daß das Eigentum nicht auf gerechter Grundlage beruhe

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Sehen Sie, was bei den arbeitenden Klassen vorgeht, die heute noch, wie ich zugebe, ruhig sind. Es ist richtig, dass sie nicht im selben Grade, wie früher, durch eigentlich poltiische Leidenschaften erhitzt sind; aber

sehen Sie nicht, dass ihre Leidenschaften aus politischen soziale geworden sind?

Sehen Sie nicht, wie sich bei ihnen Ansichten und Ideen verbreiten, die nicht auf die Beseitigung eines Gesetzes, eines Ministeriums oder selbst dieser Regierung hinauslaufen, sondern vielmehr auf die Erschütterung der Grundlage unserer Gesellschaftsordnung? …

Hören Sie nicht, dass man in Arbeiterkreisen ohne Unterlass wiederholt, dass alles, was über ihnen ist, unfähig und unwürdig sei, sie zu regieren; dass das Eigentum nicht auf gerechter Grundlage beruhe?

Und glauben Sie nicht, dass, wenn solche Meinungen Wurzeln fassen, wenn sie sich ganz allgemein verbreiten, wenn sie tief in die Massen dringen, dass sie früh oder spät, ich weiss nicht wann und wie, aber dass sie sicher früh oder spät die schrecklichsten Revolutionen herbeiführen müssen?

Merken Sie – wie sage ich? – den Revolutionssturm nicht, der in der Luft liegt?

Alexis de Tocqueville in der Sitzung der Pariser Deputiertenkammer vom 29. Jänner 1848, drei Wochen vor der Pariser Februarrevolution.
(Souvenirs de Alexis de Tocqueville, publiés par le comte de Tocqueville Paris 1893. S 16. – Zit. nach Diehl, Karl: Pierre Joseph Proudhon. Seine Lehre und sein Leben. Neudruck der Ausgabe Jena 1888-1896. Aaalen Scientia Verlag 1968.

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