Wiener Büchereien: “Weitere Schritte”

Der September ist da, die Wanderungen werden weniger, die Bibliotheksbesuche häufiger. Daher wollen wir uns auch wieder dem Schicksal der Wiener Büchereien widmen und ihre Zukunft begleiten. Wie bereits mehrfach berichtet, wird diese Zukunft in Gestalt eines “Organisationsentwicklungsprozesses” gerade eruiert. Über das vorläufige Ergebniss, welches vor dem Sommer präsentiert wurde, will ich noch berichten und es zu deuten versuchen, was angesichts der kryptisch-verschwommenen Formulierungen dem Lösungsversuch eines Standard-Kreuzworträtsels nahe kommt.

Das Ergebnis einer Befragung von 38 MitarbeiterInnen liest sich im Wortlaut der Beratungsfirma jedenfalls so:

Das Ergebnis zeigt ganz deutlich, dass von einer modernen Bücherei die Erledigung einer Fülle von unterschiedlichsten Aufgaben erwartet wird, für deren Umsetzung ein klares Konzept entwickelt werden muss.

Im Anschluss an diese wuchtige Erkenntnis mal das Organigramm der Büchereien, damit wir wissen, womit wir es zu tun haben – zur Vergrößerung auf das Bild klicken:

Organigramm Büchereien Wien

Die  Konsequenz aus dem Bericht der Beratungsfirma ist – erraten – eine Ausweitung des Beratungsauftrages. Wegen der dadurch erwarteten höheren Kosten ist eine  Ausschreibung notwendig geworden, welche diesen Montag, den 3.9., erfolgt ist:

“Gegenstand der Leistung: Begleitung eines strategischen Organisationsentwicklungsprozesses für die Büchereien Wien gemäß Leistungsverzeichnis”

Der gesamte Text der Ausschreibung ist in dieser PDF-Datei(Download 136kb) zu finden, falls jemand die Absicht hat, die Büchereien in die Zukunft zu begleiten.

Zur Information der Büchereibediensteten erfolgte heute diese Rundmail:

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Frau Dr.in Schmied hat (wie zuletzt angekündigt) mit Herrn Stadtrat Oxonitsch über den bevorstehenden Prozess gesprochen – er hat seine Zustimmung erteilt, mit diesem fortzusetzen. Es besteht großes Vertrauen seinerseits, und er hat zugesichert, bei wichtigen Terminen dabei zu sein.

Der Prozess bzw. das Aufarbeiten der in Angriff zu nehmenden Gestaltungsfelder soll von einer Beratungsfirma begleitet werden, wobei die Ausschreibung darüber im Gange ist. Die Entscheidung, welche Firma den Zuschlag erhält, wird Ende September, Anfang Oktober fallen.

Im Rahmen des Prozesses werden Arbeitsgruppen gebildet, die die einzelnen Gestaltungsfelder (u.U. manche aus inhaltlichen Gründen zusammengelegt) bearbeiten. Letztendlich werden die Ergebnisse in einer sog. Steuerungsgruppe präsentiert und darauf aufbauende Maßnahmen beschlossen. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe sind noch offen.

Gestaltungsfelder, bei denen jetzt begonnen wird, sind:

  •  unmittelbar anstehende “Reparatur”/Modernisierungs-Aktivitäten (AG Bestandsaufnahme – es wird u.a. der Status quo der Ausstattung der einzelnen Standorte erhoben);
  • spezifische Unterstützung für MitarbeiterInnen und MitarbeiterInnengruppen (AG Gesundheit – u.a. werden spezifische Arbeitsbelastungen erhoben und Hilfestellungen überlegt).

Dazu werden Arbeitsgruppen, die aus jeweils fünf Personen (eine Leitung und 4 Mitglieder) bestehen – eine davon wird aus der Personalvertretung kommen – , installiert. Bis Mitte Jänner 2013 sollten erste Ergebnisse vorliegen.

Um die Arbeitsgruppen mit Menschen, Leben, Ideen und Engagement zu füllen, bitten wir Sie/Euch um Meldungen zur Teilnahme, und zwar bis 14. September an MA 13 STB Post < post-stb@ma13.wien.gv.at> unter Angabe der Arbeitsgruppe.

Mit freundlichen Grüßen
das Projektvorbereitungsteam

Diese genannten zwei Arbeitsgruppen finden sich in einer umfassenderen Formulierung auch in der Ausschreibung:

1) Unmittelbar anstehende „Reparaturen“/Modernisierungs-Aktivitäten
Die Standorte der Büchereien Wien verfügen über unterschiedliche Ausstattungen. Zu erheben ist, wie die Aufenthaltsqualität in den einzelnen Zweigstellen für NutzerInnen und MitarbeiterInnen verbessert werden kann. Ein wichtiger Aspekt ist die Ausweitung von Selbstverbuchung und anderen technologischen Angeboten, die die Arbeit der MitarbeiterInnen erleichtern sollen und für die NutzerInnen ein erweitertes Angebot bilden. Hier gilt es, die Akzeptanz der MitarbeiterInnen für die technischen Entwicklungen zu erhöhen.

9) Spezifische Unterstützungsangebote für MitarbeiterInnen und MitarbeiterInnengruppen
Aufgrund zunehmender Arbeitsbelastung soll unter Einbeziehung der MitarbeiterInnen geprüft werden, inwieweit die bestehenden Angebote zu Gesundheitsförderung, Persönlichkeitsentwicklung u.ä. im Magistrat hilfreich sind, erforderlichenfalls soll für die Büchereien Wien ein eigenes Angebotsportfolio entwickelt werden.

Ich denke, es ist sinnvoll, an den unmittelbar gegebenen Bedingungen anzuknüpfen, sowohl was die sachlichen Gegebenheiten betrifft, als auch die Arbeits- und Berufssituation für die Bediensteten. Vor allem kann hier von den BüchereimitarbeiterInnen auch überprüft werden, mit welcher Ernsthaftigkeit und Erneuerungswillen die Leitung an die Aufgabe herangeht.
Die Nagelproben werden dann die Bereiche der politisch-magistratischen “Verortung” der Büchereien sein.
Es wird berichtet werden.

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