheint, aller jener Sozialtheorien, die bald unter dem Namen Saint-Simonismus, bald unter dem Namen Fourierismus usw. mehr oder weniger Anhänger sowohl unter den Gebildeten als unter dem Volke hatten. Er ist, wie groß oder klein auch die Zahl seiner Anhänger jetzt sein mag, jedenfalls eine historische Erscheinung, die wohl gewürdigt zu werden verdient. Die Bedeutung einer neuen Lehre darf überhaupt nicht nach der Zahl ihrer Bekenner, sondern nur nach ihrem innern Gehalte gemessen werden. Wer weiß übrigens, wie viele Bekenner eine neue Lehre zählt, die noch keinen Boden in der Gegenwart hat, die im schneidendsten Gegensatze zur äußeren Wirklichkeit steht und deren Anhänger daher, wie dies in dem Manifeste mit dürren Worten ausgesprochen ist, ihre Ansichten nicht öffentlich zur Schau tragen, wohl aber heimlich durch alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel propagieren? Möchte das hier mitgeteilte Manifest diejenigen, die an allem, was soziale Zustände berührt, lebhaften Anteil nehmen – und ihre Zahl ist gegenwärtig, wie wir glauben, auch in Deutschland nicht gering -, veranlassen, ein Gebiet zu unter­suchen, das bis jetzt noch wenig oder gar nicht beleuchtet ist; denn, wie auch das Resultat der Untersuchung ausfallen mag, die Wahrheit wird jedenfalls dadurch gewinnen.“

Edmund Silberner: Moses Hess. S 115f.