Können Consulter “allparteilich” sein?
Im Bericht der Leitung der Büchereien über die erste Sitzung der Vorbereitungsgruppe wird auf die “Allparteilichkeit” des Consulters hingewiesen. Über diesen in der Alltagssprache ungebräuchlichen Begriff erfährt man via Google, dass er aus der Familientherapie stammt und auch in Mediationsverfahren verwendet wird. Gemeint ist eine erweiterte Neutralität, um eine besondere Anteilnahme und einen expliziten Einsatz … weiterlesen
Wer hat diesen wildgewordenen Neoliberalisten ans IHS berufen?
Neben dem WIFO ist das IHS bekanntlich eines der Einrichtungen, deren Direktoren sich als informelle Weisenräte betrachten, wobei besonders der scheidende Bernhard Felderer vom IHS seinen neoliberalen Stuss sowohl in Regierungskreisen als auch im ORF mehr als genug abgelassen hat. Vorigen Sommer ist nun sein Nachfolger Christian Keuschnigg ausgewählt worden, dessen Vorstellungen, wie er sie … weiterlesen
Bücherverbrennung 1933
Der Jahrestag der Bücherverbrennung jährt sich am 10. Mai 2012 zum 79. Mal. Er bietet Anlass, der vielen damals aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgten AutorInnen zu gedenken, vor allem aber, sie zu lesen und damit auch ein Zeichen gegen (Neo-)Faschismus und Rassismus zu setzen. Für zahlreiche SchriftstellerInnen bedeutet die Machtergreifung der NationalsozialistInnen verschleppt, erschlagen, vergast, … weiterlesen
Hindenburg vor Absturz?
Als General war er bekanntlich ein ziemlicher Aufschneider, der große Schlachten lieber verschlief, während die Soldaten sinnlos verbluteten; kurzzeitig übte er sich als Militärdiktator und war einer der Erfinder der “Dolchstoßlegende“. Also ein ziemlicher Ungustl, wie wir in Wien sagen. Doch es kommt schlimmer, denn die Rede ist von Paul von Hindenburg, von Beruf Militarist, … weiterlesen
Bonner Mahnmal – geerdet
Wie berichtet, hat es bislang kein Mahnmal zur Erinnerung an die Ereignisse am 10. Mai 1933 gegeben, als wie in vielen anderen deutschen Städten auch in der Universitätsstadt Bonn die Bücher brannten. Angezündet von akademischem Pöbel in Gestalt von waffentragenden Studenten und rednerisch begleitet von Professoren, wie dem Germanistikprofessor und Theoretiker des "gesunkenen Kulturguts" Hans ... weiterlesen
Unterstützung für das Lese-Zeichen
Die Errichtung des Lese-Zeichens zur Erinnerung an die Bonner Bücherverbrennung von 1933 ist im Bonner Stadtrat nun endgültig und erfreulicherweise einstimmig beschlossen worden. Da die Finanzierung vorwiegend auf Spendenbasis beruht, wird auch hier dazu aufgerufen: Sparkasse KölnBonn 11 312, BLZ: 370 501 98, Postbank Köln 11 890 501; BLZ: 370 100 50 Volksbank Bonn Rhein-Sieg … weiterlesen
Wiener Magistrat: Quasseln mit Subtext
Die Wiener Gemeindebediensteten fanden heute im Intranet von der Personalstadträtin Frauenberger (SPÖ) und dem Magistratsdirektor Hechtner (kann nur SPÖ sein) unten stehenden Text vor. Der Versuch, den Inhalt in seiner schlichten Einfachheit zu lesen und aufzunehmen, scheiterte daran, dass sich fast bei jedem Wort der entsprechende Subtext einmengte und am Ende ein Konglomerat entstand, das wütend … weiterlesen
Boykott durch Schweigen? Der Bonner General-Anzeiger und die Bücherverbrennung
In “Lese-Zeichen im Rathausplatz in Bonn” wurde über ein Projekt zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennungen berichtet, welches in der Gestaltung vor allem durch eine mit zukünftigen Aktionen verbundenen Dynamik in seiner Weise wohl einzigartig und nachahmenswert ist. Die Errichtung dieses Mahnmals wurde im Kulturausschuss der Stadt Bonn im Juni 2010 beschlossen (rtf), was den Bonner … weiterlesen
Klassenkampf, Destillierapparat und Nasszuckerung – Ludwig Gall, erster deutscher Socialist
Ludwig Lampert Gall, geboren am 28. Dezember, entweder 1790, 1791 oder 1794 (wie er selbst indirekt behauptet), wird gelegentlich als erster deutscher Sozialist genannt. Da er heute möglicherweise seinen 220. Geburtstag hat (oder 221. bzw.- 217.), ein paar aus verschiedenen Quellen abgekupferte Zeilen zu ihm: Gall ist im Unterschied zu den späteren deutschen Sozialismusvätern wie … weiterlesen
Solche Freunde des Dichters
Die Falter-Redaktion hat wieder mal Lernbedarf offenbart. Denn sich zu wundern, dass ein rassistischer Mörder Mitglied einer italienischen Faschistengruppierung ist, die sich nach Ezra Pound nennt, zeigt offenbar Defizite im Geschichtswissen. Dass Ezra Pound weniger wegen seiner Dichtkunst, sondern wegen seines rabiaten Antisemitismus und seiner Mussolini-Unterstützung als Idol italienischer Faschisten passt, sollte sich eigentlich auch … weiterlesen
Social Media ist nicht sozialistisch. Die Kronenzeitung auch nicht.
