Damals in Steinhölzli

“Wer brüderlich im Land der Brüder lebt,
Der teilt ein gleiches Heil;
Den Kopf, der frech sich aus dem Volk erhebt,
Den trifft des Volkes Beil.”

sangen auf der demokratischen Kundgebung zu Steinhölzli anno 27. Juli 1834 vorwiegend deutsche Arbeiter aus dem Berner Leseverein, hinter dem das “Junge Deutschland” stand.

Andernorts kam das gar nicht gut an:

“Nach einem Zwischenfall in der Berner Gartenwirtschaft Steinhölzli am 27.7.1834 – etwa hundert dt. Arbeiter hatten bei einem Fest die Fahne der dt. Republik entfaltet – verbreiteten Informanten in Karlsruhe das Gerücht, ein Überfall auf Süddeutschland sei geplant. Der österr. Staatskanzler Metternich rief alle österr. Arbeiter aus der Schweiz zurück und brach die diplomat. Beziehungen zu Bern ab. Zusätzlicher Druck Frankreichs führte schliesslich zur Wegweisung vieler junger Italiener, Polen und Deutscher aus der Schweiz.” (Quelle)

Zuvor schon hatten die deutschen Regierungen den Handwerkergesellen das Wandern nach der Schweiz untersagt, was allerdings vielfach übertreten worden ist.

Steinhölzli-Fest 1834: Die Handwerks-gesellen-Versammlung, im Steinholzli am 27. Juli 1834 (Quelle: Burgerbibliothek Bern)
Quelle

“Damit war das Junge Deutschland gebrochen. Nur einige kümmerliche Reste erhielten sich unter den Handwerkern des Jura, um nach mehreren Jahren den Untergrund für eine neue, noch extremere Agitation abzugeben.” (Georg Adler, Geschichte der ersten sozialpolitischen Arbeiterbewegung in Deutschland. 1885)

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