Bonner Mahnmal zur Bücherverbrennung – Einweihung nicht vor Ort?

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Wolfgang Deuling wird im Mai 2013 mit seinem Wunsch nach einem Mahnmal zur Bücherverbrennung durch die Nazis vor 80 Jahren am Ziel angelangt sein. Der ehemalige Büroleiter des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Wischnewski hatte die Initiative für das Mahnmal gestartet.

Der Bonner “General-Anzeiger” berichtet über die erfolgreiche Initiative “Mahnmal zur Bücherverbrennung”, wofür allerdings die Stadt Bonn keinen Cent beigesteuert hat, und welche vor allem durch persönlichen Einsatz und Unermüdlichkeit einiger Weniger möglich wurde – nicht zuletzt auch durch die Künstler Andreas Knitz aus Ravensburg und Horst Hoheisel aus Kassel, welche weit über ihren Auftrag hinaus Engagement und persönliche Anteilnahme bewiesen.

Da scheint es fast wie ein Affront gegenüber der Initiative und den Bonner BürgerInnen zu sein, wenn die festliche Übergabe des Mahnmals an die Öffentlichkeit nicht vor Ort erfolgt, wo auch die Schandtaten der Nazis stattgefunden haben, sondern in das Rathaus, im geschützten Raum der Parteien und HonoratorInnen der Stadt verlegt wird.
Die Linksfraktion hat dieses Vorgehen als einzige der Bonner Parteien hinterfragt und festgestellt:

„Wenn nur die Enthüllung des Denkmals auf dem Marktplatz als öffentlicher Akt geplant ist, ein Rahmenprogramm aber von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt im Rathaus stattfindet, dann ist das weder im Hinblick auf die Bedeutung des Mahnmals, noch in Bezug auf den historischen Hintergrund angemessen.“
Nahezu parallel zur Mitteilungsvorlage hatte die Linksfraktion eine große Anfrage an den Kulturausschuss gestellt, in der insbesondere nach der Einbindung der Bonner Bevölkerung auf dem Marktplatz gefragt wird. Auf Grund der Mitteilungsvorlage erscheint diese Anfrage nun noch dringlicher.
Nach Auffassung der Linksfraktion sollte die öffentliche Einweihung des Denkmals auf dem Marktplatz in einer angemessenen und würdevollen Form begangen werden. Dazu gehört natürlich ein öffentliches, in der Innenstadt wahrnehmbares Rahmenprogramm. So könnten beispielsweise auf der Rathaustreppe Texte von AutorInnen, deren Werke verbrannt wurden, vorgelesen werden. Eine musikalische Untermalung könnte daran erinnern, dass nicht nur Literatur, sondern auch Werke und Noten von KomponistInnen verbrannt wurden.
„Es handelt sich schließlich nicht nur um die Einweihung eines Denkmals, sondern auch um den 80. Jahrestag der Bücherverbrennung, dies sollte von der Stadt Bonn als ein öffentlicher Akt der Erinnerungskultur begangen werden“, so Repschläger abschließend.

Mahnmal-Marktplatz

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