Bei seiner Inthronisierung zum Mann, der wie weiland Schüssel als Chef der drittstärksten Partei mithilfe von Rechtsextremen zum Kanzler gemacht werden will, trifft es sich gut, dass Michael Spindelegger, der im Arbeiter- und Angestelltenbund groß gewordene Hinterbrühler, vor etlicher Zeit zum Ritter des “Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem” geschlagen wurde. Denn dieser Verein mit der auffälligen Bekleidung sei laut ihrem Statthalter Karl Lengheimer kein Geheimbund wie die Freimaurer und zum Teil der Cartell-Verband (bei dem Spindelegger auch ist, natürlich), sondern sowas von neutral und parteipolitisch rechtsoffen:
Politisch versteht sich die Organisation als „neutral“, im Inland wie im Heiligen Land: Wenn auch die Mehrheit der Christen in Israel Palästinenser seien, „ergreifen wir nicht Partei gegen die Israelis“, sagt der Statthalter in Österreich. Im Inland gebe es keine parteipolitische Schlagseite: „Theoretisch kann bei uns auch ein FPÖ-Mitglied beitreten, wenn es sich den christlichen Werten verpflichtet fühlt.“
Die Verstandortung des neuen ÖVP-Obmanns erfolgte wie erwartet:
“Wir sind die politische Heimat derer, die etwas leisten. Wir sind nicht die Partei der Superreichen. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass der Mittelstand der Ochse ist, der den Karren immer wieder aus dem Dreck ziehen muss.” Das soziale Netz dürfe keine Hängematte sein für die, die nicht leistungsbereit seien
Dieser Proklamation folgt das echte Leben auf dem Fuße: Angesichts des ÖBB-Güterverkehrsdebakels, bei dem Linea S.p.A. im oberitalienischen Novara noch Millionen Euro braucht, beruft Michael Spindelegger deren derzeitigen Finanzchef und seinen alten Haberer Johannes Kasal in sein Regierungskabinett. Das heißt, dieser Angehörige des Mittelstands muss bei seiner alten Firma Linea kündigen und beim Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem neu anheuern. Was bei diesem Wechsel vor sich geht, hat tatsächlich mit einer “sozialen Hängematte” wenig zu tun:
“Seinen [J. Kasals] bis 2015 laufenden Linea-Vertrag (Jahresfixum: 150.000 Euro) wird ihm die ÖBB nolens volens auszahlen müssen, denn das sieht der von der damaligen RCA-Führung fixierte Vertrag auch bei Selbstkündigung vor. Strittig ist darüber hinaus, ob die RCA für das tiefrote Linea-Ergebnis 2010 tatsächlich 50.000 Euro Bonus zahlen muss.”
Sollte es tatsächlich soweit kommen, dass der Bonus für die Linea-Verluste nicht an diesen Leistungsträger ausbezahlt wird, steht zu befürchten, dass es einen Wutmanager mehr gibt, der sich dann nur noch mit Verdreifachung seiner durch uns bezahlten Zuwendungen beruhigen lassen wird können.
Doch der Ritter wird das (Millionen-)Grab schon schaukeln und dem Mittelstands-”Ochsen” seinen Karren vergolden.
Politisch versteht sich die Organisation als „neutral“, im Inland wie im Heiligen Land: Wenn auch die Mehrheit der Christen in Israel Palästinenser seien, „ergreifen wir nicht Partei gegen die Israelis“, sagt der Statthalter in Österreich. Im Inland gebe es keine parteipolitische Schlagseite: „Theoretisch
“Seinen [J. Kasals]