Das religiöse Gespräch zum Wochenende
ZEIT: Wie können Sie über Sachen nachdenken, die unsichtbar sind? Lisa Randall: Ich kann eine Gleichung aufschreiben. ZEIT: Das klingt ziemlich abstrakt. Randall: Wenn Sie an Gott denken, obwohl Sie ihn nicht sehen können, wie stellen Sie sich ihn dann vor? ZEIT (Max Rauner): Fragen wir mal meinen Kollegen Tobias Hürter, der ist Christ. ZEIT … weiterlesen
Volkswirtschaftsfrömmigkeit und das Backrohr der Wirklichkeit
Aus Dath/Kirchner “Implex” 616f. (lesbarer gemacht): Gegessen wird, was auf den Tisch, nämlich auf den Markt kommt. Nur Experten wissen, wie es gekocht wurde. Wer sich nicht durch die Geschichte der Volkswirtschaftsfrömmigkeit1) samt Klassik, Neoklassik, Grenznutzentheorie, Ordoliberalismus, Spieltheorie und Humpelpumpel gefressen hat, ist nicht berechtigt, auch nur festzustellen, daß der Vorstand der Deutschen Bahn nicht … weiterlesen
Wiener Büchereien: “zukunftsträchtige Strategiepräzisierung” und anderer Bullshit
Knapp vor Dienstschluss flatterte letzten Dienstag den Bediensteten der Wiener Büchereien eine Mail aus den Händen ihrer Leitung in die Box, aus der sie erfahren, dass wieder einmal externe Berater ihnen sagen werden, wo es lang geht. Was vorerst mal heißt, ziemlich großer zusätzlicher Aufwand für alle KollegInnen, die einbezogen werden bzw. für jene, welche … weiterlesen
Eine Axt, eine französische Geburtsurkunde und ein sowjetisierter Monat
Moses Hess’ Geburtsurkunde. Französische Bezüge und die möglicherweise sowjetische Verwirrung um den Geburtsmonat. Weiterlesen: “Die Axt am Tor der Bonner Judengasse”
Des Lebens Lauf im Westbahnhof
Ein Mann. Eine Frau. Die Frau links. Der Mann rechts. Dazwischen eine strichlierte Linie. Die strichlierte Linie nutzte nichts. Nachwuchs. Die Reise zum Alter hat begonnen. Einige mal hinauf, einige mal hinunter und schließlich exit. Am Westbahnhof ist das Exit glücklicherweise nur das WC. Dort angekommen seh ich eine … weiterlesen
“und wenn wir uns täuschten, war unser Irrtum wenigstens ein erhabener” – zum 250. Geburtstag von Filippo Buonarroti
Heute wäre Filippo Buonarroti 250 Jahre alt geworden. Dass er tatsächlich 76 Jahre wurde, grenzt angesichts seines nicht unbewegten Lebens an ein Wunder. Beteiligt an der “Verschwörung der Gleichen” an der Seite Babeufs und mit diesem vor Gericht gestellt, wurde er zur Deportation verurteilt, Babeuf hingerichtet. Viele Restaurationsjahre später, knapp vor der Französischen Julirevolution veröffentlichte … weiterlesen
Russische Freiheit im vorvorigen Jahrhundert
Bakunin war nicht übelnehmerisch, doch ging er nach seinem Exil in Sibirien nicht mehr zu Karl Vogt… Bakunin konnte es ihm nicht verzeihen, daß sein Jugendfreund eine seiner Parteireden in folgenden Versen persifliert hatte. »Wir wollen uns in Schnaps berauschen,Wir wollen unsre Weiber tauschen,Und aufgelöst sei Mein und Dein.Wir wollen uns mit Talg beschmierenUnd nackt … weiterlesen
Fette Generäle und Leutnant Dub
Abspecken! Tschechiens Soldaten zu dick « DiePresse.com Alarm bei den tschechischen Streitkräften: Die Hälfte ihrer Soldaten leidet an Übergewicht. Die dadurch aufgeschreckte Führung will gegensteuern: mit Diätplänen und notfalls Appetitzüglern. Schluss mit Schweinsbraten, Knödeln und Bier! Jiří Šedivý, nimmt vor allem das Offizierskorps und die besonders fetten Generäle in die Pflicht: „Die sollten Vorbild für … weiterlesen
Falter lernt Qualitätsjournalismus
Im Interview mit Nick Davies fallen folgende Merksätze: Falter: Würden Sie sich als klassischen investigativen Reporter beschreiben? Davies: Ich mag dieses Wort nicht, weil es ein Pleonasmus wie “hölzerner Baum” ist. Wenn ein Journalist seinen Job anständig machen will, dann muss er investigativ arbeiten. Wie soll man sonst die Wahrheit herausfinden? Falter: Diese Haltung scheint … weiterlesen
Goodalls Lehrer
Goodall: In zwei Dingen hatte ich riesiges Glück. Das eine Glück war die Weisheit meiner Mutter. Sie brachte mir bei, unerschrocken zu sein, wenn andere meine Überzeugung nicht teilen. Das andere war mein Lehrer. Sie haben von ihm gelesen? ZEITmagazin: Louis Leakey, der Anthropologe. Er hat Sie 1960 zu den Schimpansen in den Urwald geschickt … weiterlesen
Im Gendernetz gefangen: eine Niederlage.
Der englische Meister Bill Hartston schreibt: »Eine der besten Entschuldigungen hörte ich von einem Mann, der gerade gegen eine Frau verloren hatte.« – »Sie brachte meine Gedanken völlig durcheinander«, beklagte er sich. »Bei meiner Berechnung begann ich immer: ›Ich gehe dahin, er geht dorthin‹, und dann musste ich mich korrigieren: ›Nein, es ist anders, ich … weiterlesen
Gleichgiltig
Werden viele gelesen haben, doch damit es nicht verloren geht, aus dem Spectrum vom 4. Juni 2011:
Hirten und Hüter
Der Kronenzeitungskardinal Christoph Schönborn befasste sich gestern am „Gut-Hirten-Sonntag“ mit dem Joh 10,1-10, welches gerappt so klingt: “Wer durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter. Ich bin die Tür, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden.” O.k., Jesus, der da zitiert wird, offenbart sich als Tür. Und der Hirt? … weiterlesen