Wir brauchen keine Le Pen

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Der Historiker Francois Durpaire und der Zeichner Farid Boudjellal veröffentlichten 2015 auf französisch den Comicband “Die Präsidentin”, ein fiktives Szenario der ersten 200 Amtstage einer auch aktuell im Bereich des Möglichen angesiedelten Präsidentschaft Marine Le Pens im Frühjahr 2017. Die beiden gingen übrigens von einer USA unter Hillary Clinton aus, die ein gewisses Gegengewicht gegen Le Pen darstellte. Eine Illusion, wie wir inzwischen wissen. Das Szenario einer möglichen nahen Zukunft wird verknüpft mit dem Schicksal einer alten Resistance-Kämpferin, ihren beiden Enkeln und deren Freundin Farit, die aus dem Senegal stammend in Frankreich aufgewachsen ist und gleichwohl um die Verlängerung ihrer Aufenhaltsgenehmigung bangen muss.
Die von der neuen Präsidentin im Eiltempo dirigierten Maßnahmen entnehmen die Autoren dem Programm der Front National. Was nun folgt, ist gespenstisch genug, nicht zuletzt angesichts der mit hohem Wahrscheinlichkeitsgehalt skizzierten Verhaltensweisen französischer Politiker und Journalisten, die sich nach und nach, manche auch sehr rasch, an die neue Macht anpassen. Besonders erschreckend ist, dass die rechtsextreme Präsidentin und ihre Crew zum Teil auf bereits unter der vorigen Regierung erfolgte Überwachungssysteme aufbauen kann:

Und diese im Programm der Front National geforderte gesetzliche Regelung, die im Comic erlassen wird, ist in Österreich unter einem sozialdemokratischen Kanzler inzwischen tendenziell in Umsetzung begriffen:

Und noch etwas ist von unmittelbarer Aktualität: Das österreichische Pendant zur französischen Faschistin stellt bezüglich einer von der Nato abgekoppelten Europaarmee eine ähnliche Forderung wie die Front National in ihrem Programm – und wie es Putin gerne hätte:

Einmal mehr bringt es der EU-Abgeordnete Michel Reimon von den Grünen auf den Punkt:

Wir gehen interessanten Zeiten entgegen.

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