Geiselnehmer jubeln: Meinl zerstört beliebte Hinhaltetaktik der Polizei

Wie der Krone-Journalist Gnam heute berichtet, hat es nur 56 Minuten gedauert, bis die 100-Millionen-Kaution für den fünften Meinl überwiesen worden war.
Damit ist bei künftigen Lösegeldforderungen der Verweis auf die länger dauernde Prozedur bei Geldbeschaffungen hinfällig: die Geiselnehmer brauchen nur “Meinl” mit verstellter Stimme ins Telefon zu hauchen und die Polizei weiß, was es geschlagen hat:
Cash, aber pronto!

Polizeipsychologen und Gesprächsführungsexperten fürchten daher zu Recht, dass ihre Arbeitsplätze gefährdet sind. Worüber sollen sie mit Geiselnehmern noch verhandeln, wenn die schon das Geld haben, noch ehe die Spezialisten am Schauplatz erscheinen?
Das Finanzministerium kalmiert indes: durch die Beschränkung des Bankgeheimnisses auf Inländer kann man wenigstens davon ausgehen, dass es sich künftig nur um österreichische Geiselnehmer handeln werde, die ihr Geld zum besseren Schutze daher auch auf österreichische Banken deponieren würden.

Aus dem Innenministerium kommt der Hinweis, dass es in diesem Zusammenhang als optimal anzusehen wäre, wenn die Geiseln Uneinheimische wären und ihr finanzieller Rückhalt sich im Auslande befände. Weil es dann einmal umgekehrt zu den rumänischen Hütchenspielern wäre.
Wirtschaftsministerium bittet nicht außer acht zu lassen, dass so ein Lösegeldfluss de facto ein Export wäre und daher mit der Industriellenvereinigung eins sei, dass dies besonderer Exportstützungsmaßnahmen bedürfe.
Auch das Sozialministerium verlangte des sozialen Augenmaßes wegen im Zuge der nächsten Steuerreform die Übernahme der Richtlinien von Schenkungs- und Erbschaftssteuern auf Geiselgelder.

Wirtschaftskämmerer Leitl dauert das zu lang und er meint: Wir lassen uns nicht erpressen!
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