Wiener Büchereien – Zügel anziehen, Hierarchien festigen.

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und wieder erreicht die BibliothekarInnen ein Motivationsschub in Form einer zentralen Mail. Was die Erlassung von angefallenen Gebühren (Mahngebühren etc.) betrifft, so gibt es einen aufrechten Gemeinderatsbeschluss, in dem festgehalten ist, dass die BibliothekarInnen aus sozialen Gründen Gebühren verringern oder auch erlassen können. Alle BibliothekarInnen? Jetzt nicht mehr. Untergebene sind wohl nicht in der Lage abzuschätzen, was soziale Gründe sind. Meint die Verwaltung. Und der Politik ist es seit fast immer und ewig völlig wurscht, was in diesen Büchereien da unten passiert.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie Sie wahrscheinlich schon wissen, werden die Berechtigungen zum Erlassen von Gebühren  eingeschränkt. In Zukunft können folgende Personen Gebühren erlassen:

.       BüchereileiterInnen
.       StellvertreterInnen (in den Stützpunktbüchereien)
.       CollegeleiterInnen und deren StellvertreterInnen
.       Service Hauptbücherei
.       Leiter des bibliothekarischen Auskunftsdienstes
.       Büchereiverwaltung
.       Leitung der Büchereien Wien

Zugleich wird die Berechtigungsstruktur von Bibliotheca, die im Laufe der Jahre uneinheitlich und unübersichtlich und dadurch schwer pflegbar und fehleranfällig geworden ist,  vereinfacht und vereinheitlicht.

Das bedeutet, dass es in Zukunft weniger Berechtigungsgruppen geben wird, und damit die tatsächlichen Funktionen im Betrieb abgebildet werden. In Folge dessen werden einige MitarbeiterInnengruppen einzelne Berechtigungen verlieren. Die konkrete Berechtigungsstruktur, wie sie ab September gültig ist und im Laufe der ersten Septemberwochen auch technisch umgesetzt wird, wird jeweils aktuell im Buchwiki veröffentlicht.

Die Berechtigungsgruppen sind:

ZW_MITARB (Zweigstellen-MitarbeiterInnen)
ZW_LTG (BüchereileiterInnen)
ZW_MA_SELB (Zweigstellen-MitarbeiterInnen von Selbstkaufbüchereien)
ZW_LTG_SELB (BüchereileiterInnen von Selbstkaufbüchereien)
HB_AUSL (Hauptbücherei – Hilfskräfte, Service)
HB_CO_MITARB (College Mitarbeiter, Vereinheitlichung der verschiedenen bisherigen HB-Berechtigungsgruppen)
HB_CO_LTG (HB-Leiter und College-LeiterInnen)
HB_SRV_LTG (Service-Leitung)
HB_KASSE (Kassenführung HB)
Z_VERW (wie bisher VERW)
Z_BUDGET (Budgetreferat)
Z_ANKAUF (Ankaufsreferat)
Z_DIGMEDIEN (Referat f. digitale Meiden)
Z_KAT (Katalogisierung)
Z_LEKT (Lektorat)
Z_LTG (Leitung der Büchereien Wien – Fr. Bazalka, Mag. Feigl)
Z_EDV (EDV-Referat)

Die Entscheidung, welche Benutzerguppen welche Berechtigung erhalten, liegt nach Maßgabe der technischen Möglichkeiten bei den jeweils zuständigen zentralen Referaten – d.h. bei Berechtigungen, die die Katalogisierung betreffen, beim Katalogisierungsreferat, bei Berechtigungen, die das Lektorat und den Ankauf betreffen beim Lektorat, Berechtigungen in der Ausleihe und Kassa beim Verwaltungsreferat und so weiter. Sollten Sie also eine Berechtigung vermissen, die sie zur Umetzung Ihres Arbeitsauftrags benötigen, wenden Sie sich bitte an das jeweilige zentrale Referat. Dieses entscheidet dann in Zusammenarbeit mit dem EDV-Referat, ob die betreffende Berechtigung der jeweiligen Berechtigungsgruppe vergeben wird. Berechtigungen für Einzeluser und zusätzliche Berechtigungsgruppen sind allerdings bis auf Weiteres nicht mehr möglich.

Die Umstellung auf das neue Berechtigungssystem erfolgt im Laufe des Monats September.

Mit freundlichen Grüßen

[die Leitungspersonen der Büchereien]

Hier wird ein Weg fortgesetzt, der zuletzt in den unsäglichen Ergebnissen der Arbeitsgruppe 2 “Kern- Zusatzgeschäft & Berufsbild“ im Lainzer Dschungelcamp deutlich gemacht wurde: Filetierung der vielfältigen bibliothekarischen Arbeit in eng abgegrenzte Tätigkeiten zwecks Pseudoeffektivierung. Der daraus resultierende “Sachzwang” erheischt eine analoge Sektoralisierung und Verantwortlichkeitsreduzierung beruflicher Aufgaben der BibliothekarInnen mit entsprechenden Unterordnungsritualen und abgestuften Lohnskalen. Der unsinnige und uneffiziente Plan von Regionalverantwortlichen weist ebenfalls in diese Richtung.

Selbstzüglich?
Selbstzüglich?

Bin echt gespannt, wie lange sich die Wiener BibliothekarInnen diese Entsinnlichung und Entwürdigung ihres Arbeitsprozesses gefallen lassen.

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