Wird der Kanzler bald selbst twittern, Frau Feigl? fragte der letzte Falter des Jahres. Die Antwort hat gute Chancen, bei den Sprüchen des Jahres mitzumischen: Dass der Kanzler selbst twittert, ist vorerst nicht geplant. Was wir aus dem Rummel rund um Facebook außerdem gelernt haben? Dass Social Media leider nicht sozialistisch ist. Was in der … weiterlesen
Die Rote Wut hatte er immer: Franz-Josef Degenhardt.
Diese rote Wut, die hatte er immer, ihren Ausbruch hat er bloß meistens vermieden. Er ging dann rüber ins gute Zimmer und spielte Revolutionsetüden. Dann, in den frühen fünfziger Jahren, als die schon wieder beim Aufrüsten waren, an einem Samstag beim Abendgeläut, da war es dann aber schließlich so weit: Da hat er das schwarze … weiterlesen
Privatisierungsdruck: ÖBB auf neuen Wegen
„Die ÖBB werden durch uns besser. Sie machen plötzlich Sachen, die sie früher niemals gemacht hätten.“ Dabei bezieht sich Wehinger [...] auch darauf, dass ÖBB-Chef Christian Kern angekündigt hat, einige Strecken künftig einzustellen. Darauf haben alle BahnbenutzerInnen wohl schon ewig gewartet. Auch auf Aussagen wie diese: „Zugfahren ist in Österreich viel zu günstig“, sagt der … weiterlesen
Unlängst in Frankreich
Zusehends hat sich die Spekulation zur beherrschenden Macht über die Märkte einer Großstadt entwickelt. Die Spekulation, als Herrscherin über die Importe schlägt die Stadt Lille auf ihrem eigenen Markt; sie wird alle anderen Städte, die sie sich aussucht, ebenso schlagen. Eine Stadtverwaltung wird in jedem Fall durch eine allgemeine Hausse überfordert sein, die von mächtigen … weiterlesen
Wer wen?
B. stapft durch seine Fabrik, vorbei an Arbeitern, die Kunststoffe auf Textilien kleben, an ratternden Nähmaschinen Taschen zusammennähen. An einem Schwarzen Brett hängt ein kopierter Artikel: »Wie ich ein höheres Gehalt verhandele«. »Die Arbeiter sind so anspruchsvoll geworden«, seufzt B. »Sie wollen ein gutes Gehalt, gutes Essen, eine schöne Unterkunft, und der Chef soll sie … weiterlesen
Twittern für den Kanzler und andere österreichische Vereinbarkeiten
Faymann, Werner bestellte in seiner Zeit als Wiener Wohnbaustadtrat für den Leiterposten der “Wiener Wohnen Hausbetreuung” seinen alten Freund Herbert Jansky. Jansky, Herbert musste später wegen Misswirtschafts von seinem Postens zurücktreten. Er ist der Bruder des damaligen Faymannschen Pressesprechers, Wolfgang Jansky. Jansky, Wolfgang ist heute Geschäftsführer der Gratiszeitung Heute. Seine Lebensgefährtin ist Elvira Franta. Franta, … weiterlesen
Antiamerikanismus – ein Erbe?
Im “Januskopf”, einem im aktuellen Presse-Spectrum abgedruckten literarischen Text von Robert Schindel, steht zu Achtundsechzig und Antiamerikanismus: “… der Antiamerikanismus ist ein rüstiger Wanderer. Vierschrötig und braunhemdelig bekämpft er das Negeramerika, das Judenamerika, das ja schon immer der nordischen Nation ans Eingemachte wollte. Er wanderte in den Vätern. Die machten nach dem Krieg einen faulen … weiterlesen
Ende der Polizeiaktionen gegen Ukrainische Bibliothek in Moskau
Vielleicht ist jemandem die Nachricht über die polizeiliche Durchsuchung und Schließung der Ukrainischen Bibliothek in Moskau untergekommen. Hier der Bericht über die Fortsetzung und das vorläufige Ende der Affäre. Übrig bleibt das Gefühl, dass es sicherere Orte für BibliothekarInnen in der Welt gibt, als in dieser Bibliothek: Die Belegschaft der einzigen ukrainischen Bibliothek in Russland, … weiterlesen
Schwarze Pädagogik mit Sinn? (HiH)
Florian Scheuba hebt im Standard vor allem die bildungspädagogischen Effekte hervor, welche ein Gefängnisaufenthalt für Uwe Scheuch nach sich zu ziehen imstande wäre: Als amtierender Kärntner Bildungsreferent könnte er den Verdacht, er habe bislang Bildung als Bandenbildung missverstanden, entkräften, indem er das umfangreiche Angebot der Gefängnisbibliothek (öffentliche Bibliotheken gibt es ja in Klagenfurt leider nicht) … weiterlesen