Anlass zur Unruhe

ortet eine Betriebsratskollegin kurz nach dem Start eines Betriebsratsblogs:

“… heute nahegelegt, das Bloggen einzustellen. Die Begründung, meine Einträge führten zu Unruhe in der Belegschaft, manche unter den KollegInnen wollten diese nicht, und fühlen sich dadurch belästigt.”

Es sind noch immer die alten Schmähs:

  • Wenn in der Betriebsversammlung Kritik geübt wird, statt nur “Fragen an den Vorsitzenden” zu richten;
  • wenn ein Antrag gestellt und dann gar eine Abstimmung darüber verlangt wird;
  • wenn versucht wird eine Information auf das Betriebsratsbrett zu hängen;
  • wenn ein Flugblatt oder eine Betriebszeitung verteilt werden;
  • wenn kritische E-Mails an alle KollegInnen versandt werden;
  • oder wenn eben ein Blog erstellt wird.

Immer weiß dann einer von den Betriebsräten oder von deren Claqueuren, was sich die KollegInnen denken, was sie verunsichert, was sie unruhig macht, wodurch sie sich belästigt fühlen. Mit ernster Miene und “wir meinen es ja nur gut mit dir, Kollege!” teilen sie ihre Bedenken mit, diesem Abweichler, und immer sind es die gleichen faustdicken Lügen und hinterfotzigen Einschüchterungsversuche.

Nebenbei: Wenn gesagt wird, die Belegschaft sei verunsichert, dann ist sie zumeist ziemlich sicher, dass da was faul ist im Betrieb.
Und wenn es heißt, die Belegschaft hätte ihren Unmut geäußert – dann hat sie endlich genug Mut gezeigt, zu sagen, was ihr nicht passt.

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