ein schmieriges Buch aus der Leihbibliothek

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Über seinen 15jährigen Sohn schrieb ein besorgter Vater an seine Frau:

Friedrich hat mittelmäßige Zeugnisse in voriger Woche gebracht. Im Äußern ist er, wie du weißt, manierlicher geworden, aber trotz der frühern strengen Züchtigungen scheint er, selbst aus Furcht vor Strafe, keinen unbedingten Gehorsam zu lernen. So hatte ich heute wieder den Kummer, ein schmieriges Buch aus einer Leihbibliothek, eine Rittergeschichte aus dem 13. Jahrhundert, in seinem Sekretär zu finden … Gott wolle sein Gemüt bewahren, oft wird mir bange um den übrigens trefflichen Jungen.

Den Hang zu unangemessener Lektüre behielt der “treffliche Junge” zwar, aber ansonsten hat er seinem Nachnamen durchaus Ehre gemacht, wer schon übernimmt freiwillig öffentlich die Vaterschaft für das Seitensprungergebnis seines Freundes?

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