Bibliothekar musste ins Gefängnis


Nach dem Verbot der vor und während der Revolution von 1848 entstandenen Arbeiterverbrüderungsvereine in Sachsen gründeten die Webergesellen Carl Gottlob Stöckl und Friedrich Hasselhuhn um 1850/51 in Glauchau eine “Erholungsgesellschaft”, um unter dieser legalen Vereinsbezeichnung die verbotene Tätigkeit der Arbeiterverbrüderung illegal weiterzuführen. Vermutlich verbarg sich hinter dieser “Erholungsgesellschaft” eine Gemeinde des in den letzten Zügen liegenden Kommunistischen Bundes.
Am 18. Juni 1851 fand bei Gottlieb Stöckl eine Hausdurchsuchung statt, die offenbar belastendes Material gefunden hat. Denn in einem Prozess in Glauchau wurden Stöckl und die weiteren Mitglieder des ehemaligen Bezirkskomitees der Arbeiterverbrüderung – die Webergesellen Bernhard Herden aus Langenbielau, Christian Zimmermann und Ludwig Fritzsche – sowie der Bibliothekar der Erholungsgesellschaft Adrian Heller zu drei- bis vierzehntägigen Gefängnisstrafen verurteilt; Herden und Zimmermann wurden aus Sachsen ausgewiesen. Die Erholungsgesellschaft bestand bis mindestens Ende 1851.

Quelle: Herwig Förder: Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien Bd. 2 S. 756f.