bi-ba-buechereien
Anlässlich der Neueröffnung einer Bücherei packt der Öffentlichkeits-Bearbeitungsbereich der Bildungs- und Jugendabteilung der Stadt Wien wieder einmal seine sprachliche Toolbox (Korrekturlesen ist was für Warmduscher) aus. Unangefochten von stilistischen Bedenken widmen sich die Textgestalterinnen der Aufgabe, darüber hinwegzuschreiben, dass in einem der einwohnerreichsten Bezirke Wiens keine Großbücherei existiert. Und weil die Stadtpolitik nicht bereit ist, weitblickend zu planen, sind die Büchereien gezwungen, aus der Not eine Tugend zu machen und - wie im Falle der ziemlich kleinen und verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Bücherei Hasengasse - wegen gebäudetechnischer Gebrechen eine Rundumerneuerung im Kleinen zu versuchen, um das Innere der Bücherei luftiger und attraktiver zu gestalten. Dies scheint recht gut gelungen zu sein, allerdings bleibt das Manko der den heutigen Anssprüchen nicht mehr genügenden Kleinräumigkeit.
Dieser Bug wird in der Aussendung der Rathauskorrespondenz aber zum Feature definiert:
” … Spektrum an Medien zur Verfügung, das sie in der neu renovierten Zweigstelle in Wohnzimmeratmosphäre konsumieren können”
Wem das Angebot, in einem Wohnzimmer ein Spektrum konsumieren zu müssen, aber eher als gefährliche Drohung denn als Einladung zu einem Büchereibesuch erscheint, den ereilt ein anderer Lockruf:
“des insgesamt 39 Zweigstellen umfassenden Netzwerks”
Dies hat den Vorteil, dass Netzwerk immer irgendwie stimmt und vielfach den Büchereien nicht zugetraut wird, dass sie sich der gängigen technischen Mittel bedienen. Also möglicherweise neugierig macht. Um aber einer Verwechslungsgefahr mit dem Handwerkszeug eines alten Fischers vorzubeugen, wird noch ein “modernst” draufgesetzt:
- mit modernster Technologie ausgestattet
- auf modernste Büchereiarbeit ausgerichtet
- niederschwelligen Zugang zu Büchern wie auch zu modernsten Technologien zu ermöglichen
Zum “modernst” dazugepappt gehört natürlich das angeberische “Technologie“, wenn eigentlich Technik gemeint ist.
Wenn nun diese modernste Technologie “ein [in Ziffern: 1] PC-Arbeitsplatz mit Internetzugang” ist, dann steht zu befürchten, dass selbst modernste Büchereiarbeit nur einen eher unterschwelligen Zugang zu modernsten Technologien ermöglicht und die “hohe Akzeptanz der Zweigstelle bei den KundInnen” (bislang weit unter tausend Besucherinnen pro Monat) nicht entschieden gesteigert werden kann.
Fazit:
Natürlich tun hier wie in den anderen Zweigstellen die Bibliothekarinnen ihr Bestes und werden es weiter tun. Doch der Wirkungsgrad wird notgedrungen bescheiden bleiben, weil die Stadt nicht die notwendigen Mittel bereitstellt, um die
“Sicherstellung von flächendeckenden, bedarfs- sowie stadtteilorientierten und lebensbegleitenden Bildungs- und Freizeitangeboten für die Bevölkerung in Wien”
zu gewährleisten, wie es in der Aufgabendefinition der den Büchereien überstülpten Magistratsabteilung heißt.
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui leitet mit dem Stück “Apocrifu” das Tanzprogramm des Festspielhauses St. Pölten ein.
Ein Spiel mit in Büchern verfassten Manifesten des Glaubens und der Politik:
Die Texte ihrer Lieder korrespondieren mit jenen Büchern, die Cherkaoui als besonders bedeutend einordnet: religiöse und weltliche Schriften, die Herrschaftsansprüche über Menschen formulieren.
Wegen dieser Bücher können Menschen zu Marionetten werden. Cherkaoui geht davon aus, dass sich die großen Glaubensschriften häufig aus den Apokryphen von Konkurrenzideologien entwickelt haben. Apokryphen sind Texte außerhalb des offiziellen Programms einer Ideologie. Der Choreograf kritisiert mit seiner Reflexion dieses Phänomens die Alleinherrschafts- und Wahrheitsansprüche in dem kulturdarwinistischen Konkurrieren von Ideologien.
