Wer hat diesen wildgewordenen Neoliberalisten ans IHS berufen?

Neben dem WIFO ist das IHS bekanntlich eines der Einrichtungen, deren Direktoren sich als informelle Weisenräte betrachten, wobei besonders der scheidende Bernhard Felderer vom IHS seinen neoliberalen Stuss sowohl in Regierungskreisen als auch im ORF mehr als genug abgelassen hat. Vorigen Sommer ist nun sein Nachfolger Christian Keuschnigg ausgewählt worden, dessen Vorstellungen, wie er sie in verschiedenen Interviews, zuletzt in der Presse, darstellt, aus vier ideologischen Grundpfeilern zu bestehen scheinen:

http://media.de.indymedia.org/images/2001/07/4134.jpg
  1. Löhne kürzen
  2. Mehr Geld für die Banken
  3. Ablöse der Politik durch den IWF
  4. Möglichst arbeiten bis zum Tod

Zum vierten Punkt, welchen Keuschnigg verschleiernd als “das Ruhestandsalter hierzulande deutlich anzuheben” formuliert, betrachtet er als

die primäre ökonomische Maßnahme, mit der man der Alterung der Gesellschaft begegnet.

Klar, nur ein toter Pensionist ist ein guter Pensionist. Aber nicht alle. Für die betuchten Pensionisten, die es sich leisten können, ihr Geld in Pensionsfonds zu investieren, hat Keuschnigg durchaus ein Herz. Dies offenbart er in der zweiten Forderung, in der es um mehr Geld für die Banken geht: dies auch deshalb, weil es da ja nicht nur um “böse” Banken gehe, wenn unsere Steuergelder da reingepumpt werde,

sondern auch um Pensionsfonds. Die „normalen“ Bürger, die fürs Alter anlegen, wollen genauso ihr Geld zurückbekommen.

Ich habe mich gefragt, wer diesen durchgeknallten Typen eigentlich auf diesen Posten berufen hat. Eine Position, von der recht wirkungsmächtig neoliberale Propaganda verbreitet werden kann. Es waren die Mitglieder des Kuratoriums des Instituts für Höhere Studien. Und sie haben es einstimmig getan:

  1. Präsident Prof. Dr. Heinrich NEISSER
  2. Vizepresident Prof. Dr. Ewald NOWOTNY
  3. Sekretär Prof. Dr. Sigurd HÖLLINGER
  4. Prof. Dr. Manfred DEISTLER
  5. Vize-Gouverneur Dr. Wolfgang DUCHATCZEK
  6. Prof. Dr. Helmut KRAMER
  7. Dr. Michael LUDWIG
  8. DI Peter MITTERBAUER
  9. Dr. Eva NOWOTNY
  10. Dr. Josef TAUS GD
  11. Mag. Andreas TREICHL
  12. Prof. Dr. Herbert WALTHER

Dass ÖVP- und Industrievertreter hier einen der ihren wählen, verwundert nicht. Die Beihilfe der SPÖ-Kuratoriumsmitglieder zur Absicherung der neoliberalen Hegemonie im IHS zeigt wieder einmal, was von offiziellen Reden dieser Partei zu halten ist, wenn sie sich folgenlos gegen Turbokapitalismus und gegen das Diktat der Finanzmärkte ausspricht.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.