Die Bildungsoffensive des Wiener Magistrats rollt voll an, wenn auch noch ein wenig eingefroren, wie die Wiener BibliothekarInnen aus einer Mail von oben entnehmen konnten
“Das Medienbudget für 2011 wurde vom Magistrat zwar nicht endgültig gekürzt, doch ist ein merklicher Teil “eingefroren”, das heißt: es wird erst im Laufe des Jahres – gemäß der wirtschaftlichen und fiskalischen Entwicklung – entschieden, ob dieser Teil für seine ursprüngliche Widmung, dem Ankauf von Medien, verwendet werden kann.”
Aha, die Büchereien erhalten auf dem Papier zwar ein Budget für den Medienankauf (nicht vergessen: Bildungsoffensive), nur ausgezahlt wird es nicht, außer es bleibt irgendwo Geld übrig.
“Daraus ergeben sich rückläufige Zahlen in den Zweigstellenbudgets;”
Aber na sowas! Allerdings sind es nicht “rückläufige Zahlen”, wie hier beiläufig bemerkt wurde, sondern zumindest vorläufig merklich wenig Geld für die Medienausstattung der Büchereien. Und wie es beim budgetären Zieleinlauf dann ausschauen wird, das weiß wohl nicht mal Sillitoes Langstreckenläufer.
“Grundsätzlich sind Kürzungen für die Betroffenen nie erfreulich, allerdings gilt hier – und das ist nicht als Verbeugung vor Obrigkeiten gedacht – hat sich das Medienbudget der Büchereien Wien etliche Jahre hindurch relativ positiv entwickelt, jedenfalls in einer Weise von der viele unserer KollegInnen in Deutschland nur träumen hätten können.”
Nur weil etliche Jahre das Medienbudget in den Wiener Büchereien endlich angewachsen ist, während in Deutschland von einem erheblich höheren Niveau aus in den Kommunen zunehmend das Geld fürs Finanzkapital umgeleitet und aus den kulturellen und sozialen Bereichen gestohlen wurden, ist eine solche Feststellung wie oben noch lange keine Nichtverbeugung, sondern gemahnt eher an eine dreimal verrenkte Ergebenheitsadresse in Richtung Senkrechttunnel.
Wie umgehen mit dieser Budgetkürzung? fragt sich die Leitung der Büchereien und hat auch schon einige Antworten parat.
Darüber demnächst in diesem Blog