Quelle: http://derstandard.at/fs/1254311057066/Festspielhaus-St-Poelten-Hoellentanz-der-Buecher-und-Schwerter
Als eine der ersten Bibliotheken im deutschsprachigen Raum bieten die Büchereien Wien die wichtigsten Benützungsinformationen auch in Gebärdensprache an. Durch auf der Homepage abrufbare Gebärdensprachvideos, die in Zusammenarbeit mit equalizent, dem Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und Diversity Management hergestellt wurden, bekommen gehörlose und hörgeschädigte Menschen die Möglichkeit, sich in ihrer Sprache ein Bild von dem vielfältigen Angebot der Büchereien Wien zu machen. Dieses beinhaltet auch viele Medien, die gehörlose Menschen beim Erwerb von Lesekompetenz und beim Erlernen der deutschen Schreibsprache unterstützen.
Quelle: Rathauskorrespondenz
Im Augustin, Wiens Straßenzeitung gibt es einen Artikel in der Rubrik “Lokalmatador” über eine Bibliothekarin, die seit fast 40 Jahren in einer Bücherei im 2. Bezirk arbeitet. Es beginnt quasi nostalgisch:
“Maria Hirsch leitet die städtische Bücherei in der Zirkusgasse Nr. 3. Sie begann hier im September 1970, wenige Wochen nach der Matura. Brasilien war Weltmeister im Fußball. Bruno Kreisky schon Weltmeister der Sozialdemokraten. Und auch ihr Vater, der Industriearbeiter, der mit seiner Frau und seinen drei Töchtern der Arbeit quer durch Niederösterreich gefolgt war, gab sich mit der Welt zufrieden: Schön, dass es auch seine Maria zu etwas bringen wollte.”
Im Artikel wird weiters darüber berichtet, dass diese Bibliothekarin auch Personalvertreterin ist und sich als solche mehr zu sagen trauen kann, als andere Bedienstete (legendär ist ihr Schreiduell im Rathaus mit der Stadträtin, als diese eine Unterschriftenaktion in den Büchereien untersagt hatte), und dies auch im Interview unter Beweis stellt:
“Wenig Freude hat sie heute auch mit jenen Vorgesetzten, die zu den Lesern „Kunden“ sagen und dabei nicht merken, wie sie den neoliberalen Kurs mittragen.
Heute ärgert sie sich über jenen Kommunikationsoffizier der MA 13, den man ihr aus der Zentrale als Interview-Wächter geschickt hat. Was wird er wohl dem Amt für positive Berichterstattung berichtet haben? Wurscht.”
Dieses “wurscht” kann als fast typisch für Maria Hirsch bezeichnet werden, wenn die Frage auftaucht: “Dürfen wir das überhaupt? Und was werden die Vorgesetzten sagen?” - egal, ob es sich um Angelegenheiten der Bücherei oder um Personalvertretungsaktivitäten handelt. Die Vorgesetzten war nicht immer amused und ohne ihre Funktion als Personalvertreterin wäre sie in all den Jahren schon mehrfach “abgeschossen” worden, wenn die Abteilung nicht einen Aufstand innerhalb der Kolleginnenschaft und auch der Personalvertretung befürchten hätte müssen.
So auch bei der “Schmutzigen Geschichte” (siehe Links), bei der der Abteilungsleiter, dem sie eine Offene Mail geschickt hatte, erbost feststellte: “Generell kann ich Ihrem Schreiben nicht entnehmen, ob mir eine Personalvertreterin oder eine Büchereileiterin schreibt.”
Im Augustin-Interview nimmt sie nur kurz Bezug auf diese Auseinandersetzung, indem sie von Entscheidungen der Vorgesetzten berichtet, die sie nicht mittragen könne:
“Die „Ausbeutung der Putzfrauen“ sei so eine Entscheidung. Berichtet Hirsch mit funkelnden Augen. (Und man kann sich dabei ungefähr ausmalen, wie sie der einst mächtigen Stadträtin die Stirn bot.) Es sei eine Frechheit, mit wie wenig Geld die Schwächsten in der Hierarchie abgefertigt werden: „Gerade von einer Stadt wie Wien sollte man etwas Anderes erwarten.“
Nächstes Jahr wird Maria Hirsch wieder für die Personalvertretung kandidieren - Bibliothekarin und Personalvertreterin, eine untrennbare Einheit.
