Privatisierungsdruck: ÖBB auf neuen Wegen

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„Die ÖBB werden durch uns besser. Sie machen plötzlich Sachen, die sie früher niemals gemacht hätten.“ Dabei bezieht sich Wehinger […] auch darauf, dass ÖBB-Chef Christian Kern angekündigt hat, einige Strecken künftig einzustellen.

Darauf haben alle BahnbenutzerInnen wohl schon ewig gewartet. Auch auf Aussagen wie diese:

„Zugfahren ist in Österreich viel zu günstig“, sagt der Westbahn-Chef.

Sagt wer? Sagt der ehemalige Vorstand des ÖBB-Personenverkehrs, Stefan Wehinger, der nun zusammen mit dem Bautycoon Haselsteiner ab Dezember eigene Züge auf der ÖBB-Westbahn-Strecke einsetzen wird. Er würde gerne mehr Strecken befahren, doch könne er kostenmäßig mit den ÖBB nicht konkurrieren, da diesen externe Kostensteigerungen via Staatsbudget ausgeglichen würden. Das empört Herrn W.:

Erhöhen sich beispielsweise die Energiekosten, trägt die Differenz automatisch der Steuerzahler. „Das ist eine schamlose Marktverzerrung“

Foto: Robert WasingerNicht ganz so steuerzahlerorientiert war Stefan Wehinger allerdings im Jahr 2007, als  er namens der ÖBB dem Herrn Hochegger – ja eben dem – knapp 200.000 € hinten hineinschob, weil dieser den von MitarbeiterInnen der ÖBB erfundene Bezeichnung “railjet” flugs als Markennamen registrieren und von der ÖBB wieder abkaufen ließ. Als eine Interne Revision der ÖBB diesen Vorgang offen legte, kündigte Stefan W. ein Jahr später sozusagen freiwillig, nicht ohne sich die Zeit bis zum Ende seines Vertrages abgelten zu lassen. Inzwischen hat Peter Pilz eine Strafanzeige gegen den Körberlgeldspender für Hochegger samt Sachverhaltsdarstellung erstattet, die Angelegenheit liegt bei der Staatsanwaltschaft.

„Dieses System ist ein völliger Schwachsinn“, sagte Stefan Wehinger Donnerstagabend im Rahmen eines Vortrags beim Leitbetriebe Austria Klub in Wien.

Genau genommen hat er recht. Aber anders.

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