Wie aus einer Rundmail zu erfahren ist, teilte die Leitung der Wiener Büchereien der Personalvertretung am Mittwoch mit, dass es wichtig sei, die Leseförderung als das wichtigstes Thema der Büchereien zu kommunizieren, um damit die Büchereien vor Schließungen und Kürzungen zu schützen.
Und daher müssten die Büchereien auch die Voraussetzungen dafür in Form der Räumlichkeiten schaffen, was nur über Medienmakulierung möglich sei.
Dazu hatte es schon zuvor von der Personalvertretung eine prinzipielle Kritik gegeben:
Aufgaben der Büchereien:
Die Kernkompetenz von BibliothekarInnen ist und muss sein, Medien möglichst frei zugänglich zu machen (ausgewählter Einkauf, Katalogisierung Beratung und Verleihung)
Alle anderen Aufgaben (Veranstaltungen, Animationen, pädagogische Aufgaben) gehören zu anderen Berufsfeldern, die durch begleitendes Material unterstützt werden können, jedoch nicht zur Hauptaufgabe von BibliothekarInnnen werden können!
Insofern hat sich das „Aufgabenfeld“ nicht verändert, weil die Kernaufgaben mit dem vorhandenen Personal kaum bewältigt werden können. Was zusätzlich gemacht wird, führt sehr oft auf lange Sicht zum Burn-Out der KollegInnen.
BibliothekarInnen sind ihrem Berufsbild nach weder AnimatorInnen, noch VeranstaltungsmanagerInnen und schon gar keine PädagogInnen.
Dass jetzt Medien entfernt werden sollen, um Raum für „neue Aufgaben“ zu schaffen, widerspricht der Hauptaufgabe!
Auch in der Diskussion mit der Leitung folgten vehemente Einsprüche der anwesenden PesonalvertreterInnen.
Seitens der Bibliothekarischen Leitung wurde zwar dagegen immer wieder betont, dass jede Zweigstelle einzeln besprochen werde und die Hauptbücherei gar nicht hineinfalle. Letztendlich aber wurde die Vorgabe von 1.000-1.500 Medien pro 30m2 stets als unumgängliches Ziel bestätigt .
Zahlreiche Gegenargumente, dass die oberste Zielvorgabe doch 1,5 – 2 Bücher pro Einwohner sein müsste, oder, dass z.B. in 52 Parametern der deutschen Bibliotheksstatistik kein einziges Mal die Relation zu Quadratmetern erwähnt werde, u.v.a.m., wurden als irrelevant, als veraltete Zahlen, als nicht wichtig… abgetan.
Alternative Konzeptvorschläge wie: längere Öffnungszeiten, keine Jahresgebühr u.a., wurden nicht weiter diskutiert.
nen!