Beim Löschen von nicht ausgeführten Entwürfen ist mir dieser untergekommen, in dem ich eigentlich nur den Hinweis von Netbib auf einen langen, gut gemeinten Artikel anläßlich der Pensionierung einer offenbar überaus verdienten Bibliothekarin wiedergebe. Aber es ist zu schön :-)
Harfensolo aus der Stille
Bibliothekarinnen leben gemeinhin ein Leben im Stillen, ihre Bewegungen gedämpft von den vielen Büchern.
“Bücher mit Brennwert” übertitelt Günter Traxler einen Beitrag seiner Kolumne “Blattsalat” und berichtet von einem erstaunlichen Wertmaßstab, der in “Heute”, der U-Bahn-Gratiszeitung an Bücher angelegt wird. (”Heute” wird von der Schwiegertochter des Kronenzeitungs-Dichands herausgegeben und hat sowohl vom Outfit als auch vom Inhalt her ziemliche Ähnlichkeit mit dem Blatt des Schwiegerpapas).
Für alle Fans von Bücherverbrennungen hat der “Krone”-Abschaum “Heute” am Freitag moralische Qualitätskriterien für die Beurteilung von Neuerscheinungen vorgelegt, bei denen der Geist möglicher Leser im Sinne der Blattlinie nicht belastet wird, weil es zu einer Lektüre erst gar nicht zu kommen braucht. In der Rubrik Die besten Bücher dieser Woche wurden nach diesem neuen System gerade rechtzeitig vor Beginn der Heizperiode drei Werke präsentiert, aus denen, wenn schon nicht Leser, so doch Nutzer einen Gewinn ziehen sollten, den sich die Autoren nicht träumen ließen.
Nummer eins: Gefühlsmensch Wolfgang Schüssel schüttet sein Herz aus - und berichtet über politische Fakten … Spannung auf 392 Seiten, gebunden, 727 Gramm schwer - das ergibt einen Heizwert von 3,1 kWh. So viel wie 1,5 Kilo Holz (waldfrisch). [...]
Erstaunlicherweise warfen etliche Standard-Poster dem Verfasser der Kolumne vor, sich seinerseits eines schmähenden Vokabulars zu bedienen, weil er vom “Abschaum” der Krone geschrieben hatte.
Und unversehens wurde ich in einen kleinen dummen Disputer wickelt:
bob langer
also krone abschaum heute
ist eher die sparache derer die selber bücher verbrannt haben
ob das was in heute steht abschaum ist weiß ich nicht, aber die nehmen wahrsheinlich pressefreiheit über diese bücher so zu schreiben in anspruch wie hr. traxler zum schreiben über heute.
ob er sich nicht damit disqualifiziert, indem er diese SPRACHE selber benutzt die er im selben beitrag verurteilt.
ziemlich hippocritic würde ich sagen
wer richtet, der wird gerichtet werden.
gell hr traxler…..wenn sie solche masstäbe anlegen, müssen sie sich dieselben auch gefallen lassen.
denn alle sind gleich, oder etwa nicht? traxler ist gleicher als gleich?
haftgrund
“abschaum” ist, wie onkel wiki gerne mitteilt, das, was bei eiweißhaltigen flüssigkeiten beim kochen auftritt und, ehe es sich mit dem rest bindet, abgeschaumt wird.
ein nicht uninteressantes bild zum verhältnis vaterkrone und schwiegertochterheute.
dann gibt es noch “abschaum der welt”, eine selbststilisierung der apostel durch paulus.
und natürlich als ausdruck fürs pöbelhafte.
dass traxler mit mehrfachbdeutungen spielt, macht u.a. die qualität seiner beiträge aus.
manchen standardpostern, die quasi mit schaum vorm mund auf die eine ihnen geläufige bedeutung reagieren, würde eine intensivere nutzung des informationsangebots, welches das internet bietet, vielleicht dazu verhelfen, ihre argumente ein wenig schaumgebremster ins forum zu blasen.
bob langer
ah ja
werden sie als kampfposter nach wörtern bezahlt?
viele
worte, kaum inhalt, wenn sie auf mein posting antworten, rechne ich
damit, dass sie auf meinen inhalt antworten und keine abhandlung über
ein verwendetes wort.
aber anscheinend langts nicht dazu, oder ist nicht redaktionslinie, sich mit der aussage meines posts auseinanderzusetzen?
und abschaum hat hr. traxler verwendet, ich habe es nur wiederholt. also was?
und
wenn ich ihr aufgeregtes post so lese, vermute ich bei ihnen eher
schaum vorm mund um hunderte zeichen wegen 8 buchstaben abzusondern….
haftgrund
das winzige stückchen inhalt Ihres beitrags habe ich behandelt. tut mir leid, mehr ist nicht drinnen für Sie.
