Büchereien-Zukunft: Ein Startschuss mit Quasteln

Wie berichtet, werden sich die Wiener Büchereien demnächst ihrer Zukunft widmen. Als Startschuss dafür kann jene Mitteilung der Büchereienleitung angesehen werden, in welcher für “einen Prozess zur zukunftsträchtigen Strategiepräzisierung” die Prozess-Firma und der Prozessbeginn genannt wurden. Weiters wurde eine 10-köpfige Vorbereitungsgruppe angekündigt.

Einige Tage später  brachte eine Mitarbeiterin der Büchereien  von einem bereits nominierten Mitglied der Vorbereitungsgruppe in Erfahrung, dass in der ersten Projektphase insgesamt 12 Interviews mit MitarbeiterInnen bzw. Gruppen von MitarbeiterInnen geplant seien.

Weiters erfuhr sie, dass zwei Personalvertreter am Prozess teilnehmen werden. Und ein Wochenende später meldete sich auch eine aus den Zweigstellen nominierte Vertreterin, dass sie vom Bibliothekarischen Leiter ernannt worden sei.

Die Recherchen der oben erwähnten Mitarbeiterin ergaben auch, dass der Vorbereitungsgruppe die Aufgabe zugewiesen sei, sowohl “das Projektdesign” als auch die InterviewpartnerInnen zu bestimmen und den Interviewleitfaden zu diskutieren.

Aus all dem ist ersichtlich, dass Informationen, über welche die Leitung der Büchereien bereits verfügt, erst durch die Initiative einer Kollegin allen Bediensteten zugänglich wurde. Auch zeigt sich, dass es konkrete Vorstellungen (Interviews) und Vorbereitungen (Interviewleitfaden) für die Projektdurchführung gibt, die in der Erstinformation der Leitung nicht erwähnt wurden.

Das mögen Kinkerlitzchen sein, sagt aber bereits etwas über das “Informationsdesign” der Leitung aus. Es ist aber sowieso eine altbekannte Tatsache, dass nur bekanntgegeben wird, was gar nicht mehr zu verschweigen ist.

Entscheidender ist aber etwas anderes: Weder die neue Abteilungsleitung, noch die Leitung der Büchereien gaben bisher bekannt, was SIE selber für Vorstellungen über die Zukunft der Büchereien haben. Was wollen SIE erreichen?

Und schließlich: Was wird den Bediensteten, welche in den letzten Jahren viele Umorientierungen und Neuorganisierungen, sowie erhebliche zusätzliche Belastungen zum Nulltarif – und mitbestimmungslos – ausgesetzt waren, angeboten?

Ohne eine solche Deklaration der Führungskräfte, welche im Managementjargon gerne als “Kompetenzebenen” bezeichnet werden, würde das Projekt, einen Entwicklungsplan der Büchereien auf die Beine zu stellen – so wie andere ähnliche Projekte zuvor – unweigerlich Schiffbruch erleiden und den Frust der Belegschaft steigern.

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