Im Kampf gegen jenen Datenkraken, der sich nicht scheut (vornehmlich tote) Autorinnen dem Verhungern anheim fallen zu lassen, haben sich Institutionen zusammengetan, denen Bürgerinnenrechte und soziales Engagement seit jeher am Herzen liegen, wie Microsoft & Yahoo, wie Online-Buchhändler und Raubkopierer Amazon. Der Börsenverein des Buchhandels ist natürlich auch dabei und nicht zuletzt die Deutsche Bundesregierung. Die bekanntlich dem freien Datenfluss dank Zensursula in einen mitreissenden Strom zu verwandeln gewillt ist. Jene Bundesregierung, die durch den Verzicht auf gesetzliche Rahmenbedingungen das Bibliothekswesen sich frei entfalten hat lassen, wodurch die Bundesländer angehalten wurden, den finanziellen Overkill für die Bibliotheken zu vermeiden, um eine ambitionierte Strukturbereinigung in die Wege leiten zu können.
Gegen diese Achse der ziemlich Guten rotten sich nun die üblichen Verdächtigen, wie selbsternannte Bürgerrechtler, Ewigstudenten und weltfremde Universitätsleitungen zusammen. Ein Spielkonsolen-Dealer ist ebenfalls zu diesem Haufen gestoßen, den nur eines verbindet: eine überaus beschränkte Sichtweise (auch ein Blindenverband ist dabei) hinsichtlich der eigentlichen Bürgerrechte: Eigentum muss Eigentum bleiben, selbst wenn es geistig sein sollte.
heise online: Google-Books-Befürworter formieren sich
Kurz vor Ende der Frist für Eingaben zum so genannten Google Book Settlement haben sich Befürworter der Einigung mit den Urhebern über Buchdigitalisierungen zu Wort gemeldet. Zu ihnen gehören Universitäten, Bürgerrechtler, Studenten und ein Behindertenverband. Wade Henderson, Chef der Leadership Conference on Civil Rights, sagte laut einem BBC-Bericht, seine Organisation unterstütze Google, da das Unternehmen jedem Menschen gleichermaßen Zugang zu Wissen verschaffen wolle. Der verbesserte Zugang zu Informationen ist auch das Argument, das die US Student Association vorbringt. Die National Federation of the Blind rechnet laut Medienberichten damit, dass mit Google Books sehbehinderten Menschen Bücher in einer Anzahl zur Verfügung stehen könne, wie es sie in der Geschichte bisher noch nicht gegeben habe.
Es steht zu hoffen, dass die Achse der ziemlich Guten trotz ihrer allgemein bekannten finanziellen Engpässe ausreichend begleitende Maßnahmen gesetzt hat, um die Angehörigen des Gerichts günstig zu stimmen. Nicht für Microsoft et al, sondern für Vernunft und Freiheit. Besser die Bibliothekskeller bleiben unzugänglich, als dass schon lange gebrechlich gewesene Autorinnen in ihren Gräbern rotieren müssen, weil sie ihres geistigen Eigentums beraubt wurden.
Links:
Aktionsbündnis “Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft”
Increasing Access to Books: The Google Books Settlement
BBC-News - Google books deal battle heats up
Via Bib-Link, Heise, c’t
Nachbemerkung: Natürlich gefällt mir bei weitem nicht alles, was Google so treibt und wie es zu seinem Geld kommt, unter anderem auch deshalb, weil ich von je her Jean-Luc Godards Spruch “Werbung ist Faschismus” nicht für ganz falsch halten kann. Noch weniger gefällt mir allerdings die Heuchelei und die gezielte Desinformationspolitik der Gegner von Googles Digitalisierungs-Projekten.
Zu Open-Source gibts übrigens ein ausgezeichnetes Buch von Sabine Nuss: Copyright & Copyriot
Dieser erfrischende Artikel aus dem Handelsblatt, jenseits des krokodilstränigen Wehgeschreis von Verlagsvertretern und Apostelliteraten, bringt es auf den Punkt: wollen wir mehr Zugang zu gespeichertem Wissen und zu Kulturquellen oder nicht? Sollen privatwirtschaftliche Verlage darüber bestimmen oder ist uns eine Demokratisierung der Quellen lieber?
Es geht nicht um ein Hohelied auf Google. Doch sollte nicht vergessen werden, dass Larry Page und Sergei Brin sich auch so verhalten hätten können wie jener Geschäftsmann, der mit einem von anderen entwickelten Quick and Dirty Operating System Milliardengeschäfte macht und softwaremäßig die ganze Welt abhängig zu machen versucht …
Google: Neues Leben für alte Bücher
von Thomas Knüwer
Das Ende unserer Wissensgesellschaft ist nah. Zumindest aus Sicht manches Buchverlegers. Der Grund heißt Google. Da digitalisiert der Internetriese einfach die Buchbestände der Welt. Und macht sie öffentlich. Ein Skandal. Oder?
Es ist bemerkenswert, wie honorige Literaturapostel sich in Faktenverdreherei ergehen, geht es um die Google-Buchsuche. Denn was genau tut der Web-Konzern? Er scannt Bücher ein und macht sie, aufgefächert nach Urheberrecht, durchsuchbar. So gibt es einige Bücher vollständig, andere auszugsweise und einige gar nicht. Verdient Google damit Geld? Ja. Doch behält der Konzern selbst 37 Prozent, der Rest geht an eine Gesellschaft, die das Geld unter Autoren verteilt.
Auch ein Blick auf die Art der digitalisierten Bücher ist nötig. Denn Google ist kein Raubkopierer. Der aktuelle Bestseller ist nicht in vollem Umfang lesbar. Experten schätzen, dass in US-Bibliotheken rund 40 Millionen Werke liegen. Doch nur sieben bis neun Millionen davon werden tatsächlich noch gedruckt. 23 bis 25 Millionen unterliegen dem Urheberrecht, doch produzieren die Rechteinhaber sie nicht mehr. Dieser gewaltige Berg ist nur noch in Bibliotheken oder Antiquariaten zu haben. Ist das gut für die Wissensgesellschaft?
Noch immer sträuben sich Buchverlage gegen das 21. Jahrhundert. Dabei wäre es ein Leichtes für sie, wenigstens ihre aktuellen Werke digital aufzubereiten. Ja, sie könnten gar Geld damit machen. Stattdessen ergehen sich vor allem deutsche Verlage darin, digitale Lesegeräte zum Teufelszeug zu erklären. Die vergangenen zehn Jahre, in denen das Internet zur Kulturtechnik, der iPod zum Alltag und Google Milliardenkonzern wurde, sollten klarmachen: Die meisten Menschen empfinden das digitale Zeitalter als Bereicherung. Unternehmen, die glauben, diese Technik aufhalten zu können, gehören zu den Verlierern.
Sicher ist Googles Vorgehen ruppig. Natürlich muss man sich fragen, ob der Konzern zu mächtig wird. Andererseits stünde es jedem offen, ein ähnliches Projekt zu beginnen - sogar den Verlagen selbst. Hier aber ist der Haken: Wer die Gesamtheit aller Bücher digitalisieren will, muss eine Menge Geld mitbringen. Auf mehrere Hundert Millionen Euro taxiert Google selbst den Aufwand. Und das mögen anscheinend weder Unternehmen noch Staaten auf sich nehmen.
So bleibt nur das Unternehmen, dass sich an die Digitalität angepasst hat wie kein anderes: Google. Wer dies nicht akzeptieren mag, sollte etwas Eigenes machen - oder schweigen. Denn die Möglichkeit, die ganze Literatur der Welt nach Wissen zu durchforschen, ist nicht das Ende der Wissensgesellschaft - es ist ihr Anfang.
Jetzt wissen wir, wohin die in Klagenfurt fehlende Bücherei verschwunden ist. Holt sie da raus!
Klagenfurt (
OTS) - Der Spalt im BZÖ wird immer größer, stellt heute der Klubobmann der SPÖ-Kärnten, LAbg. Herwig Seiser angesichts der sich immer öfter widersprechenden Hauptakteure Uwe Scheuch und Gerhard Dörfler fest. Nach der völlig entgegengesetzten Auffassung über den Rückbau des EM-Stadions zeige die Diskussion um das Ulrichsbergtreffen einmal mehr und in aller Deutlichkeit, dass zwischen Scheuch und Dörfler längst kein Blatt Papier sondern eine ganze Bücherei passt.
Quelle: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090825_OTS0207